Beiträge von Loggia

    Ich habe ein Haus in der Nähe, ein Genossenschaftsbau von ca. 1913, das im Erdgeschoß mit einem quergekämmten Putz versehen ist. An einem Flügel des Hauses noch original, an einem anderen Flügel wurde es vor ca. 10 Jahren von Stukkateuren ergänzt, was interessant anzusehen war (sie hatten eine Art Rechen auf Schienen, den sie die Wand entlang zogen). Man könnte meinen, daß sich da der Dreck arg festsetzt, aber meine Beobachtung dieses Hauses spricht nicht dafür. Rauhputz sieht nach 5 Jahren schon angegammelt aus, aber dieser quergekämmte Putz ist nach 10 Jahren noch ansehnlich.

    Naja, das originale Dach sieht ein bißchen arg nach Bonbonnierendeckeln aus. Das jetzige "griechische" paßt mE besser zum sonstigen klassizistischen Umfeld. Allerdings um den Preis eines uneinheitlichen Stils des Gebäudes, denn zur Historismus-Pracht passen Mansarddächer schon besser.

    Hm, die Dachgauben sehen mir so 1920er-expressionisch-Art-Déco-mäßig aus, die wurden sicher nachträglich überarbeitet? Möglicherweise auch die Fassade, denn die kommt mir für Historismus "zu ruhig" vor (die blockhaften Fensterrahmungen).

    manche spitze Rechner stellen auch fest, daß es mit der Förderung dann noch zu einem bescheidenen Gewinn reicht.

    Solange man den Abriß und die Entsorgung (ist doch alles Sondermüll) nicht mitrechnet, möglicherweise. Der Dreck hält doch nur bis zur nächsten Orkanbö, und bei ruhigem Wetter vielleicht 7 Jahre, dann zerbröselts den. Diese Vergrünung ist wie Grünalgenpilz, eine Seuche, die lebenswerte Orte unbewohnbar macht. (Davon abgesehen: muß man mit Gewalt und Steuergeld die chinesischen Solarheinis unterstützen?)

    Gestern einen Fragebogen von STERN im Briefkasten gehabt, wo sie die Mieter (an Wohnungseigentümer wenden sie sich nicht) ausfragen und aufwiegeln wollen, um unseren Block und ein paar benachbarte zum "Milieuschutzgebiet" zu würgen. Natürlich auf Initiative des grünen Bezirksstadtrats für Stadtentwicklung. Der in seinem Anschreiben die Schriftart "Avantgarde" benutzt, die in den 90ern schon peinlich war. Sie gaukeln den Mietern irgendwelchen modischen Tinnef als erstrebenswert vor, dabei ist das einzig wichtige langfristige Bewirtschaftbarkeit des Hauses. Ich habe ihnen einen einseitigen Brief gewidmet, der die Unverzichtbarkeit von Selbstnutzern für die längerfristige Entwicklung hervorhebt und ansonsten mit den Worten endet, daß dieser Milieuschutzblödsinn ähnlich ist wie Vorschriften für die Sonne, wann sie scheinen soll. Vorhin habe ich den eingeworfen.

    Das zugezogene Junggemüse in der Straße ist völlig vergrünt (neulich lag ein Aufnahmeantrag von den Grünen oben auf dem Briefkasten von einer Mieterin), es gibt eine Art Jungmietergärtnerclub (vermutlich grün gesponsort, ich glaube nicht, daß die die Deko aus eigener Tasche zahlen), der die Straße mit klapprigen Bänken und alten Badewannen an der immerhin neu gemachten Wasserpumpe (als ich vor 25 Jahren hierherzog, war es eine brüchige historistische, die wurde dann durch eine scheußlich moderne ersetzt, die dann auch anfing zu rotten und wegkam, und vor ca. 1 Jahr wurde zu meinem großen Erstaunen eine historistische Replika gesetzt, voll funktionstüchtig.) sowie Gestricktem an Laternenpfählen beglückt; zu ihren besseren Aktionen zählt das Bepflanzen der Baumscheiben. Die Ästhetik ist nicht ganz schlimm, könnte aber besser sein. Eleganz darf man nicht erwarten. Es gibt dem Gehweg ein Flair von Kinderspielplatz und Kindergartenbasteldeko, dazu die Massen an Fahrradständern, die eine echte Seuche sind seit mehreren Jahren, sowie die Unsitte, auf dem Gehweg mit dem Fahrrad den Weg zu versperren.

    Naja, um die Pappeln ist es nicht so arg schad. Ich bin allergisch gegen deren Gefluse, insofern bin ich froh, wenn die wenig sind (in der Nähe habe ich auch ein paar). - Was hat es mit dem Grundwasseranstieg auf sich? Wir die Gegend evt. zu einem Moor oder Sumpf?

    Das sieht doch alles in allem recht idyllisch und ferientauglich aus.

    Hat das Wasser denn Badequalität? Und wenn ja, wie hat man das hinbekommen? Wenn das Wasser "eigentlich" zu sauer zum Baden ist (wie beim Kahnsdorfer See), muß man es ja mit irgendwas neutralisiert haben?

