Beiträge von Villa1895

    Im Buch "Das Deutsche Bauernhaus", erschienen 1914 ist ein Foto von Markt Zeuln am Main enthalten. Heute ist Marktzeuln ein Markt im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Hochstadt-Marktzeuln. Hier nun das alte Foto:



    Im Buch "Das Deutsche Dorf", das 1914 erschienen ist, findet sich folgende Aufnahme von Sulzfeld am Main. Es ist zur Erntezeit im Hochsommer aufgenommen. Die Bauern sind mit Ihren Leiterwagen zur Dampfdreschmaschine gekommen, die man am hohen Schlot erkennen kann. Im Hintergrund ist Sulzfeld am Main mit dem Stadttor (oder Dorftor?) zu erkennen.




    Bebediktbeuren liegt im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Zu Bebediktbeuren habe ich im 1914 erschienen Buch "Das Deutsche Dorf" diese Fotoaufnahme gefunden (das Foto dürfte zwischen 1900 und 1914 entstanden sein):


    Lieber Fachwerkliebhaber,


    das zuletzt von dir gezeigte Eckhaus ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Giebel von Gründerzeitgebäuden oft "vereinfacht" hat. Es gibt 2 steinerne Giebel, der rechts hat als Abschluss zunächst einen rechteckigen Stein und darüber in Haustein einen Halbkreis, in welchen der Steinmetz eine große Muschel gemeiselt hat. Der oberste Stein mit dem Muschelornament ist auf der Rückseite mittels einer Stange am First des Giebels befestigt. Dies gab es häufig bei Häusern der Neorenaissance. Der linke Giebel hingegen wirkt plump und massiv. Sowohl der rechteckige Stein, als auch der runde Abschluss mit der Muschel sind beim linken Erker völlig verschwunden. Warum wohl? Dafür vermute ich folgenden Grund: Es kann sein, dass Teile des weichen Sandsteins herunter gefallen sind. Da kein Geld da war, oder man keines dafür ausgeben wollte, kam man zu dem Entschluss, den obersten Abschluss des linken Giebels einfach zu entfernen, da dies die billigste Lösung war. Schade, dass der Idealismus zur Erhaltung eines solch schönen Hauses offenbar selten geworden ist. Allerdings sieht man die letzten Jahre Gott sei Dank auch andere Beispiele, die einem Hoffnung machen.

    @ Fachwerkliebhaber,


    hätte dieses prachtvolle Neorenaissancehaus Rosenstraße/Mainzer Str. von 1896 doch noch seinen Turmhelm oder vielleicht auch seine welsche Haube, so wäre es nahezu perfekt. Leider fehlt dieses Dach des Erkers, wenn ich das Haus anschaue, wie es jetzt aussieht, dann vermisse ich die Erker- bzw. Turmhaube sehr. Liegen im städtischen Bauamt noch die originalen Baupläne beim Baugesuch? Dann könnte man die ursprüngliche Gestalt feststellen.

    Lieber Fachwerkliebhaber,


    herzlichen Dank auch für die Bilder des Rathauses, das zusammen mit der Johanniskirche ein sehr stimmungsvolles Ensemble bildet. Als wir vor einigen Jahren in Saarbrücken waren, konnten wir den Festsaal leider nicht besichtigen, da am Wochenende das Rathaus verständlicherweise geschlossen war. Umso mehr freue ich mich jetzt, dass du Bilder dieses sehr festlichen und stimmungsvollen Raumes eingestellt hast.


    Damals waren wir übrigens auch im Ratskeller, der im Souterrain des Rathauses, also so halb unter der Erde liegt, sehr schöne, neogotische Säulen samt Gewölben aufweist, desgleichen recht hübsche Bleiglas- bzw. Buntglasfenster, mit, oft auch launigen und lustigen Darstellungen aus der Saarbrücker Stadtgeschichte. Die Säulen nebst den Gewölben sowie den besagten Fenstern, vermitteln eine schöne Stimmung. Auch habe ich den Aufenthalt im Rathskeller, wiewohl es außen hochsommerlich heiß war, im Rathskeller selbst als sehr angenehm kühl und wohltuend in Erinnerung behalten.

