München - Ludwigstraße (Galerie)

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    In diesem Faden soll die Münchner Ludwigstraße vorgestellt und dokumentiert werden. Die Ludwigstraße ist zwar einerseits eine sehr berühmte Straße, andererseits dürften viele ihrer Einzelheiten aber doch nicht so bekannt sein, weswegen ein genauerer Blick sehr lohnend ist.

    Sie ist eine der vier Münchner Prachtstraßen des 19. Jhs (die anderen sind Briennerstraße, Maximilianstraße und Prinzregentenstraße) und entstand zwischen 1816 (Beginn der Planungen) und 1850 (Fertigstellung des Siegestors am Nordende der Straße) auf Anordnung von König Ludwig I., der der Straße auch den Namen gab. Die architektonische Gestaltung legte Ludwig I. zunächst in die Hände seines Hofarchitekten Leo von Klenze, 1827 übertrug er die Bauleitung dann an Friedrich von Gärtner, mit dem sich auch gleichzeitig eine stilistische Änderung vollzog: weg vom reinen Klassizismus Klenzes, wie er idealtypisch z.B. am Palais Leuchtenberg zu sehen ist, hin zum Romantizismus Gärtners, wie er sich z.B. an der Ludwigskirche oder an der Universität zeigt - dem sogenannten "Rundbogenstil", eine Mischung aus italienischer Romanik, Renaissance, byzantinischen Elementen und auch schon eines beginnenden reduzierten Funktionalismus'. Gleichwohl erscheint das Gesamtergebnis der Ludwigstraße immer noch als sehr homogen und so präsentiert sie sich insgesamt als einheitliche städtebauliche Schöpfung, was vor allem auf den starken gestalterischen Willen und Einfluss des Bauherrn Ludwigs I. zurückzuführen ist, der der Straße über die gesamte Entstehungszeit hinweg seinen Stempel aufgedrückt hat.

    Die Münchner Ludwigstraße ist eine der wenigen großen Prachtstraßen Deutschlands, zudem ist sie eine architektonische Schöpfung von europäischem Rang. Ihre städtebauliche und atmosphärische Typologie ist im Vergleich zu den später entstandenen historistischen europäischen Prachtstraßen wie der Wiener Ringstraße oder auch den Pariser Boulevards außerdem ziemlich einzigartig, wir werden später noch darauf zu sprechen kommen.


    Die Ludwigstraße kann nicht betrachtet werden ohne den südlich davon gelegenen Odeonsplatz, mit dem zusammen sie erst eine abgeschlossene städtebauliche Einheit bildet; defacto "entwächst" die Ludwigstraße dem Odeonsplatz, beide Räume gehen nahtlos ineinander über. Zwischen Feldherrnhalle im Süden und Siegestor im Norden hat die Straße eine Länge von 1,25 km und eine Breite von 37 m. Sie ist nicht nur eine gerade Straße, sondern besitzt außerdem zwei große Platzausbuchtungen: den Odeonsplatz im Süden und das Universitätsforum im Norden. Zusammenfassende Eckbeziehungen bestehen zudem zwischen der Feldherrnhalle im Süden und dem Siegestor im Norden sowie den Doppelturmfassaden der barocken Theatinerkirche (die im Zuge der Gesamtplanung aus ihrer altstädtischen Enge befreit und in die Konzeption einbezogen wurde) auf der südlichen Westseite und der Ludwigskirche auf der nördlichen Ostseite.

    Die gewaltige Längsentwicklung wird durch drei Querbezüge durchschnitten: zwei historische und eine spätere aus der Zeit des Nationalsozialismus bzw. der Nachkriegszeit. Die beiden historischen sind die Achse Brienner Straße - Hofgartentor - Hofgartenstraße ganz im Süden sowie die Achse Ludwig-Ferdinand-Palais am Wittelsbacher Platz - Durchgang zwischen Odeon und Palais Leuchtenberg - Odeonsplatz - Bazargebäude etwas weiter nördlich; in der Nazizeit bzw. in der Nachkriegszeit wurde schließlich der große Straßendurchbruch Oskar-von-Miller-Ring - Von-der-Tann-Straße geschaffen, heute ein Teil des Altstadtrings, dem einige wertvolle Gebäude weichen mussten und der heute die größte Wunde der Ludwigstraße darstellt.

    Dies führt uns zum nächsten Punkt: auch wenn die Ludwigstraße auf den ersten Blick sehr gut und authentisch erhalten erscheinen mag, so hat sie im Laufe der Zeit doch einige empfindliche Verluste hinnehmen müssen; ein wichtiger Teil unserer Betrachtung wird also auch das Aufzeigen dieser Veränderungen sein.


    Wir werden uns zuerst viele Fotos der Straße anschauen und dann am Schluss einige allgemeine Betrachtungen anschließen, so dass jeder zuerst einen guten Eindruck der Straße gewinnen kann.


    Um einen Überblick über die Dimension und Atmosphäre der Straße zu bekommen, schauen wir uns einen Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm "Die Wittelsbacher" von Dieter Wieland an (bei min 28:26):


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    Dann drei Fotos aus erhöhter Position:


    Vom Südturm der Ludwigskirche in Richtung Süden:


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    Aus ähnlicher, aber nochmal erhöhter Position, wahrscheinlich von einer Drohne oder Helikopter aus:


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    Vom Rathausturm in Richtung Norden:


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    (Wikipedia Commons, Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 4.0, Urheber: Kajebi II.)


    (Man sieht übrigens, dass die Hochhäuser in München fast alle im Norden stehen, nicht im Süden zu den Alpen hin; hoffen wir, dass das in Zukunft so bleibt…)



    Diese letzten drei Fotos hab ich aus dem Internet, die folgenden Fotos stammen wieder von mir, ich hab sie im Laufe der Jahre teils mit meiner Kamera, teils mit meinem Smartphone gemacht, sie sind also nicht immer in gleichbleibender Qualität.

