Beiträge von Villa1895

    Hallo Fachwerkliebhaber,


    herzlichen Dank für die Vorstellung dieses malerischen und Interessanten Fachwerkdorfes an der Mosel, das außer dir, wohl keiner von uns bisher gekannt hat.

    Eine kleine Randbemerkung sei gestattet: Nichts für Ungut, aber die barocke Figur an dem Fachwerkhaus sieht in meinen Augen vom Gestus und der Farbfassung viel mehr danach aus, als sei dies ein Hl. Johannes von Nepomuk und nicht eine Madonnenfigur (auf den einen Bild meine ich bei der Statue sogar einen Bart zu erkennen, was bei Marienfiguren nicht üblich ist).

    Nun, ich vermute, dass die mit Pferden bespannten Fuhrwerke auf der einen Seite in den Hof fuhren, dann wurden die Waren entladen und mittels Flaschenzügen etc. in die Speicher hochgezogen. Anschließend mussten die Fuhrwerke ja wieder raus. Ein Wenden hätte sehr viel mehr Platz erfordert, als dieser in den engen Höfen zur Verfügung stand. Da Pferde kaum rückwärts gehen können, mussten sie also in der gleichen Richtung raus fahren, also vorwärts und bis auf die nächste Gasse. So dürften diese Durchgangshöfe in Leipzig wohl entstanden sein. Das gab es aber auch in sehr vielen anderen Städten.

    Die Assistenzfiguern im Rokoko-Hochaltar sind der Heilige Sebastianus und der Heilige Rochus. Beides sind Pestpatrone. Das lässt den Schluss zu, dass Menschen mit solchen sehr schweren Krankheiten diese Kapelle mit der Hoffnung auf Heilung oder zumindest auf Linderung der Schmerzen aufgesucht haben.

    Nachfolgend noch einige Bilder, die aus nachbearbeiteten, alten Dias stammen. Wann diese aufgenommen wurden weiß ich nicht mehr. Vielleicht aus den 90er oder 2000er Jahren. Das Museum liegt in der Rheinebene des Oberrheins, nicht allzuweit von Mülhausen/Mulhouse im Oberelsass entfernt. Meine mich zu erinnern, dass das Dorf Münchhausen/Munchhouse ganz in der Nähe liegt (man beachte die Menge der Storchennester auf den Dächern). Das Écomusée d’Alsace befindet sich auf einstigem Gelände des ab 1904 stattgefundenen Kaliabbaus. Es ist von vielen Wasser führenden Kanälen durchzogen, so dass es reichlich Nahrung für die vielen Störche gibt. Die Eintrittspreise empfand ich als gepfeffert, musste aber im Nachhinein unumwunden zugeben, dass es das Geld mehr als wert war. Bemerken möchte ich noch, dass alte Bauernhäuser aus dem ganzen Elsass, also aus dem Ober- und dem Unterelsass (früher auch oft Oberland und Unterland genannt) im Musum aufgenommen wurden, die an ihrem ursprünglichen Standort, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr erhalten werden konnten. Die Häuser sind weitgehend möbliert, in den meisten Ställen steht Vieh. Nun mögen die Bilder für sich sprechen:




































    Der mittelalterliche Turm war in Mühlhausen bei Abbrucharbeiten eingemauert in ein anderes Haus entdeckt und dann ins Museum übertragen worden. Es soll sich um eine sog. "Motte", eine turmartige Burg handeln, welche wohl einst von Wasser umgeben war:











    Eine kleine Kapelle wurde auch ins Dorf des Freilichtmuseums Ecomusée übertragen:





    Das Musée Westerkamp besitzt auch einen sehr schönen Innenhof und tolle Exponate. Es werden auch sehr anschaulich die Kämpfe 1870 in und um Weißenburg dargestellt. Es gibt auch in der Nähe des Museums einen Wall der Stadtbefestigung mit einer Allee, auf dem man spazieren kann. Man blickt von dort über unzählige alte Giebel und in so manchen Innenhof. Ein wunderschönes Stadtbild.

    Hier nun noch einige Bilder aus Thann. Es handelt sich um nachbearbeitete alte Dias, wohl vom Ende der 1980er Jahre. Wegen teilweiser Qualitätsmängel bitte ich um Nachsicht.


