Beiträge von Loggia

    70er Jahre

    Da war einerseits noch komplette Moderne in der Nachfolge der 60er Jahre (Beton-Beton, Hochhäuser, Fensterbänder, und 70er-spezifisch: der Waschbeton!), andererseits gab es auch die Moderichtung "Stil" besonders in der Inneneinrichtung, d.h. braune Holzmöbel mit Verzierungen und Tapeten mit Barockmustern. Und Ende der 70er kam dann wohl die Erhaltungsbewegung für die Gründerzeitbauten auf (recht wild, man malte sie bunt an, oft starke Kontraste zwischen Gesimsen und Flächen, und ließ die Hausbesetzer gewähren, und unterstützte die sogar, weil man keinen weiteren Abriß wollte), nachdem oder währenddessen bereits weite "Flächensanierungen" ganze Gründerzeit- und Jugendstilbautenflächen niedergelegt und mit 1970er-Sozialbauten bepflastert hatten, und weitere Autobahnschneisen durch Altstadtviertel geschlagen werden sollten.

    Also, es gab beides. Nach außen hin aber in den meisten Fällen und bestimmt bis zur Mitte vor allem Flachdach und Beton.

    Ach, wäre das schön, wenn das Pellerhaus und seine Nachbarhäuser wieder die Originalfassade hätten. Das wäre so ein Schmuckstück, eine wirkliche Zierde für Nürnberg.

    Ja, der Konsum, hier ist er noch erhalten. In der DDR gabs den ja wohl bis 1990, in der BRD bis etwa 1970 (oder auch ein bißchen kürzer, aber als ich Kind war gab es jedenfalls einen Konsum in dem westdeutschen Ort, in dem ich aufgewachsen bin).

    Hm, da muß wohl irgendein Beitrag davor verschütt gegangen sein, auf den sich meine Äußerung bezog, denn ohne Anlaß (offenbar gab es Bilder) schreibe ich sowas nicht.

    Nachtrag: könnte sein, daß der Link zur Frankfurter Rundschau damals zu einem Artikel mit Bildern der heutigen und früheren Gestaltung zeigte, der jetzt nicht mehr darüber aufrufbar ist.

    Die Fensterrahmung an dem bräunlich-rötlichen Haus rechts finde ich originell.

    Den Türeingang, der dazu paßt, kann ich auch schwer zuordnen - ich vermute das kam zusammen irgendwann zwischen 1920 und 1970, aber ich bin mir nicht sicher, ob es Architektenabsicht oder improvisiertes Eigengebastel ist.

    Weiß darüber jemand vielleicht Genaueres oder hat begründete Vermutungen?


    Ich weiss eben nicht, wie das in Deutschland gehandhabt wird.

    Ich leider auch nicht in der erwünschten Genauigkeit. Daß die BAB (Bundesautobahnen, also alle Straßen, die als Autobahn eingestuft sind) vom Bund bezahlt werden, und die kleinen Ortsstraßen von den Gemeinden unterhalten werden, weiß ich schon, aber ob und wo da die Länder (analog Kantone) an manchen Stellen zuständig sind, und wie die Aufteilung der Planungshoheit und der Geldflüsse/Steuern zwischen Bund, Land und Gemeinde ist, weiß ich nicht.

    Karbidproduktion kenne ich auch noch aus meiner Kindheit - da gab es noch die Lonza in Waldshut. Aber das war natürlich nicht so groß wie das Leipziger Chemiedreieck, und solche Ablagerungen wie gezeigt fanden sich weitgehend auf dem Werksgelände, und nicht sehr viel weiter. Ein Klassenkamerad in der Grundschule zeigte mir mal ein paar Steine mit solcher Struktur, die violett und blau und bißchen gelb schillerten. Die hatte ihm sein Vater mitgebracht, das waren wohl Reste vom Produktionsanlagensäubern. Die rochen meiner Erinnerung nach nach nichts, wie Steine, die Fabrik als solche stank aber schon so 1, 2 km weit, stand aber von den Wohnorten auch so weit entfernt.

    Pracht und Armut kommen anscheinend öfters mal nebeneinander aus, wie auch in Neapel.

    Ich finde es echt balkanisch-orthodox. In Sofia haben haben sie auch eine recht große, nicht sehr alte Kathedrale, die ist aber behäbig-breiter; an dem rumänischen Bau finde ich erstaunlich, daß er so in die Höhe geht - das kenne ich eigentlich eher von "westlichen" Kirchen. Kann man als "russisch inspiriert" ansehen, denn die russischen Kirchen sind auch oft fast quadratisch.

    Ja, der Marmor hat sich gut gehalten. Aber der Sandstein sieht auch ziemlich verwittert aus.

    Relikte des alte Kirchhofs doch deutlich älter

    Die Grabsteine, an denen ich diese arge Verwitterung beobachtet habe, waren auch einige Jahrhunderte alt. Aber entweder waren sie vorher an einem wettergeschützteren Ort (etwa innerhalb der Kirche, nicht außerhalb), oder die Atmosphäre war in den 1960ern bis 1980ern weitaus aggressiver (mehr versauernde Verbrennungsrückstände in größerer Nähe, wahrscheinlich), oder beides.

    Auf folgende Seite bin ich gerade anderswo gestoßen, sie hat z.T. sehr augenquälerische Beispiele für Neubauten, die nach Abriß älterer Gebäude in den letzten 10, 20 Jahren entstanden:

    Die Zerstörung des Stadtbilds: Wie Wien immer hässlicher wird
    Abrisse und Neubauten wirken sich teils katastrophal auf das Wiener Stadtbild aus. Einen Vergleich zwischen Alt und Neu zeigt dieser Artikel.
    www.wienschauen.at

    Bei so einigen Häusern - den nur 1-, 2-geschossigen Vorstadthäusern - verstehe ich ja, daß man die gerne abreißt, vor allen, wenn schon links und rechts ein 6-geschossiger Gründerzeitler steht, aber bei manchen verstehe ich es wirklich nicht, und vor allem, warum sie so allerbanalst hingeklatscht sind, schlimmer wie ein durchschnittlicher bundesdeutscher 60er-Jahre-Wohnblock.

    Der Steinsockel mit der Urne ist ja schwer verwittert. Vermutlich Sandstein, der bröslig wurde.

    Ähnlichen Verfall bis zur Unkenntlichkeit erlebte ich an alten Grabsteinen aus dem 17. oder 18. Jhdt. in Tiengen (Waldshut-Tiengen), die an einer Mauer der Witterung ausgesetzt waren, die ich als Kind noch mit Schriftzügen und Figuren sah, als junge Erwachsene war dann nichts mehr übrig, ähnlich wie auf obigem Bild. D.h. innerhalb von 20 Jahren geht sowas völlig kaputt, wenn es nicht wettergeschützt wird.