Beiträge von Loggia

    Diesen Ort finde ich im Gegensatz zu Dingolfing heimelig-gemütlich, und dazu tragen ein paar weniger "gemachte" Häuser durchaus bei. Ja, die Eternitplatten und die streifigen Fliesen sind unschön, aber sie sind nicht hervorstechend, die meisten Häuser haben etwas liebenswert beständiges an sich, und insgesamt ergibt sich eine sehr freundliche Mischung.

    Also, mir gefällts recht gut.

    Allerdings von den Fotos her, in dem Ort war ich noch nie.

    NB: die Pergola wird wohl mit echtem Wein bewachsen sein - ich kann mir nicht vorstellen, daß man in einer Weinbaugegend so ein Glump wie "wilden Wein" setzt. Ich kenne auch in Waldshut-Tiengen eine Gastwirtschaft mit echter Weinpergola; die Trauben kann man sogar ernten im Herbst. Insofern denke ich, werden die es genauso gemacht haben.

    Erstaunlich bunt und alles ganz neu gemacht.

    Irgendwie vermisse ich ein Haus mit verblassendem Ocker oder abblätterndem Putz oder sowas in der Art. Also so eine Reihenfolge in der Renovierung. Das sieht hier alles so nach hektischer Gleichzeitigkeit aus.

    Die Aufnahmen sind gut, um die Stadtstruktur einigermaßen auf einen Blick zu erfassen. Man sieht deutlich die Hauptstruktur, den "Kreis" der Stadt und die "Anbauten". Bei den chrispix-Aufnahmen gefällt der Horizont, der zusätzlich aufscheint.

    (Ach, der Kreisverkehr aus dem Rätsel liegt ganz prominent in der Nähe des Münsters!).

    Hm!! Das finde ich aber richtig seltsam, solchen örtlich abfallenden Putz. Wie kommt so etwas zustande? Ist der Untergrund Beton, so daß der Putz nicht richtig hält, oder etwas anderes? Auf der Fassade hält es ja, warum nicht auf dem Erker?

    Stahlbauer : Das ist ja sehr erstaunlich. Ich dachte, alle nicht in der DDR verbliebenen Eigentümer wären enteignet worden. (Daß es auch - wenige - private Eigentümer in der DDR gab, wußte ich, allerdings wurden deren Häuser zu Grotten, weil sie zu Preisen vermieten mußten, die keinerlei Instandsetzung möglich machten).

    Danke für die Kupferstiche Heimdall!

    Hm, auf dem Kupferstich Leipzig Ecke Brühl/Katharinenstraße von ca. 1790 ist tatsächlich ein Haus ohne Sockel zu sehen (neben dem prominenten Eckhaus, in die Straße rein). Alle anderen haben eine Rustica, d.h. ein "gestreiftes", abgesetztes Erdgeschoß.

    Das Potsdamer Stadtschloß hatte wohl von Anfang an einen niedrigen Sockel unterhalb der Rustica, das gezeigte Palais (Anfang 19.Jht?) auch. Nur eines der Häuser im Leipzig-Kupferstich hat einen Sockel unter der Rustica, die anderen alle nicht.

    Demnach scheint Sockel als solcher nicht allgemein üblich gewesen zu sein, um 1790 eher die Rustica, manchmal mit, oft ohne Sockel, und manche Häuser sogar tatsächlich von oben bis unten einfach nur glatt verputzt.

    Ich muß sagen, das wundert mich etwas, denn ich hätte gedacht, daß ein "Dreckstreifen" unten vor 1900 noch nötiger war als danach, weil auf den Straßen Pferdemist lag und auch Abwasser entsorgt wurde.

    Ja, das ist so ein untergeordneter Nischenbau, aber als solcher gefällt er mir.

    Als größeres, dominierendes Gebäude würde es mir wahrscheinlich nicht gefallen, da wäre es zu langweilig.

    Aber so als was kleines ist es ganz gut.

    dass erst um die Jahrhundertwende solche Sockel Mode wurden

    D.h. das wäre eine Spezialität des 20. Jhdts? Die nur farblich abgesetzten vielleicht (?), aber ich meine, daß auch im 19. Jhdt und z.T. noch früher die Häuser (oft? meistens?) eine abgesetzte Sockelpartie hatten - sollten das alles spätere Überarbeitungen sein? Kann ich mir gerade bei Natursteinen unten am Haus nur schwer vorstellen.

    die im Original erhaltenen Fenster sollen aufgearbeitet werden

    Hört, hört! Das ist ja mal was ganz Seltenes, daß fast 100 Jahre alte Fenster noch erhalten werden sollen!

    In der Berliner Zeitung gab es einen Artikel über diverse Ausgrabungen in Mitte-Mitte[*], also im echten historischen Stadtzentrum: sie haben ein Stück Stadtmauer von 1300 gefunden, und noch paar andere Fundamente, u.a. von der königlichen Kunstschule im 19. Jhdt.

    https://www.berliner-zeitung.d…n-1300-entdeckt-li.135835

    Man kann dem Artikel auch entnehmen, daß Mitte schon 1889 ein erstes Elekrizitätswerk hatte; hätte ich nicht gedacht, daß das zu der Zeit schon im Schwange war.

    [*]im Unterschied zu Mitte-Moabit, Mitte-Tiergarten, Mitte-Wedding und anderen angeflanschten "unmittigen" Gegenden

    Häuser mit kleinen Fenstern in den oberen Geschossen aus den 1980ern habe ich in der Nähe ein paar; allerdings haben die nicht diese wuchtigen Fensterrahmen/Faschen, sondern garkeine. Diese konnte/kann ich auch am wenigsten zeitlich zuordnen.

    Recht verblüffend, dieses Beispiel Ebenersgasse 10.

    Wenn man solcherart mehrere Beispiele sieht, fängt man an zu grübeln über "Altstadtmoden", und wie sie mit dem jeweiligen Zeitstil zusammenpassen. Ich meine, im 20.Jdht hatten wir freigelegtes Fachwerk, im 19.Jdht eher getünchtes; 1880 sollte die Gotik prächtiger sein als vor Jahrhunderten; 1910 wurde eher wieder geglättet.