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

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  • Wir beginnen im Süden und schauen von der Feldherrnhalle Richtung Norden:


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    Links die barocke Theatinerkirche, direkt anschließend mit dem Palais Moy bereits ein klassizistischer Bau von Klenze, ganz hinten am Horizont das Siegestor (dahinter stören die Highlight Towers...), rechts daneben klein zu sehen der Südturm der Ludwigskirche, dann Landwirtschaftsministerium, Bazargebäude, Hofgartentor, schließlich rechts der Eckpavillon des Festsaalbaus der Residenz und anschließend ein kleiner Teil der Renaissancefassade der maximilianischen Residenz.


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    Bei Nacht:


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    Blick aus der Feldherrnhalle nach links zur Theatinerkirche:


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    Blick nach rechts auf die Residenz:


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    Die Feldherrnhalle selbst:


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    Seitenansicht der Feldherrnhalle von der Residenzstraße aus, links angeschnitten das spätbarocke Palais Preysing:


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    Die an der Residenzstraße liegende und südlich an die Feldherrnhalle anschließende Hauptfassade des Palais Preysing (erbaut 1723–1728):


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    Die Feldherrnhalle wurde 1840-44 von Friedrich von Gärtner als Denkmal für die Heldentaten des bayerischen Heeres, vor allem aber als prächtiger Südabschluss der Ludwigstraße erbaut. Die beiden Statuen sind Denkmäler für die Feldherren Tilly (1559-1632, Feldherr in der katholischen Liga des 30-jährigen Krieges) und Wrede (1767-1838, Feldherr in den napoleonischen Befreiungskriegen), die beide große Verdienste für die Selbstbehauptung des Mittelstaates Bayern in kriegerischen Zeiten erworben hatten. Die Feldherrnhalle ist eine Architekturkopie der Loggia dei Lanzi in Florenz (wenngleich die Details durchaus abweichen), man kann aber sagen, dass sie in München fast besser zur Geltung kommt als das etwas eingepferchte Original in Florenz.

    Ursprünglich befanden sich an dieser Stelle, d.h. am Schnittpunkt der von Süden kommenden Altstadtstraßen Residenzstraße und Theatinerstraße und nördlich anschließend an das Palais Preysing, drei weitere Häuser, darunter das altehrwürdige Wirtshaus "Bauerngirgl", die aber zusammen recht weit in den Platz zwischen Residenz und Theatinerkirche hineinragten und somit einen Teil der Fassade der Theatinerkirche verdeckten. Im Zuge der Stadterweiterung nach Norden wurde dieser Platz vollkommen umgestaltet, die drei Häuser samt Bauerngirgl abgerissen und durch die weniger tiefe Feldherrnhalle ersetzt (der Bauerngirgl als Wirtshaus lebte daraufhin weiter südlich in der Residenzstraße weiter, das dortige Gebäude wurde dann aber im 2. Weltkrieg zerstört).

    Auch nach Norden hin bot sich von diesem Standpunkt aus ein ganz anderer Ausblick: unmittelbar nördlich von Residenz und Theatinerkirche verlief die mittelalterliche Stadtmauer und lag das Schwabinger Tor, benannt nach dem damals weit außerhalb der Stadt München gelegenen Dorf Schwabing (welches dann Ende des 19. Jhs im Zuge der schnell wachsenden Stadt nach München eingemeindet wurde). 1817 wurde als erster Schritt des Baus der Ludwigstraße die Stadtmauer samt Toranlage abgerissen und der kleine Platz zwischen Residenz und Theatinerkirche somit nach Norden geöffnet. Ein völlig neuer Platz entstand: der Odeonsplatz.


    Hier einige Ansichten der Situation vor dem Abriss der Stadtmauer und der drei Häuser:


    In der Mitte der Bauerngirgl, dahinter die anderen beiden später abgerissenen Häuser, nochmal dahinter das Palais Preysing (mit Frontispiz), links angeschnitten die Residenz. rechts die Theatinerkirche (Aquarell von Joseph Puschkin von 1840):


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    (Wikipedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0, Autor: Richard Huber)


    Hier die Situation mit Stadtmauer und dem Schwabinger Tor (Gemälde von Joseph Carl Cogel 1814):


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    (Wikimedia Commons, Public Domain)


    Man sieht, die Theatinerkirche war zwischen Bauerngirgl und Stadtmauer ziemlich eingepfercht und hatte kaum Platz sich zu entfalten. Außerdem war sie noch grau angestrichen, die heute so selbstverständlich erscheinende Ockerfarbe kam erst gegen Mitte des 19. Jhs.


    Eine weitere ähnliche Ansicht von Carl August Lebschée (die dieser allerdings erst 1850, also aus der Erinnerung gemalt hat):


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    (Wikimedia Commons, Public Domain)


    Und schließlich eine Ansicht vom Platz aus in Richtung Norden nach Niederlegung des Schwabinger Tors samt Stadtmauer, gemalt von Domenico Quaglio 1822:


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    Links das sogenannte Chédeville-Schlösserl, in der Mitte etwas versteckt das sich im Bau befindliche Palais Leuchtenberg, rechts mit dem Giebel die alte Reitschule, daneben das Café Tambosi (welches auch nach Abriss der Reitschule und des Cafés im danach an gleicher Stelle neu gebauten Bazargebäude blieb).

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    Karl Kraus

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  • dahinter stören die Highlight Towers...

    Jahrelang ein und aus wurde das Hertie-Hochhaus kritisiert, weil es sich in die Blickachse der Leopoldstraße geschoben hat und deren Ansicht damit schwer beeinträchtigt hat. Schließlich hat man, man hat es fast nicht mehr glauben können, das Hochhaus erheblich reduziert, um die historische Ansicht der Ludwigstraße damit wiederherzustellen.


    Und dann dauert's ein paar Jahre, und plötzlich stehen diese Highlight Towers da. Hat man aus dem jahrzehntelangen Verdruss der Störung einer absolut hochrangigen Straßenansicht nichts gelernt?


