Beiträge von Loggia

    Sehr interessant. Ich kannte v.a. die Pfahlbauten von Unteruhldingen (nördlicher Bodensee); aber wenn es dort welche gab, wird es anderswo nicht weit davon auch noch mehr gegeben haben.

    Warum diese Wohnform eigentlich aus der Mode gekommen ist, frage ich mich manchmal.

    Vielleicht wurde es zu kalt, und die Nässe wurde unangenehm.

    Eine gewisse Originalität hat das Haus auf alle Fälle. Lustig finde ich den Kontrast zwischen den geringen Abmessungen und dem monumentalen Torbogen fürs Treppenhaus. Studikerklausen de luxe, sozusagen.

    Die Häuser und die Kirche sind auch alle "alto" (lat./ital.: hoch). Die Kirche finde ich bemerkenswert schmal.

    Alles in allem ein echtes Rokokojuwel, - es ist halt auch von Fischer.

    Der Kirchturm gefällt mir besonders gut.

    Aha, drum kenne ich das nicht:

    In vielen Bundesländern gab es auch in der Geschichte keinen Status für Orte, der mit einer Minderstadt vergleichbar ist, z. B. erhielten in Baden und Württemberg auch sehr kleine Ortschaften den Titel „Stadt“. In alten Karten finden sich gelegentlich Hinweise auf Orte mit einem Status, der de facto einer Minderstadt entspricht, z. B. Mudau in Baden-Württemberg.[2]

    Schweiz

    In der Schweiz gibt es keinen Status, der einer Minderstadt entspricht. In der Geschichte finden sich jedoch einige Beispiele, wie z. B. Beromünster oder Schwyz, heute im Sprachgebrauch der Einwohner noch Flecken (Marktgemeinde) genannt; Langenthal, früher eine Marktgemeinde, seit 1997 Stadt; ferner Trogen in Appenzell Ausserrhoden und Rothenburg im Kanton Luzern. Diese verfügten alle über ein Markt-, jedoch nicht über ein Stadtrecht – auch kein minderes.

    Aha, danke.

    Daraus wird auch deutlich, warum das so wenige kennen:


    Die Bezeichnung Markt ist eine Besonderheit des bayerischen Kommunalrechts, die es in anderen deutschen Bundesländern nicht gibt. Sie hat nichts mehr mit dem Recht zu tun, regelmäßig Märkte abhalten zu können, vielmehr bescheinigt sie dem Ort eine gewisse Bedeutung für die umliegenden Gemeinden, etwa durch zentrale Lage, Größe oder Sitz von überörtlichen Einrichtungen. Damit ist ein Markt eine Zwischenstufe zwischen Gemeinde und Stadt und besitzt meist eine Zentralfunktion für die umliegenden Orte. Damit handelt es sich bei Marktgemeinden um Minderstädte.

    Weil das schlicht außerhalb Bayerns keine übliche Kommunalform ist. Gibt es anderswo nicht.

    Jetzt werde ich anhand der von Dir verlinkten Dateien noch ein wenig recherchieren, ob sich etwas zu einer HRR-Kommunalform "Markt" finden läßt.

    Zeno: das ist ja sehr eigenartig, ein Ort, der den Status "Markt" hat, aber keinen Marktplatz.

    Was hat es eigentlich mit dem Zusatz "Markt" auf sich, wann wurde der erteilt, und von wem?

    Bei der Stadtführung in Quedlinburg habe ich erfahren, daß die Stadtrechte aus Münzrecht, Marktrecht und noch was anderem bestanden (eigene Maße hatten sie auch, eine Elle hing aus); wie das verliehen wurde, habe ich aber vergessen (wenn das überhaupt erwähnt wurde. Entweder mit Beitritt zur Hanse oder früher, jedenfalls im Rahmen des HRR).

    In meiner Jugend wurde mir immer Hauenstein als Kuriosum genannt, weil das die kleinste Stadt sei - es bestand nur aus ein paar Häusern, hatte aber seit dem MA wohl Stadtrecht. Aber eben: Stadtrecht, nicht bloß Marktrecht. Orte mit dem Zusatz "Markt" sind mir erst viel später begegnet, und die scheint es nur in einer bestimmten Ecke zu geben (vielleicht Franken?), das scheint eine bestimmte örtlich begrenzte Herrschaftsform und Zeitperiode zu sein, aus der das stammt.