    @ Fachwerkliebhaber,


    zunächst ganz herzlichen Dank für deine vielen und wunderschönen Bilder aus Saarbrücken und all die Arbeit, welche du dir damit machst. Die sehr festlich wirkende kath. Kirche St. Johann zu Saarbrücken erinnert mich, obwohl von Stengel, an viele Kirchen, die nach Plänen von Balthasar Neumann errichtet wurden, insbesondere die Fassade mit dem Turm.


    Dass der Innenraum dem im II. Weltkrieg zerstörten Original so getreu wie möglich wieder erichtet wurde, ist aller Ehren wert. Andernorts hat man sich für völlig unbefriedigende morderne Lösungen entschieden (ich denke hierbei vor allem an den im Innenraum mit völlig unbefriedigendem Wiederaufbau der Schlosskirche zu Bruchsal).


    Als ich vor wenigen Jahren in Saarbrücken war, meinte ich beim Besuch dieses Gotteshauses, es habe den II. Weltkrieg unbeschadet überstanden, so überzeugend ist die Rekonstruktion gelungen. Eine Frage hätte ich noch an dich: Besaß die Decke des Kirchenschiffs von St. Johann vor der Kriegszerstörung ein Deckengemälde? Wenn ja, von wem wurde dieses geschaffen und gibt es davon historische Aufnahmen?

    Die Treppe aus Gusseisen wirkt unglaublich filgran und leicht. Schön, dass man sie erhalten hat. Auch für die wunderschönen und sehr qualitätvollen Steinzeugfliesen, die man auf verschiedenen Fotos sieht, gefallen mir sehr gut. Desgleichen ist die Fassade sehr gut gelungen und vermittelt den Eindruck eines kraftvollen und wohl gegliederten Hauses.

    Lieber Fachwerkliebhaber,


    eine kleine Anmerkung zum Deckenstuck der Saarbrücker Ludwigskirche möchte ich noch nachtragen. Es handelt sich im Zentrum der Decke nicht etwa um eine riesige goldene Sonne, sondern um Strahlen, die von einem Dreieck ausgehen. Dieses Dreieck symbolisiert die allerheiligste Dreieinigheit/Dreifaligkeit in deren Zentrum das Auge Gottes zu sehen ist. Ein zentrales Thema des christlichen Glaubens im Unterschied etwa zum Islam ist im Christentum der Glaube an die Dreieinigkeit von Gottvater, Gottsohn und Gott heiligem Geist. Von dieser allerheiligsten Dreifaltigkeit gehen im Zentrum an der Decke der Luwigskirche zu Saarbrücken die Strahlen in alle Richtungen aus.

    Hallo Fachwerkliebhaber,


    bei der neugotischen Villa in der Reppersbergstraße, welche in gräulichem Naturstein errichtet wurde, will mir scheinen, es handle sich bei dem Gestein um Schilfsandstein, der mitunter etwas ins Grünliche changiert. Fränkischer Muschelkalkstein, etwa, der in Paimar, Grenzheim oder Kirchheim bei Würzburg abgebaut wird, dürfte es wohl eher nicht sein, da dieses sehr harte Gestein m. E. heller ist und mehr ins Silberne spielend. Außerdem wären die Transportkosten bis ins Saarland wohl zu teuer gewesen.

    Lieber Fachwerkliebhaber,


    wie ich aus deinen Bildern ersehen konnte, hat Saarbrücken immer noch sehr viele schöne Häuser. Aber der Nußberger Hof ist nach meinem Empfinden geradezu Atem beraubend schön. Was jedoch die Garagen anbetrifft, so finde ich zwar die Torflügel sehr passend, aber man hätte sich m. E. durchringen sollen, ein Mansarddach über den Garagen zu errichten. Dann wäre die Garage zusammen mit dem Wohnhaus wie aus einem Guss erschienen und es wäre dann geradezu perfekt gewesen. Dennoch ein wirklich schönes Anwesen.

    Zu der von UC aufgeworfenen Frage, welchen Kirchturm man auf der Postkarte des einstigen Domherrenhofs Heideck sieht, meine ich eine Zuordnung vornehmen zu können. Es dürfte sich bei dem im Hintergrund des Domherrenhofs Heideck zu sehenden Kirchturms mit großer Wahrscheinlichkeit um folgende neuromanische Kirche handeln (und zwar sowohl von der Lage, als auch vom Baustil her): Die Mutterhauskirche (Klosterkirche St. Joseph) der Kongregation der Schwestern des Erlösers in der Ebracher Gasse wurde in den Jahren 1895 bis 1897 von Joseph Schmitz gebaut.