    So war's damals:

    https://www.flickr.com/photos/pacific11/4666405393

    https://static1.abendzeitung-m…ld-flex_1vclrY_Ba0yKa.jpg

  • Schauen wir uns also den Odeonsplatz an.


    Zunächst der südliche Bereich zwischen Residenz und Theatinerkirche:


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    Ganz links - noch in der Residenzstraße - schräg zu sehen das barocke Palais Preysing (erbaut 1723–1728 durch Joseph Effner), dann die Feldherrnhalle, darauf in der einmündenden Theatinerstraße das nach völliger Kriegszerstörung rekonstruierte ehemalige Theatinerkloster (darüber die Türme der Frauenkirche), darauf die Theatinerkirche und schließlich das Haus Theatinerstraße 23, das heute zum anschließenden Haus Brienner Straße 1, dem Palais Moy gehört.


    Blick auf die Ostseite des Platzes:


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    Links der Eckpavillon des Festsaalbaus der Residenz (erbaut 1835-1842 von Klenze), anschließend die Renaissance-Fassade der maximilianischen Residenz (erbaut unter Maximilian I. kurz nach 1600) und dann die Feldherrnhalle.

    Der gesamte Festsaalbau wurde im 2. Weltkrieg bis auf die massiven Außenmauern zerstört und danach äußerlich originalgetreu wiederhergestellt; im zentralen und östlichen Bereich wurde dabei anstelle der ausgebrannten klassizistischen Innenräume (Thronsaal etc.) ein neuer Konzertsaal (der sogenannte neue Herkulessaal) eingebaut, im westlichen Teil hingegen die ursprünglich dort gelegenen Renaissance-Säle Kaisersaal und Vierschimmelsaal, die bereits um 1800 in klassizistische Wohnräume für König Max I. Joseph umgebaut worden waren und welchen Klenze lediglich eine neue Fassade vorgeblendet hatte, rekonstruiert. Die südlich anschließende Renaissance-Fassade wurde noch schwerer zerstört, so dass ein großer Teil der Mauer einstürzte; sie wurde danach ebenfalls rekonstruiert, incl. einiger Innenräume wie dem direkt hinter der Fassade liegenden Theatinergang. Die Feldherrnhalle kam am glimpflichsten davon, doch auch sie erlitt schwere Schäden, die aber allesamt behoben wurden.


    Nun ein paar Fotos der prächtigen Theatinerkirche. Sie wurde 1663-1690 nach Plänen von Agostino Barelli und Enrico Zuccalli errichtet, die lange Zeit unverputzt verbliebene Fassade allerdings erst rund 100 Jahre später (1765-68) von François de Cuvilliés hinzugefügt, der sich dabei recht deutlich an den ursprünglichen Fassadenplänen Zuccallis orientierte. Im 2. Weltkrieg erlitt auch die Theatinerkirche - wie könnte es anders sein - schwere Schäden, die Fassade und Kuppel hatten tiefe Risse, die gesamte bauliche Struktur blieb aber stehen. Die Verluste zeigten sich mehr in der Dekoration und Ausstattung, vor allem der Chorbereich wurde stark zerstört. Nach dem Krieg wurde die Kirche auch innen nahezu komplett wiederhergestellt, es fehlen eigentlich nur der Hauptaltar (durch einen kleineren Nebenaltar ersetzt) und das Hochaltarbild (ersetzt durch ein anderes Bild). Die Theatinerkirche ist eine der ersten großen Barockkirchen nördlich der Alpen, zusammen mit den Domen zu Salzburg und Passau. Die von italienischen Meistern angefertigten Stuckaturen in ihrem Inneren waren stilbildend für die später berühmt gewordene Wessobrunner Stuckateurschule.


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    Von der Residenz aus:


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    Von weiter nördlich, so dass die Kuppel sichtbar wird:


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    Das großartige Innere:


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    Karl Kraus

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  • Wir machen weiter an der Ostseite mit dem Hofgartentor:


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    Das Hofgartentor war Klenzes erster ausgeführter Bau in München und wurde 1816-18 errichtet; es zeigt Klenzes noch französisch-heiter beeinflußten Frühstil. Das Tor erlitt im Weltkrieg nur geringe Putzschäden.


    Ein Blick durch das Tor in den Hofgarten und auf die Fassade des Festsaalbaus:


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    Der Festsaalbau:


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    Früher war auf der Hofgartenstraße Autoverkehr, inzwischen ist hier Gott sei Dank Ruhe. Überhaupt ist der Hofgarten eine wunderbare Oase der Ruhe und einer der schönsten Orte Münchens - er hätte eine eigene Galerie verdient. Ich kann jedem nur empfehlen, sich an einem schönen Sonnentag hier auf eine der zahlreichen Bänke zu setzen und den Frieden zu genießen, es ist ein Paradies.


    Der Dianatempel (1614 errichtet) inmitten der Blumenbeete:


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    Die Theatinerkirche schaut über die Hofgartenmauer:


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    Das Hofgartentor von innen, hinten die Brienner Straße:


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    Wir gehen wieder aus dem Hofgarten heraus und schauen auf die gegenüberliegende Seite mit den sich nördlich an die Theatinerkirche anschließenden Häusern Theatinerstraße 23, Brienner Straße 1 (Palais Moy), der von Westen einmündenden Brienner Straße und den Häusern Odeonsplatz 1 & 2.


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    Die beiden Häuser Theatinerstraße 23 (links gleich anschließend an die Theatinerkirche) und Brienner Straße 1 (Palais Moy) bilden eine Einheit. Sie wurden von Klenze 1824/25 gebaut und greifen bewusst die Traufenhöhe und Fassadengliederung des südlich an die Theatinerkirche angrenzenden ehem. Theatinerklosters auf, so dass sich eine einfache aber würdige Rahmung der Theatinerkirche ergibt. Gleichzeitig wurde mit dieser Fortführung der Baulinie der Theatinerstraße die neue westliche Baulinie der Ludwigstraße bestimmt, genauso wie auf der Ostseite die neue Hofgartenfront die Baulinie der Residenz weitergeführt und somit die östliche Baulinie der Ludwigstraße festgesetzt hatte - auf diese Weise ergibt sich eine natürlich anmutende Breite der neuen Ludwigstraße, die organisch aus den sich vereinigenden Altstadtstraßen Theatinerstraße und Residenzstraße erwächst.