    Sehr eigenartig finde ich diese Kirchenfront:

    Zitat

    Zum Schluss besichtigen wir noch kurz die katholische Kirche St. Peter und Paul. Der Chor ist gotisch und stammt aus dem 14-15. Jh, das Schiff jedoch ist frühbarock und von 1659. Zu Norden zu kam in den 1960ern ein Anbau hinzu:


    IMG_7739.jpg

    ist die im 20.Jhdt (in den 1960ern?) irgendwie umgebaut worden?
    Mich erinnert diese "glatte Wand mit Löchern drin" sehr an eine "geflickte" Kirche in Münster/Westf.; daß die Fenster original frühbarock so waren, kann ich mir schwer vorstellen, aber andernseits weiß ich wenig über Frühbarock.

    Ich finde nur, es sieht so sehr nach 20.Jhdt aus.

    War das vielleicht ursprünglich noch gegliedert mit Stuck und Figuren? So leer in der Luft hängend sehen die Fenster jedenfalls irgendwie befremdlich aus.

    Aus dem Strang "Höxter (Allgemeines)" die Renovierung des Erbmarschallhofes:

    getünchte Fachwerkhäuser im 18./19.Jhdt

    Die Fenster sind besser, aber so ganz überzeugt mich die barocke Tüncherei nicht, ich hätte eine Version mit Fensterläden besser gefunden. Ich sehe ein, daß man im EG kein Fachwerk mehr hat wegen der Reparatur der großen Fensterflächen, aber die getünchte Ecklisenen-Barockisierung ist mir "etwas zu durchsichtig".

    Mich faszinieren solche Varianten, in welchen die Fassaden unabhängig vom Fachwerk gestrichen werden. Denn solche Befunde gibt es sehr oft. In meinem Wohnort behaupte ich sogar, dass es die Regel war im späten 18./frühen 19. Jh., als Fachwerke "zugedeckt" wurden, aber noch nicht unter einer Verputzschicht verschwanden.


    Bei diesem Gebäude irritiert mich aber das historische Bild, welches leider nicht datiert ist. So auf Anhieb hätte ich behauptet, dass die jetzige Fassung die ursprüngliche war, und die Fassung mit Fachwerk eine spätere Renovation. Aber so "fälschliche" Fachwerkrenovationen hat man erst im 20. Jahrhundert gemacht, nicht schon im 19. Jh., und das Bild sieht nach 19. Jh. aus.


    Was meinst du mit "aber die getünchte Ecklisenen-Barockisierung ist mir "etwas zu durchsichtig" "? Weil man die Fachwerkstruktur dort sehr stark sieht? Abgeschlossen ist die Renovation offensichtlich noch nicht, aber ich glaube nicht, dass da noch gross etwas verändert wird. Ich hätte die Dachuntersicht ebenfalls im Lisenen-rot gestrichen; ebenso vermute ich, dass einst auch Fensterumrandungen gemalt waren. Fensterläden gab es zumindest am Erdgeschoss mal, wenn man die historische Ansicht anschaut. Aber so wie die Fenster fassadenbündig eingebaut sind, liessen sich Fensterläden gar nicht schliessen. Ich kenne mich aber mit den regionalen Gepflogenheiten dort überhaupt nicht aus. Befunde wären interessant. Jedenfalls eine sehr lobenswerte Renovation!

    Weil man die Fachwerkstruktur dort sehr stark sieht

    Ja, genau das :-)

    Das einfarbig übertünchte, wie man es in Stralsund z.T. an manchen Häusern hat, geht so, finde ich, aber wenn man dann noch farbflächige Gestaltungsversuche macht, sieht es mE arg ärmlich aus. Gut möglich, daß man das im 18. Jahrhundert öfters so machte. Aber es steht nun halt in einem Umfeld mit heutigen Häusern, und da ist die Anmutung ... naja, eher ein bißchen kläglich ("konnte mir keinen Verputz leisten"), damals wird sie eher "zeitgemäß" oder "modisch" gewesen sein, weil das viele so machten - eben wie mit den einflügligen sprossenlosen Kippfenstern aus den 1960ern.