    Nachtrag:

    Soeben habe ich Folgendes festgestellt:
    Zum oben von mir eingestellten Ehemannshaus haben Niederländer und Markus unter dem Datum vom 26.11.2015 sehr interessante Nahaufnahmen eingestellt. Es lohnt sich, sich diese nochmals anzuschauen bzw. zu Gemüte zu führen. Das Gebäude stammte aus dem Jahre 1547, die Fachwerkseite zum Hof hin ging im Feuersturm 1945 unter, die anderen steinernen Außenmauern wurden später als Verkehrshindernis abgerissen.

    Hallo lieber Zeno,


    danke für deine Erläuterungen. Meiner Erinnerung nach war dem auch so, dass es Dettelbacher Gasse heißen müsse. Da auf der Ansichtskarte aber Dettelbacher Straße vermerkt war, war ich mir nicht mehr sicher, zumal ich schon lange nicht mehr in Würzburg war. So hatte ich eben die Bezeichnung übernommen, so wie diese auf der Postkarte angegeben ist. Aber dass ich das Baujahr des einstigen Kgl. Bauamts so genau geschätzt habe, freut mich doch.

    Hier stelle ich noch einige alte Postkarten ein unter der Überschrift: "Würzburg in alten Bildern".





    Der "schöne Erker" samt Giebel im Sandhof:


    Seltene Innenaufnahme des Georgensaals im Sandhof. Der Deckenstuck und der Wandstuck (im Medaillon St. Georg der Drachentöter mit Jungfrau in Stuck, der Drache darunter aber in Holz geschnitzt) scheinen mir verwandt mit dem Renaissancestuck des Kasimirsaals auf Burg Breuberg im hessischen Odenwald (hierzu hatte ich Bilder eingestellt).





    Hl. Joseph, Dettelbacher Straße:



    Augustinerstraße 1/2 (Ehmannshaus):



    Hausmadonna mit Jesuskind, Burkarder Str. 2:



    Bärengasse:



    Madonna, Ecke Schustergasse-Schmalzmarkt:




    Domherrenhof Heideck, Domerschulgasse 1:




    Hof zum Heinrich Wolfholt:




    Himmelskönigin, Wohlfahrtsgasse:




    Portal Herrengasse 1, handschriftlich bezeichnet: Richard Rothschild:



    Büttnergasse 15 (Abendmahl):






    Portal am Königlichen Bauamt. M. E. erbaut um 1900 im Stil der Neorennaissance:

    Die DDR legte Wert darauf, als souveräner Staat anerkannt zu werden. Deshalb wollte man in Berlin eine Traditionsinsel, wohin man mit Staatsgästen gehen könnte. Durch die Zerstörungen des II. Weltkriegs und die Abrisse danach, denen auch das Stadtschloss der Hohenzollern zum Opfer gefallen war, war aber im Zentrum Berlins kaum mehr etwas da, was man Staatsgästen hätte zeigen können. So kam es dazu, dass das Nicolaiviertel in seiner jetzigen Form errichtet wurde. Etwa zur gleichen Zeit, in den 1980 er Jahren, wurde dann auch das Denkmal Friedrichs d. Gr. auf der Straße "Unter den Linden" wieder aufgestellt, wohl aus den nämlichen Gründen.


    Man sollte aber nicht vergessen, dass für die Errichtung des Nicolaiviertels in Berlin-Mitte ein hoher Preis bezahlt wurde oder bezahlt werden musste. Alle vorhandenen Mittel, Baumaterial und finanzielle Mittel wurden in den Aufbau des Nicolaiviertels gesteckt und dort konzentriert. Für die Unterhaltung und Sanierung von Baudenkmälern im Gebiet der übrigen DDR blieb deshalb nichts mehr übrig. Hier beschleunigte sich der Zerfall und der Niedergang rasant, viele wertvolle Bauten gingen dadurch letztlich verloren.

    Beim "Paddenwirt" haben wir vor langen Jahren mal gut gegessen. Der Name Padden ist Platt- oder Niederdeutsch und bedeutet Kröten. Diese muss es wohl dereinst in großer Zahl im nahen Stadtgraben gegeben haben. Man kann sich das Konzert der Padden bzw. Kröten im Sommer gut vorstellen. Übrigens kommt das Wort Schildpatt, das aus dem Panzer der Schildkröten bzw. Schildpadden gewonnen wurde, auch daher.