    Theatinerstraße 23 und Brienner Straße 1 wurden im Krieg erheblich zerstört, nach dem Krieg aber in Originalform wiederaufgebaut, das Palais Moy bekam dabei in Anlehnung an das linke Nachbarhaus ebenfalls runde Schaufensterarkaden (vorher waren normale Fenster drin). Leider ging im Krieg die ehedem prächtige, aus der Zeit des Historismus stammende Innenausstattung des Palais Moy verloren (im Bildindex finden sich einige Fotos des untergegangenen Interieurs).


    Ein kurzer Blick in die Briennerstraße mit ebenfalls klassizistischen Gebäuden (die Brienner Straße wäre ein weiterer lohnender Kandidat für eine ausführliche Galerie...):


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    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

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  • Nördlich der Einmündung der Brienner Straße schließen sich die Häuser Odeonsplatz 1 & 2 an, die ebenfalls eine bauliche Einheit bilden.


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    Das südliche (linke) Haus Nr. 1 steht ungefähr da, wo sich die vorgelagerte Eckbastion der Wallbefestigung des Schwabinger Tors befand, das nördliche Haus ungefähr im Bereich des ehemaligen Wallgrabens. Auf der bereits im 18. Jh. etwas eingeebneten und begrünten Bastion befand sich das schon oben auf dem Gemälde von Quaglio gezeigte Chédeville-Schlösserl, das dem Direktor der kurfürstlichen Gobelin-Manufaktur Joseph Chédeville gehörte. Dieses Haus musste natürlich dem Projekt Odeonsplatz/Ludwigstraße weichen und es war ein zäher Kampf zwischen der Witwe Chédevilles und Klenze, der den Aufkauf der der Ludwigstraße im Wege stehenden existierenden Häuser zu bewerkstelligen hatte (Monarchie hin oder her, es war eben keine Diktatur, in der die Leute einfach hätten enteignet werden können).

    Stilistisch entspricht dieser ab 1828 gebaute Häuserblock dem am Nordende des Odeonsplatzes stehenden Haus Ludwigstraße 1: Gurtgesimse zwischen den Etagen, rustiziertes Erdgeschoss und Ecken, zwei gleichwertige Hauptgeschosse, ein niedrigeres, pilastergegliedertes 3. Obergeschoß, Konsolgesims, abgewalmtes Dach. Im Vergleich zum südlich gelegenen Palais Moy besitzen diese Häuser jetzt vier Geschosse; sie sind als normale Wohnhäuser konzipiert, im Vergleich zu den daneben stehenden nobleren Palästen Odeon und Palais Leuchtenberg haben sie eine höhere Geschosszahl bei niedrigerer Traufhöhe.

    Das Haus Nr. 2 war um 1900 Sitz der bekannten Kunsthandlung Littauer, die als Vorbild für die fiktive Kunsthandlung "Blüthenzweig" in der Erzählung "Gladius Dei" von Thomas Mann diente.

    Im 2. Weltkrieg schwere Schäden, teilweise auch Zerstörung der Fassaden, danach vollkommene äußerliche Wiederherstellung.


    Der Innenhof von Haus Nr. 2 als Beispiel für eine meines Erachtens gelungene Nachkriegsgestaltung:


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    In schöner Altmünchner Tradition befindet sich an Haus Nr. 2 eine Hausmadonna:


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    Kommen wir nun zu den ersten Höhepunkten der Klenzeschen Neubauten: dem Odeon (Odeonsplatz Nr. 3) und dem Palais Leuchtenberg (Odeonsplatz Nr. 4).


    Wir betrachten zunächst das Palais Leuchtenberg, da es von beiden Palästen der zuerst gebaute war.


    Blick auf die Süd- und Ostfassade:


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    Südfassade mit Hauptportal:


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    Südportal:


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    Ostfassade:


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    Das nach dem 2. Weltkrieg nach Vorbild des Odeon-Ostportals neu eingefügte Ostportal:


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    West- und Südfassade:


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    Das Palais Leuchtenberg wurde für Eugène de Beauharnais, den Stiefsohn Napoleons, der mit Auguste Amalia, der Tochter des bayerischen Königs Max I. Joseph verheiratet war, von 1817-21 von Klenze erbaut. Eugène de Beauharnais war vorher Vizekönig von Napoleons Gnaden in Italien gewesen, musste dann fliehen und ging mit seiner Frau nach München, wo er von seinem Schwiegervater König Max I. Joseph den Titel Herzog von Leuchtenberg und Fürst von Eichstätt verliehen bekam. Dieses Palais wurde seine neue Heimat und war der erste von Klenze geplante Neubau am Komplex Odeonsplatz / Ludwigstraße. Es war nach der königlichen Residenz das am reichsten eingerichtete Palais in München und Mittelpunkt eines glänzenden Gesellschaftslebens; nur das später ebenfalls von Klenze errichtete Herzog-Max-Palais in der Ludwigstraße konnte sich mit ihm an Herrschaftlichkeit und Aufwand vergleichen. Seine Innenräume gehörten bis zur Zerstörung im 2. Weltkrieg zu den herausragendsten Leistungen des Münchner Klassizismus (in Schloss Ismaning, das Eugène ebenfalls kaufte und umgestaltete, haben sich einige sehenswerte Räume aus der klassizistischen Zeit erhalten, z.B. hier und hier).