    Nicht schließbare Fensterläden halte ich für extrem unwahrscheinlich - vielleicht mußte man die von außen zumachen, und eben deswegen sind sie nur im EG angebracht, wo man mit ausgestreckten Händen gerade noch so hinlangt?

    Zu den Farbtönen:

    der "barock getünchte" Fachwerksbau in Höxter ist ockergelb-rostrot, die "klassizistisch modifizierten" getünchten Fachwerksbauten in Stralsund sind weiß.

    Erbmarschallhof in Höxter: Farbfassungen und Fensterläden


    Wie verantwortungsvoller und respektvoller Umgang mit historischer Bausubstanz aussieht, der kann einen Blick nach Höxter werfen. Der Eigentümer eines einstigen Erbmarschallhofs ist daran diesen zu sanieren. Bereits jetzt zeigt sich ein eklatanter Unterschied zum verschandelten Vorzustand der 60er Jahre. :applaus:



    Sprossenfenster statt große Glasflächen

    Die Fenster sind besser, aber so ganz überzeugt mich die barocke Tüncherei nicht, ich hätte eine Version mit Fensterläden besser gefunden. Ich sehe ein, daß man im EG kein Fachwerk mehr hat wegen der Reparatur der großen Fensterflächen, aber die getünchte Ecklisenen-Barockisierung ist mir "etwas zu durchsichtig".

    Mich faszinieren solche Varianten, in welchen die Fassaden unabhängig vom Fachwerk gestrichen werden. Denn solche Befunde gibt es sehr oft. In meinem Wohnort behaupte ich sogar, dass es die Regel war im späten 18./frühen 19. Jh., als Fachwerke "zugedeckt" wurden, aber noch nicht unter einer Verputzschicht verschwanden.


    Bei diesem Gebäude irritiert mich aber das historische Bild, welches leider nicht datiert ist. So auf Anhieb hätte ich behauptet, dass die jetzige Fassung die ursprüngliche war, und die Fassung mit Fachwerk eine spätere Renovation. Aber so "fälschliche" Fachwerkrenovationen hat man erst im 20. Jahrhundert gemacht, nicht schon im 19. Jh., und das Bild sieht nach 19. Jh. aus.


    Was meinst du mit "aber die getünchte Ecklisenen-Barockisierung ist mir "etwas zu durchsichtig" "? Weil man die Fachwerkstruktur dort sehr stark sieht? Abgeschlossen ist die Renovation offensichtlich noch nicht, aber ich glaube nicht, dass da noch gross etwas verändert wird. Ich hätte die Dachuntersicht ebenfalls im Lisenen-rot gestrichen; ebenso vermute ich, dass einst auch Fensterumrandungen gemalt waren. Fensterläden gab es zumindest am Erdgeschoss mal, wenn man die historische Ansicht anschaut. Aber so wie die Fenster fassadenbündig eingebaut sind, liessen sich Fensterläden gar nicht schliessen. Ich kenne mich aber mit den regionalen Gepflogenheiten dort überhaupt nicht aus. Befunde wären interessant. Jedenfalls eine sehr lobenswerte Renovation!

    Weil man die Fachwerkstruktur dort sehr stark sieht Ja, genau das Das einfarbig übertünchte, wie man es in Stralsund z.T. an manchen Häusern hat, geht so, finde ich, aber wenn man dann noch farbflächige Gestaltungsversuche macht, sieht es mE arg ärmlich aus. Gut möglich, daß man das im 18. Jahrhundert öfters so machte. Aber es steht nun halt in einem Umfeld mit heutigen Häusern, und da ist die Anmutung ... naja, eher ein bißchen kläglich ("konnte mir keinen Verputz leisten"), damals wird sie eher "zeitgemäß" oder "modisch" gewesen sein, weil das viele so machten - eben wie mit den einflügligen sprossenlosen Kippfenstern aus den 1960ern. Nicht schließbare Fensterläden halte ich für extrem unwahrscheinlich - vielleicht mußte man die von außen zumachen, und eben deswegen sind sie nur im EG angebracht, wo man mit ausgestreckten Händen gerade noch so hinlangt?

