Zoppot - das erhaltene Ostseebad

  • Im Folgenden einige Eindrücke aus Zoppot, das ich im Bereich zu Danzig vorstelle, da es ja zur Freien Stadt Danzig gehörte.


    Zoppot (oder heute Sopot, das bedeutet "Quelle") liegt zwischen Danzig und Gdingen und ist heute effektiv mit beiden Städten zusammengewachsen, der Ballungsraum zieht sich ja wie ein langer Schlauch an der gesamten Küste entlang, lediglich zwischen Zoppot und dem schon vorgestellten Adlershorst gibt es noch ein wenig Natur.


    Im Gegensatz zu Gdingen und vor allem Danzig hat Zoppot sowohl den Krieg als auch den Kommunismus relativ gut überstanden. Somit ist es dank der guten Anbindung über die Metro auch für Besucher beider Städte ein guter Übernachtungsstandort, der fast schon an die bekannteren Badeorte auf Rügen oder Usedom erinnert, aber letztlich natürlich nicht ganz mithalten kann.


    In der folgenden Galerie geht es nur um das "untere Zoppot", also den Teil zwischen Bahnlinie und Meer, in dem sich die touristischen Angebote befinden, jenseits der Bahnlinie gibt es noch eine Reihe von Villen, fast alle ab Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Zum Glück fehlen hier die unpassenden Nachkriegsbauten weitgehend, angenehmerweise hat man darauf verzichtet, auch hier den Stadtrand mit endlosen Plattenbauten zuzubauen.


    Einen historischen Übersichtsplan bietet die Wikipedia: klick


    Und eine Gesamtübersicht hätte ich hier zu bieten:



    Hier der historische Bahnsteig, links die Metro in ihrer typischen gelb-blauen Lackierung:


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    Über einen kleinen Tunnel geht es dann zu einem Übersichtsplan:


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    Hier der Blick zurück auf den Bahnsteig, in dem Schalter auf der rechten Seite habe ich im vierten Anlauf endlich das 3-Tage-Ticket erhalten, das in Danzig seltsamerweise nicht verfügbar war.


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    Die große Verbindungsstraße zwischen Danzig und Gdingen verläuft angenehmerweise jenseits der Bahnlinie, entsprechend geht es entlang der früheren Schulstraße ruhig zu:


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    Gleich gegenüber befindet sich ein kleiner Park mit ersten Villen:


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    Und gleich daneben ist das Rathaus untergebracht:


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    Wir gehen parallel zur Bahnlinie auf der Schulstraße nach Norden weiter, dies müßte das Gebäude der früheren Mädchenschule sein:


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    Gleich dahinter kommt am früheren Markt der Komplex des Neuen Centrums Zoppot aus dem Jahr 2015, von hier aus geht es dann über die Seestraße direkt weiter in Richtung Meer:


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    Ce qui arrive en fin de compte, ce n’est pas l’inévitable mais l’imprévisible.

    John Maynard Keynes

    Einmal editiert, zuletzt von silesien ()

  • Jaja, das Bahnhofsgebäude in Colmar. Die Ähnlichkeit mit dem Danziger Bahnhof ist wirklich verblüffend

    Ja, damals wurden bestimmte Entwürfe einfach mehrfach verwendet, und da das Bahnwesen im Elsaß ja durch die Generaldirektion der Reichseisenbahnen nach preußischem Vorbild und mit preußischer Technik betrieben wurde, lag es wohl nahe, einen preußischen Bahnhof nochmals nachzubauen ...


    Wie schon erwähnt, ähneln sich die städtischen Bäder von Straßburg und Mülhausen auch beträchtlich.


    Indes muß ich mich korrigieren, da ich inzwischen einen Vorkriegs-Stadtplan ausfindig gemacht habe - das Neue Centrum Zoppot befindet sich gar nicht am Markt und ich bin auch gar nicht die Seestraße in Richtung Ostsee gegangen, sondern die Eisenhardtstraße (heute nach einem gewissen Fryderyk Chopin benannt).


    Hier die Übersicht:


    zoppot2.jpg


    Mit der Mädchenschule lag ich oben richtig, das Postgebäude am Markt steht nicht mehr, leider habe ich somit allerdings auch die größte Kirche in Zoppot, die evangelische Kirche von 1901, nicht fotografiert.


    Somit also die Eisenhardtstraße in Richtung Strand, die ein leichtes Gefälle aufweist:


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    Teilweise fast schon großstädtische Bauten, der Turm gehört zur Katholischen Kirche:


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    Am Straßenrand alte Villen:


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    Charmante Details (realistischerweise wird dieses Jugendstilschild ja eine Nachkriegs-Kreation sein) und viel Grün:


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    Blick zurück über fast die komplette Straße:


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    Am Ende der Eisenhardtstraße kommt im rechten Winkel die Südstraße (die dann passenderweise ab der zentralen Kuranlage Nordstraße heißt ...), auch hier charmante Bäderarchitektur:


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    Sowie einigermaßen passende Neubauten:


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    John Maynard Keynes

  • Ungünstigerweise habe ich mit der Seestraße (heute nach Monte Cassino benannt, vermutlich aufgrund der Schlacht 1944 unter Beteiligung polnischer Exiltruppen) die wichtigste Straße verpaßt, dafür aber immerhin die Seepromenade besichtigt ...


    Daher nun einige Meter weiter in den südlichen Teil des Kurparks:



    Der Park ist wirklich schön und ermöglicht einen ersten Blick auf das Kurzentrum aus dem Jahr 1904 - dank einer Solequelle ist Zoppot nicht nur ein Badeort, sondern auch ein Kurort zur Rheumabehandlung.


    In der Gegenrichtung befindet sich die evangelische "Augsburgkirche" von 1914, so benannt nach der alt-lutherischen Gemeinde (vgl. auch Augsburger Bekenntnis, auch in Straßburg gibt es ja entsprechende Kirchen, siehe hier).



    Weitere Eindrücke aus dem Park:




    Weiter zum zentralen Kurplatz, der inzwischen fast ausschließlich neu bebaut ist:



    Zunächst aber vorbei am Kurzentrum:




    An verschiedenen Stellen zeigt das Zoppoter Museum Vorkriegsaufnahmen:



    Der große halbkreisförmige Platz, der in die lange Seebrücke übergeht:



    Ziemlich gelungene aktuellere Bauten:



    Das Haffner-Zentrum und neue Kurhaus, benannt nach einem der Pioniere des Tourismus in Zoppot, dem Arzt Johann Haffner aus dem Elsaß - das Gebäude stammt tatsächlich aus den Jahren 2007-2009, zuvor war dort einfach nur ein Park:





    Dahinter wurde ein neuer Platz angelegt, der Platz der Freunde Zoppots, der in die Fußgängerzone überführt - Fotos muß ich irgendwann mal nachreichen.

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