    Ansonsten finde ich es gut, daß man den Hainer See zu so einem netten Badesee macht, und den kleinen Kahnsdorfer See einfach mal beobachtet, wie was von selbst passiert. Es ist wohl auch ganz gescheit, erstmal nur kleine Ferienhäuschen zu wagen und mit dauerhafter Bebauung noch etwas zu warten, damit man herausfindet, ob der See dauerhaft als See bleiben wird und man nicht an Stellen baut, wo Hänge zum Rutschen tendieren.

    Uaaah, die dünnen Beinchen, auf denen diese Kästen stehen... ob die ein Erdbeben aushalten?

    Ansonsten fühlte ich mich erinnert an Gebäude in Astana, Athen-Eleusis (das ist das Industrieviertel, und dort verarbeiten sie farbig bedampftes Spiegelglas genauso schlimm), Berlin-Neukölln (das kleinere abgerundete "City Center" osä, in den 1990ern wurde etwas ähnlich Geformtes in Neukölln gebaut) und Hongkong...

    Hm ja, geht so. Ferienhäuschen sind Modeartikel. Was mich wundert, ist, daß die so viele Stockwerke haben, bei Ferienhäuschen hätte ich eher mit 1 OG gerechnet. -

    In Bad Saarow gibt es eine Reihe Wochenendhäuschen aus den 1920ern, die sehr klein und völlig aus Holz sind. Darunter das "Eierhaus", das durch angenagelte Bretter den Umriß einer Eischeibe hat. -

    Also, da wird immer mal was ziemlich Exzentrisches gebaut.

    Danke für diese sehr interessanten Links.

    Ob das wirklich die erste Arbeitersiedlung in Baden war? Lörrach-Stetten dürfte genauso alt (oder vielleicht noch ein bißchen älter?) sein, zumal die Koechlinsche Stoffdruckfabrik dort schon im 18. Jhdt gegründet wurde. Dort wurden allerdings oft Doppelhäuser gebaut, und nicht ganz so kleine Reihenhäuser, aber diese Stichbogenfenster haben sie auch (Zeppelinstraße, die Nr. 13 war der Kindergarten https://www.google.com/maps/@4….660846,43m/data=!3m1!1e3). Detailreiche Angestelltenhäuser aus den 1880er Jahren - mit Türfenstern in geätztem Glas - gibt es in Lörrach auch, aber ich weiß nicht mehr, in welcher Straße.

    Eine weitere Arbeitersiedlung, die wie die größeren Knopfhäusle Fensterrahmungen aus rotem Stein hat, und wohl auch aus dieser Zeit stammen dürfte, ist die Ibrunnensiedlung in Unterlauchringen, die zur Lauffenmühle gehörte.

    Bemerkenswert an den Freiburger Reihenhäusern finde ich das Sichtmauerwerk, das wohl rot-ocker gestreift war, wobei man aber keine gelben Steine verwendete (die waren wohl recht teuer), sondern entsprechend rot gemauerte Lagen hinterher ocker tünchte. Und die Werkstein-Fensterrahmungen und Eingangsstufen an allen Häusern, was heute eine sehr teure Angelegenheit wäre.

    Was daran "pflegeleicht" sein soll, verstehe ich eh nicht, denn irgendwelche Moose und Kleinpflanzen siedeln sich da sowieso spontan an. Es ergibt eine Versickerungsfläche, auf der man Boote waschen kann oder Fenster abbeizen, aber mit "Garten" hat das nichts zu tun. (Beim Haus meiner Eltern gibt es seit jeher eine solche Kiesfläche, genau für diesen Wirtschaftszweck, insofern konnte ich die "Pflegeleichtigkeit" über 50 Jahre beobachten)

    Heimdall: das war ja gerade mein Gedanke, daß ein Generalplan Zonen für Bewirtschaftung (und ein Teil "einfach lassen") unterschiedlicher Art erarbeiten sollte, nicht daß man alles "begärtnert". Aber um solche Zonen sinnvoll festlegen zu können, muß man mE neben viel Ahnung von Biologie und Geologie auch eine gewisse künstlerische Ader haben, denn man braucht viel Vorstellungsvermögen, wie sich das "von sich aus" entwickeln würde und wo man einen bestimmten Zustand bewirtschaftend halten kann, und wo Siedlungen hinkönnen (dafür braucht man wie beim Hobrechtplan erstmal eine Kanalisation).

    Der Unterschied bei den Dachvorsprüngen ist auf alle Fälle, daß das Kraszinski-Haus Konsolen bis vorne hat, und die besagte Rückseite nur ein Stückchen, wodurch der Dachvorsprung schonmal breiter wirkt. Ob er es auch wirklich ist, kann ich bei längerem Bildvergleich nicht feststellen. Und am europäischsten finde ich das Kraszinski-Haus auf dem Bild mit dem heutigen Zustand, also mit den wiedereröffneten Schaufenstern und der Weiterführung "ums Eck", die trägt viel zu einer gehobenen Anmutung bei, so als vage jugendstiliger Block (nur die Fensterformate, sonst ist es ja eher klassizistisch) wie auf dem Vorkriegsbild und ohne Schaufenster wie im realsozialistischen Zustand wirkt es "östlicher".