    Weil man die Fachwerkstruktur dort sehr stark sieht

    Ja, genau das :-)

    Das einfarbig übertünchte, wie man es in Stralsund z.T. an manchen Häusern hat, geht so, finde ich, aber wenn man dann noch farbflächige Gestaltungsversuche macht, sieht es mE arg ärmlich aus. Gut möglich, daß man das im 18. Jahrhundert öfters so machte. Aber es steht nun halt in einem Umfeld mit heutigen Häusern, und da ist die Anmutung ... naja, eher ein bißchen kläglich ("konnte mir keinen Verputz leisten"), damals wird sie eher "zeitgemäß" oder "modisch" gewesen sein, weil das viele so machten - eben wie mit den einflügligen sprossenlosen Kippfenstern aus den 1960ern.

    Nicht schließbare Fensterläden halte ich für extrem unwahrscheinlich - vielleicht mußte man die von außen zumachen, und eben deswegen sind sie nur im EG angebracht, wo man mit ausgestreckten Händen gerade noch so hinlangt?

    Die Fenster sind besser, aber so ganz überzeugt mich die barocke Tüncherei nicht, ich hätte eine Version mit Fensterläden besser gefunden. Ich sehe ein, daß man im EG kein Fachwerk mehr hat wegen der Reparatur der großen Fensterflächen, aber die getünchte Ecklisenen-Barockisierung ist mir "etwas zu durchsichtig".

    Waldshut:

    Der Marktplatz ist der Viehmarktplatz vor dem unteren (Basler) Tor.

    Er liegt also im wahrsten Sinn des Wortes "vor dem Tor" (westlich der Stadt), auf diesem Bild bekommt man einen gewissen Eindruck der Ostseite: http://bz-ticket.de/viehmarktplatz-waldshut-waldshut-tiengen

    Inzwischen völlig verbaut mit Tiefgaragen und stark vergrößerten Kreuzungsverkehrsbauten für die Straße "auf den Wald" nach St.Blasien, und neuen Häusern am nördlichen Rand. Am südlichen Rand findet man die Klinik, die immer größer wurde (eine kleinere neoromanische Kirche, längere Zeit die ev. Kirche in WT, mußte vor 10? 20? Jahren weichen, das alte Haus - weiß nicht, was das war, ob auch schon Spital oder Kapelle, jedenfalls ist es dunkelrot gestrichen und es ist eine Apotheke drin - wurde aber erhalten: https://www.suedkurier.de/regi…Fragen;art372623,10111498 (runterscrollen, um das Bild mit der südlichen Viehmarktseite zu sehen)

    Der repräsentative Raum Waldshuts ist allerdings die Kaiserstraße, die sich vom unteren Tor mit den mittleren Schmuckstücken von Rathaus auf der nördlichen und der alten Post auf der südlichen Seite zum oberen Tor (Schaffhauser Tor, östlich) hin steigert.

    Eindrücke von der Kaiserstraße, mit einem Bild des Rathauses (das rosane Haus mit den schönen Ziergittern) findet man hier: https://www.quermania.de/baden…ngen/waldshut-tiengen.php

    Der Viehmarktplatz war zeitweilig auch Holzmarktplatz, wie gesagt geht dort seit alters her die Straße nach St. Blasien in den Schwarzwald, bzw. kommt von dort (von dort wurde das Holz hergebracht); das Vieh kam wohl eher den Ochsenbuckel hoch (das ist die Steige/das Gefälle, das man bald nach dem Viehmarktplatz heruntermuß, wenn man auf der Straße den Rhein entlang weiter nach Westen Richtung Säckingen oder Basel fährt), sonst würde der wohl nicht so heißen.

    (Es gibt übrigens einige Bilder vom unteren Tor, unter denen was von "Kanonenkugeln" geblubbert wird, das ist falsch, die stehen auf der Seltenbachbrücke zum oberen Tor hin)


    Tiengen:

    Auch hier ist der Marktplatz am Stadtrand, quasi neben der Altstadt in der Ebene nach Osten, östlich und südlich davon entstand erst Anfang des 20. Jhdts Stadterweiterung. An der Wutach nach Lauchringen hin gab vor den 1920ern nur ein paar vereinzelte Industriebauten und alleinstehende Arbeiterhäuser (die in den 1990ern/Nullerjahren abgerissen und neu bebaut wurden).