    Nach dem frühen Tod Eugènes 1824 (sein Grab befindet sich in der Münchner Michaelskirche) blieb das Palais in Besitz Auguste Amalias und der neuen Familie Leuchtenberg, bevor es 1854 an den späteren Prinzregenten Luitpold verkauft wurde, dessen Familie (zuletzt Kronprinz Rupprecht) bis zur Flucht vor den Nazis Ende der 1930er Jahre darin wohnte.

    Im 2. Weltkrieg wurde das Palais bis auf die sehr massiven Außenmauern zerstört; durch undurchsichtige Nachlassverhältnisse erschwert kam es erst 1957 in den Besitz des bayerischen Staates, der dann beschloss, es zum neuen Sitz des Finanzministeriums zu machen. In den ganzen Jahren seit Kriegsende war das Palais nicht gesichert gewesen und somit Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert, dabei hatten sich zuerst durchaus einige wertvolle Teile der wandfesten Ausstattung erhalten. Als schließlich die Entscheidung für die Verwendung als Finanzministerium fiel, war die Bausubstanz dermaßen durchfeuchtet und verfallen, dass man sich entschied, die Ruine abzureißen und das Gebäude stattdessen zu rekonstruieren. An Originalsubstanz konnte nur der Säulenbalkon aus Kalkstein an der Südfassade übernommen werden. Man muss aus heutiger Sicht sehr mit diesen Versäumnissen hadern, denn bei zeitnaher Sicherung der Ruine hätte man durchaus noch vieles der wandfesten Ausstattung retten und sanieren können. So ist der Außenbau heute zwar eine perfekte Rekonstruktion, aber innen ist leider nichts mehr von der alten Pracht erhalten. Im Zuge der Rekonstruktion wurde dem Palais Leuchtenberg aus praktischen Gründen ein Ostportal hinzugefügt, das dieses nie gehabt hatte; dabei wurde jedoch in einfühlsamer Weise das Ostportal des ansonsten äußerlich identischen Odeons kopiert, so dass das Ergebnis als sehr natürlich und überzeugend gelten kann.


    Vom unzerstörten Inneren gibt es kaum Fotos; ich hab nur folgende zwei finden können:


    Speisesaal mit dem Alexanderfries von Thorvaldsen, das später im Foyer des neuen Herkulessaals im Festsaalbau der Residenz eine neue Heimat fand:


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    Tanzsaal:


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    Was die Außenarchitektur betrifft, so wird das Palais Leuchtenberg als eines der ersten und wichtigsten Beispiele der beginnenden Neorenaissance gewertet; die Fassade ist letztendlich eine Adaptation des Palazzo Farnese in Rom (erbaut ab 1514), wandelt diese kraftvolle und schwere Grundform des italienischen Cinquecento aber in eine etwas vornehmere, leichtere und man kann sagen "französisierte" Version um. Die Münchner Denkmaltopographie schreibt hierzu:


    "Kennzeichnend ist die dichte Textur der Gliederung unter Reduzierung der Flächen, die Zurücknahme des plastischen Volumens, die Durchsetzung mit der Antike direkt entlehntem, vor allem ornamentalen Formengut; auch der Oberflächencharakter des Putzbaues wirkt einer schweren Monumentalität entgegen. Feinfühlig wirkt die Abstufung der Gliederung nach oben hin, besonders festlich und elegant die Gestaltung der schlanken Fensterädikülen im Hauptgeschoss, deren mit heraldisch zu verstehenden Adlern besetzte Pilasterkapitelle als demonstratives Bekenntnis des Bauherrn zu seiner napoleonischen Herkunft gelten können. Durch die Erlesenheit der Binnengliederung, größere Geschosshöhe und entsprechend höhere Lage des Traufgesimses erheben sich Leuchtenberg-Palais und Odeon in hierarchischer Betonung über die beidseitig anschließende Wohnbebauung am Beginn der Ludwigstraße und bilden zugleich einen würdevollen Abschluss des dieser westlich anliegenden Rechteckplatzes.

    Der in diesem frühen Hauptbeispiel ausgebildete Klenzesche Palaststil hat nur eine geringe Nachfolge gefunden, abgesehen vom engeren Umfeld des Münchner Wohnbaues (so z.B. Pacellistraße 4) und im Königreich wirksamen Einflüssen (z.B. Nürnberg, Haus des Bankiers v. Kalb); zu nennen sind vor allem das Palais Castell in Mannheim (Umbau 1842) und das Kronprinzenpalais in Stuttgart (1844 ff. nach Vorbild des Herzog-Max-Palais Ludwigstraße 13). In London gelangte Sir Charles Barry mit dem Travellers' Club (1829-32) und dem Reform Club (1837-41) zu einer vergleichbaren Stufe der Renaissance-Rezeption; die Zukunft gehörte jedoch der immer voluminöseren, zu üppigem Aufwand gesteigerten Neurenaissance Semperscher Prägung, ausgehend etwa vom Dresdner Palais Oppenheim."

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

    2 Mal editiert, zuletzt von Leonhard ()

  • Nun zum südlich des Palais Leuchtenberg gelegenen Odeon (Odeonsplatz 3).


    Das Odeon wurde 1826-28 als öffentliches Konzerthaus gebaut, wobei Ludwig I. anordnete, dass die bauliche Gestalt eine Spiegelung des direkt nördlich gelegenen Palais Leuchtenberg sein sollte, was die Innenplanung für Klenze erheblich erschwerte - es waren etliche Verrenkungen nötig, um einen Konzertsaal dieser Größe (36 x 22 m bei 15 m Höhe) mit den erforderlichen Nebenräumen einbauen zu können, der Saal reichte dabei bis in den Dachstuhl hinauf.