    Blick auf Thann von dem Berg aus, auf dem sich die Burgruine befindet. Man erkennt unschwer wie zierlich und filigran das Münster St. Theobald/ St. Thie´baut in Erscheinung tritt. Es wurde ab 1332 bis 1516 errichtet, wobei der prachtvolle Turm mit ganz besonderer Eleganz und Leichtigkeit emporsteigt:



    Hier stand ich am sog. "Hexenauge" über Thann. Wenn ich es noch richtig erinnere, wurde mir berichtet, dass die Schweden im 30-jährigen Krieg die Burg in die Luft gesprengt hätten. Dabei flog ein Teil des Bergfrieds weg und blieb so liegen, wie man es auf dem Foto sieht. Dass dieser Ring des Bergfrieds nach Jahrhunderten immer noch so vorhanden ist, kündet m. E. von der Qualität des Mauerwerks:




    In der Altstadt von Thann:




    Vor dem Münster auf dem kleinen Platz steht der Brunnen mit dem Bild des Hl. Theobald als Brunnenfigur:





    Ein Haus mit schönem gotischen Erker. Wie im Fachwerkstrang bereits ausgeführt wurde, dürfte das Fachwerk des Giebels allerdings historistisch sein:


    Lieber Fachwerkliebhaber,


    danke für all deine schönen Bilder. Die Aufbauleistung an Schloss Berg erkenne ich gerne an, an sich eine schöne Anlage. Aber wie es so schön heißt: "Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten". Der angebaute Glaskasten will mir ganz und gar nicht gefallen. Und diese alberne Markise empfinde ich als den Gipfel der Geschmacklosigkeit. Dieselbe verdeckt überdies wesentliche Teile eines schönen Renaissanceportals. Das Victorshotel reißt einem leider Gottes auch nicht gerade vom Hocker. Da muss man sich denn wohl ein Gläschen des dortigen Moselweins genehmigen, denn es heißt ja vom Wein schon im Alten Testament: "Der Wein erfreut des Menschen Herz".

    Das Fachwerk dürfte wie im ganzen Württemberg mehr oder weniger komplett verputzt gewesen sein.

    Dazu habe ich einmal gelesen, Herzog Carl Eugen von Württemberg habe, etwa Mitte des 18. Jh., nachdem es im Herzogtum einen großen Stadtbrand gegeben habe, angeordnet, dass die Fachwerkhäuser alle zu verputzen seien. Auf Grund dieses herzoglichen Befehls verschwand in Altwürttemberg fast alles Fachwerk unter Verputz.


    Da die Freien Reichsstädte, wie etwa Esslingen, Ulm und Weil der Stadt nicht zum Machtbereich des Herzogs von Württemberg gehörten, vielmehr nur den Kaiser über sich hatten, waren sie von der Anordnung des Herzogs nicht betroffen. Deshalb blieb es in den Freien Reichsstädten weiterhin bei viel Sichtfachwerk, zumindest bei Gebäuden , die noch vor ca. Mitte/Ende des 18.Jh. errichtet worden waren.

    Im 1911 erschienen Buch "Volkstümliche Kunst aus Schwaben" ist auf einem Foto die Nikolauskapelle auf der Nagoldbrücke in Calw zu sehen. Interessant ist das Haus, das hinter der Kapelle zu erkennen ist. Dort, wo heute der massive, ja in meinen Augen brutale Neubau das Stadtbild verhunzt. Welch in sich stimmiges, romantisches Idyll ist hier verloren gegangen. Auch wenn die Brücke und die Kapelle wohl viel älter waren, als die Gebäude dahinter, es hat m. E. alles wunderbar miteinander harmoniert. Seht selbst:

    Hallo Fachwerkliebhaber,


    der angepasste Neubau am Platz des Jägerbrunnens ist ja umwerfend schön geworden. So schön kann man bauen, wenn man nur will. Das Dach, die grünen Fensterläden, es ist alles harmonisch, vornehm und wirkt doch urgemütlich. Da sollten sichdiejenigen, die nur noch kantige Flachdach- und/oder Glaskästen bauen können, mal ein Beispiel dran nehmen.

    Lieber Fachwerkliebhaber,


    auf die Bilder von Wiesbaden-Biebrich freue ich mich schon jetzt sehr.


    Da du ja im Ratskeller warst, möchte ich noch auf das "Neue Rathaus", das von Georg von Hauberrisser 1883-1887 errichtet wurde hinweisen. Der nachfolgende Link enthält dazu etliche Bilder und interessante Hinweise:

    Neues Rathaus Wiesbaden

    Lieber Fachwerkliebhaber,


    vielen Dank für deine vielen und schönen Bilder zu Wiesbaden. Im Jahre 1977 oder 1978 war ich erstmals dort und war begeistert. Vom damaligen Bestand wird wohl inzwischen auch manches abgerissen worden und durch moderne Bauten ersetzt worden sein. Aber wie deine Bilder ja beweisen, es gibt noch große Stadtviertel, die nahezu komplett erhalten sind. Was mir damals mit am besten gefallen hat, war der Luisenplatz, die Adolphsanlage, das Kurhaus, der Bahnhof und die prächtigen Villen, die z. B. den Neroberg hinauf stehen. Deine Bilder machen Lust auf einen Kurzurlaub in Wiesbaden.