    Wenn man Tiengen von Westen her betritt (was inzwischen aufgrund der fürchterlichen Verkehrsbauten nicht mehr so einfach ist), hat man zunächst die "Mini-Akropolis" Schloß und Marienkirche, also der Bereich der "Herrschaften", und dann gehts die Hauptstraße buckelab mit Geschäften links und rechts, auch mehreren Brunnen - die Tiengener waren arm, die hatten lange keine Wasserleitungen und mußten zum Brunnen laufen - und schließlich ist man in der Ebene zur Stadt raus, und da ist der Marktplatz. Das Rathaus in Tiengen stammt auch wie das waldshuterische aus der Biedermeierzeit und liegt in der Hauptstraße, wenig unterhalb der Treppe zur Kirche hoch. (Hier ist ein Übersichtsbild der Tiengener Altstadt: https://exchange.cmcitymedia.d…1211&id=2825&mode=gallery - die graue Fläche auf mittlerer Höhe rechts ist der Marktplatz, da wo 2, 3 Bäume stehen)


    Nachtrag zur Industrie an der Wutach, die seit dem 19. Jhdt bis in die 1990er/2010er Jahre bestand:

    Auf (Unter-)Lauchringer Gemarkung, an der Grenze zu Tiengen, war die Lauffenmühle, eine Textilfabrik - Weberei und Spinnerei -, deren Gebäude aus der Zeit zwischen Ende des 19. Jhdts und den 1970ern noch stehen; da die letztes/vorletztes Jahr dichtmachte, ist die Umnutzung noch nicht ganz abgeschlossen. Unter anderem gibt es da ein eigenes kleines Wasserkraftwerk, wofür Anfang 20. Jhdt ein Wutachseitenkanal angelegt wurde, der zudem dem Hochwasserschutz der Tiengener Ostebene dienen sollte, aber es gab dort immer mal wieder überschwemmte Keller. Ein kleines bißchen flußabwärts, nun auf der östlichen Tiengener Gemarkung, war die Honeggerei, die wohl schon vor der Lauffenmühle bestand, was die genau herstellten, weiß ich nicht (vermutlich auch Textil), und auch nicht, wann die aufgelöst wurde. Die muß ihren letzten Standort ungefähr da gehabt haben, wo um 1980 das Möbelhaus Seipp sein neues Gebäude baute, daß die Sheddachgebäude auf der anderen Wutachseite auch mal dazugehört hatten (in den 1980ern gehörten sie zur Lauffenmühle), ist möglich. Noch ein Stück weiter, an der Wutachmündung in den Rhein, westlich von Tiengen und östlich von Waldshut, auf Waldshuter Gemarkung, war die Lonza, eine Chemiefabrik, die stinkendes Carbid herstellte und 1994 geschlossen wurde (https://www.suedkurier.de/regi…bebaut;art372623,10111462). Die Lonza hatte eigene Grundwasserbrunnen neben dem Rhein, und im Rhein einen Abfluß mit diversen Schwellen, mutmaßlich zur Verwirbelung des Drecks. Ausweislich des Zeitungsartikels sind diese Anlagen noch erhalten.

    Die verstreuten Arbeiterhäuser aus dem 19. Jhdt bildeten für den östlichen Stadtanbau von Tiengen in den 1920ern ff. die Eckpunkte für die Verdichtung, der Waldshuter Ortsteil Schmittenau (zwischen Lonza und Waldshut) wurde wahrscheinlich ebenfalls in dieser Zeit angelegt.

    Leonhard : ich finde

    https://de.wikipedia.org/wiki/Benehmen und

    https://www.blfd.bayern.de/denkmal-atlas/index.html (dort drin mit strg F nach "Benehmen" suchen).

    So wie ich das verstehe, besteht Denkmalschutz aus mehreren Verwaltungsakten; anscheinend trägt die Denkmalschutzbehörde das erstmal ein und informiert dann die Gemeinden, die dann darauf reagieren müssen - diese Mitwirkung der Gemeinde, so reime ich mir das zusammen, heißt wohl "Benehmen herstellen".

    Ob der Eigentümer oder Bewohner oder sonstwer initiativ geworden ist, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen, kann man daran nicht ablesen. Wer da das Initiativrecht hat, würde mich eh interessieren. Möglicherweise alle, indem sie sich an das Denkmalschutzamt wenden - ich weiß es nicht.