    Nordfassade:


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    Nordportal:


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    Ostfassade zum Odeonsplatz:


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    Nord- und Westfassade zum Wittelsbacher Platz:


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    Die Denkmaltopographie schreibt bzgl. der Form und Wirkung des Konzertsaales:


    "Seine feierliche, antikisierende Formensprache mit zwei Kolonnaden übereinander und einer das Orchester aufnehmenden, mit den Büsten bedeutender Tondichter geschmückten Exedra gemahnte an erhabenste Bauaufgaben wie die griechische Tempelcella, die römische Basilika und die Apsis christlicher Kirchen. Durch das Bildprogramm der drei Deckengemälde von Cornelius-Schülern wurde der Saal zum Heiligtum Apollos und der Musen deklariert. Entsprechend apollinisch klar und hell, festlich und weihevoll war die Stimmung des Raumes. Im Odeonsaal fand im Zeitalter der musikalischen Spätklassik und Frühromantik eine zuvor nie dagewesene Wertschätzung der für geradezu heiligmäßig erachteten Tonkunst ihren adäquaten Ausdruck. An sakraler Raumwirkung vergleichbar war in dieser Epoche nur Schinkels unausgeführter Entwurf für die Berliner Singakademie in Form einer der hl. Cäcilia geweihten Kirche; formale Beziehungen bestanden zu Schinkels klassizistischem Konzertsaal im Berliner Schauspielhaus und zu Raumschemata des Architekturtheoretikers Durand."


    Hier ein Foto des Saals:


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    Der Saal hatte eine feste Bestuhlung von 845 Sitzplätzen, dazu kamen 300 Stehplätze, die höchste zugelassene Besucherzahl war 1445; dabei muss der Saal aber sehr überfüllt gewesen sein. Die Nischen auf der Bühne beherbergten Büsten der damals in den 1820er Jahren als am bedeutendsten angesehenen Komponisten: Beethoven, Mozart, Gluck, Händel, Haydn, Georg Joseph Vogler, Étienne-Nicolas Méhul, Weber, Cimarosa und Peter von Winter.

    J. S. Bach war nicht dabei, er wurde erst später von Mendelssohn wiederentdeckt...


    Das Odeon ist ein Frühbeispiel eines öffentlichen Konzerthauses; zuvor hatten Konzerte entweder im exklusiven höfischen Bereich (Hoftheater) oder in einfachen bürgerlichen Rahmen stattgefunden. Die Idee eines öffentlichen Konzerts mit allgemein verfügbaren Eintrittskarten war lange Zeit unbekannt, bei höfischen Veranstaltungen war selbstredend nur die Hofgesellschaft und hochstehende Gäste zugelassen. Der Bau eines öffentlichen Konzertsaals kann somit als Demokratisierung der Musik verstanden werden, was gemäß Ludwig I. vor allem der Bildung des Volkes dienen sollte. Das Münchner Odeon wurde lange vor den meisten anderen öffentlichen Konzerthäusern Mitteleuropas gebaut (der Musikverein Wien stammt von 1870, das Neue Gewandhaus Leipzig von 1884, das Concertgebouw Amsterdam von 1888), es kann also als eine der ideell wichtigsten Schöpfungen Ludwigs I. angesehen werden, vergleichbar mit seinen Pinakotheken und der Glyptothek. Das Odeon wurde auch für andere große Veranstaltungen wie Bälle, Vorträge und Feste verwendet, eine schöne Schilderung eines solchen Festes findet sich z.B. im "Grünen Heinrich" von Gottfried Keller. Später diente es auch als Musik-Konservatorium, siehe auch die Einleitung des schon erwähnten "Gladius Dei" von Thomas Mann ("München leuchtete...").

    Eine etwas ausführlichere Beschreibung des Odeons als Konzert- und Kulturstätte findet sich in folgendem sehr lesenswerten pdf: https://www.stmi.bayern.de/ass…ahre_klingendes_leben.pdf


    Im 2. Weltkrieg wurde es selbstredend bis auf die Außenmauern zerstört; danach entschloss sich die Staatsregierung, es als Ministerium des Inneren zu verwenden. Eine Wiederverwendung als Konzertsaal wurde leider schon damals wegen der Enge und der fehlenden Fluchtwege ausgeschlossen, auch wenn seitdem immer wieder Diskussionen darüber aufflammen, den Saal zu rekonstruieren (es wäre sicher die schönste Lösung für den geplanten neuen Münchner Konzertsaal...). Im Zuge des Umbaus in das Ministerium wurden die Reste des ehemaligen Konzertsaals in einen Innenhof umgewandelt, der 2007 dann noch mit einer Glas-Stahl-Konstruktion überdacht wurde. Die ehemals offenen Räume hinter den Kolonnaden im 1. Stock wurden dabei aber geschlossen und als Gänge benützt, die im Krieg zerstörten Kolonnaden im 2. Stock gar nicht wiederhergestellt, so dass der heutige Eindruck ein ganz anderer ist als vor der Zerstörung. Der heutige Hofplatz auf Erdgeschosshöhe war vor der Zerstörung übrigens eine Art "Parkplatz" für die Kutschen der feinen Herrschaften, welche hier geschützt vor Wind und Wetter im Trockenen aussteigen konnten, wobei die Kutschen vom Odeonsplatz herein- und danach auf der anderen Seite auf den Wittelsbacher Platz wieder hinausfahren konnten.


    Hier ein paar Fotos des heutigen Innenhofes:


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    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

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  • Nun einige Fotos des ganzen Ensembles. Gerade der kleine Platz zwischen Odeon und Palais Leuchtenberg ist sehr reizvoll:


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    Links das Odeon, rechts das Palais Leuchtenberg, in der Mitte die Ostfassade des Palais Ludwig Ferdinand. Dieses Palais wurde 1825/26 ebenfalls von Klenze erbaut, war danach 25 Jahre Klenzes Wohnhaus und gelangte 1878 in den Besitz der Prinzen Alfons und Ludwig Ferdinand von Bayern. Heute ist es der Hauptsitz von Siemens. Es gehört aber bereits zum Wittelsbacher Platz, weswegen wir hier auf eine genauere Betrachtung verzichten.


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    Der Blick in die entgegengesetzte Richtung mit dem Bazargebäude im Hintergrund, zu dem wir anschließend kommen werden:


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    Odeon und Palais Leuchtenberg vom Odeonsplatz:


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    Die Nordwestecke des Odeonsplatzes, im Vordergrund das Reiterstandbild von Ludwig I. von 1862:


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    Das Gebäude in der Bildmitte, rechts anschließend an das Palais Leuchtenberg, ist das Doppelhaus Odeonsplatz 5 / Ludwigstraße 1, das 1817/18 nach Plänen von Klenze gebaut wurde und heute Teil des Finanzministeriums ist. Ganz rechts das Landwirtschaftsministerium (Ludwigstraße 2).


    Die ganze Westseite:


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    Blick zurück zur Theatinerkirche:


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  • Blick nach Süden zur Residenz, links angeschnitten der Bazar:


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    Blick von der Südwestecke nach Nordosten, rechts der Bazar:


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    Der Bazar ist mit 144m ein sehr langes Gebäude, er ist in sage und schreibe 13 Hausnummern unterteilt (6-18). Zunächst eine Schrägansicht von Süden (rechts):


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    Weitere Ansichten von Süden nach Norden:


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    Nordpavillon (Odeonsplatz 6):


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    Der 1825-26 von Klenze errichtete Bazar war und ist bis heute ein großes Gebäude mit vielen Einzelgeschäften, "ein kommerziellen und gastronomischen Zwecken gewidmeter Spekulationsbau" wie die Denkmaltopographie schreibt, "bezeichnenderweise der einzige seiner Art in der Großanlage Odeonsplatz / Ludwigstraße". Solche Aneinanderreihungen von vielen Läden bzw. solche Kaufhallen waren damals in Mode, in Deutschland gab es so etwas u.a. in Berlin, Dresden, Stuttgart aber auch in Augsburg (auf der Barfüßerbrücke 1825/28), die ursprünglichen Vorbilder kamen aber aus Paris und London.

    Das wie bereits gesagt sehr lange und überwiegend niedrige Gebäude wird durch einen höheren Mittelrisalit und ebenfalls höhere Eckpavillons im Süden und Norden gegliedert; mit diesen leichten Unregelmäßigkeiten leitet es feinfühlig von der kleinteiligen und heterogenen Altstadt über zu den großen und massiven Baublöcken der Ludwigstraße.

    im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude wie üblich bis auf die Außenmauern zerstört, so dass von den originalen Innenräumen nichts übrig geblieben ist. Die Nazis hätten übrigens eh vorgehabt, den gesamten Bau abzureißen und durch ein in den Hofgarten hineinragendes Neues Odeon zu ersetzen...


    Noch ein Blick in die am Nordende des Bazars einmündende Galeriestraße:


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  • An der Stelle des Bazars stand vorher das alte Turnierhaus, auch Reithalle genannt, wir haben es bereits auf dem Gemälde Quaglios gesehen. Es war ein vom Hofbaumeister Marx Schinnagl 1660/61 errichteter Mehrzweckbau, der außer zu Ritterspielen auch als Ball- und Komödienhaus diente und in dem regelmäßig glänzende Feste des kurfürstlichen Hofes stattfanden. Der Saal soll eine Länge von ca. 105 x 23 m und eine Kapazität von annähernd 10000 Zuschauern gehabt haben (laut Lorenz Westenrieder) und sehr festlich ausgestattet gewesen sein. Seine äußere Form mit dem weit herausragenden mittleren Anbau und dem mächtigen Steildach war aber natürlich nicht kompatibel mit den klassizistischen Vorstellungen Ludwigs I. und Klenzes, so dass dieser zeremoniell und geschichtlich durchaus bedeutende Bau dem neuen Bazargebäude weichen musste.

    Hier eine Seitenansicht des Turnierhauses von Domenico Quaglio aus dem Jahr 1821, kurz bevor es abgerissen wurde; rechts daneben in dem herzigen Mansarddach-Häuserl das Kaffeehaus Tambosi (ein Bau von 1774):


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    (Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0)


    Zum Café Tambosi möchte ich auch noch einige Worte verlieren, schließlich ist (bzw. war...) es eine Münchner Institution. 1774 hatte der Venezianer Giovanni Pietro Sardi die Konzession zum Betrieb eines Kaffeehauses bekommen und eröffnete daraufhin ein Kaffeehaus am Hofgarten neben dem Turnierhaus. 1810 übernahm Luigi Tambosi aus Trient das Kaffeehaus und gab ihm seinen Namen. Sein Café führte er auch im neuen Bazargebäude fort, wo es schnell zum beliebten Treffpunkt der gehobenen Münchner Gesellschaft wurde; viele Künstler und Adlige gingen hier ein und aus. Bis 1871 blieb es unter seinem Namen bestehen, bevor es mehrmals Besitzer und Namen wechselte und immer mehr an Niveau und Ansehen verlor. 1921 übernahmen August und Anna Annast aus Salzburg das Café und hauchten ihm neues Leben ein, bis 1965 trug es den Namen Café Annast. Seit 1997 trägt es wieder den Namen Tambosi und wurde von den neuen Besitzern wieder im Geiste des alten Café Tambosi hergerichtet; u.a. wurden einige klassizistische Wandmalereien rekonstruiert und die Atmosphäre eines italienischen Cafés kreiert. Leider mussten die Besitzer das Café vor einigen Jahren aufgrund einer exorbitanten Mieterhöhung aufgeben und so wurde es von einem anderen Betreiber übernommen, der die Inneneinrichtung komplett veränderte und aus dem gemütlichen, altmodischen Café eine moderne, aalglatte und sehr teure Bar machte, der man zwar eine gewisse Eleganz nicht absprechen kann, die man so oder ähnlich aber in jeder Metropole findet und die mit dem Odeonsplatz und der Geschichte des Cafés gar nichts mehr zu tun hat... ein herber Verlust. Sich in das Café Tambosi zu setzen, einen guten Espresso zu trinken und dabei Zeitung zu lesen oder einfach nur die Leute zu beobachten, war früher eine der schönsten und münchnerischsten Dinge, die man sich vorstellen konnte. Vorbei...

    Ich hab am letzten Tag vor der Schließung des Café Tambosi noch ein paar (schlechte) Fotos gemacht, um noch eine kleine Erinnerung zu haben, voilà:


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    Zum Abschluss der Präsentation des Odeonsplatzes noch einige Ansichten vom Nordende desselben zurück nach Süden:


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    Ist das nicht wunderschön? Dieser Ort strahlt für mich eine ganz eigene, heiter-festliche Magie aus, hier geht der südliche Himmel auf.


    Ab hier beginnt die eigentliche Ludwigstraße, der wir uns jetzt zuwenden.

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  • Während der Odeonsplatz nach den massiven Zerstörungen des 2. Weltkriegs zu (nahezu) 100% in originaler Form wiederhergestellt wurde und somit dem ursprünglichen Bild des 19. Jhs vollkommen entspricht, sieht es diesbezüglich in der hier beginnenden eigentlichen Ludwigstraße leider etwas anders aus - sowohl in der Nazi- als auch in der Nachkriegszeit musste gerade der südliche Abschnitt der Ludwigstraße einige schwerwiegende Verluste hinnehmen.


    Wir beginnen mit der Westseite und einer Übersicht der Häuser Nr. 1 - 11:


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    Die ganze Häuserzeile wurde von Klenze entworfen. Die Fassaden folgen alle einem ähnlichen Schema, nämlich dem des italienischen Stadthauses der Hochrenaissance, wie es in Florenz und Rom zu finden ist und wie wir es bereits am Beispiel der Häuser Odeonsplatz 1 & 2 genauer betrachtet haben. Im Vergleich zu Florenz und Rom sind die Dimensionen allerdings um einiges reduziert und die Fenster im Vergleich zur Wandfläche vergrößert, was den klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa und den hieraus resultierenden Wohngewohnheiten geschuldet ist. Die beträchtlichen Schwierigkeiten, für die neuen Häuser an der Ludwigstraße Käufer zu finden, die in solchen italienischen Palazzi, wie Ludwig I. sie sich vorstellte, wohnen wollten, führte zu der berühmten Aussage Klenzes: „München ist nicht Rom und Herr Mayer, für den das Haus errichtet wird, kein Farnese oder Pitti.“ Weiter: „Die Armut der Münchner Bauherren und das nordische Bedürfnis, der wenigen Sonne und Licht Eingang zu verschaffen und die Räume im Winter heizen zu können, sind ebenso viele Hindernisse gegen den Reiz italienischer Fassaden.“ Ludwig I. waren solche Einwände ziemlich egal, ihm war der Schein wichtiger als die sinnvolle Funktion. Erst als er im Verlauf der weiteren Projektierung der Ludwigstraße immer größere und monumentalere Bauten wünschte und u.a. aus diesem Grund den Architekten wechselte (von Klenze zu Gärtner), entschloss er sich, nur noch staatliche oder kirchliche Institutionen an der Ludwigstraße anzusiedeln. Der südliche Abschnitt aber sollte Wohnzwecken vorbehalten sein.

    Wie wir bereits festgestellt haben, sehen diese Häuser äußerlich sehr ähnlich aus, Unterschiede ergeben sich im Sinne einer natürlich wirkenden Abwechslung aber in der immer leicht variierenden Traufenhöhe, dem Grad der Rustizierung sowie den Fensterformen (rechteckig oder Rundbogen). In unregelmäßigen Abständen fügte Klenze zudem Säulenportale ein, die aber in diesem südlichen Abschnitt der Ludwigstraße leider nicht mehr existieren, wie wir noch sehen werden.


    Sehen wir uns nun die Häuser genauer an.


    Häuser Nr. 1, 3 & 5:


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    Häuser Nr. 1 & 3:


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    Das Haus Nr. 1 (links) war das Wohnhaus von Franz von Kobell, dem Vater des gleichnamigen bekannten Mineralogen und Dichters, dem Autor u.a. der Gschicht vom Brandner Kaspar. Das 1817/18 errichtete Haus wurde im Krieg nur gering beschädigt, es blieb weitgehend benutzbar.

    Haus Nr. 3 war das Wohnhaus des klassizistischen Architekten Jean Baptiste Métivier; es wurde 1824/25 gebaut (übrigens auch nach Plänen von Klenze, was interessant ist, weil Métivier ja selbst Architekt war). Im Krieg brannte es völlig aus und wurde nachher im Zuge der Neunutzung als Teil des neuen Finanzministeriums (zusammen mit Odeonsplatz 4 & 5 und Ludwigstraße 1 & 5) umgebaut. Dabei wurde leider der alte Säulenbalkon, welcher die Bombardierungen überstanden hatte, entfernt und der neue Eingang eine Achse weiter nach rechts verlegt... die Fassade wurde somit ihres auffälligsten Elementes und ihrer Symmetrie beraubt.

    Hier ein Foto der beiden Häuser Nr. 1 & 3 von 1910; Nr. 3 mit Säulenbalkon:

    https://stadtarchiv.muenchen.d…D=477796&DEID=10&SQNZNR=1

    (Ich bette das Foto hier nicht ein, weil es vom Stadtarchiv München nicht als gemeinfrei bezeichnet ist und die Veröffentlichung einer Genehmigung bedarf.)



    Häuser 3 & 5:


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    Haus Nr. 5 wurde ab 1821 für den Schneidermeister Gampenrieder errichtet (Herr Mayer ist kein Farnese...). Im Krieg brannte es ebenso wie das Nachbarhaus Nr. 3 aus und wurde danach für das Finanzministerium wiederhergerichtet, wobei leider auch hier ein Element beseitigt wurde: der mit schmiedeeisernem Geländer versehene Balkon im 2. Stock.


    Hier ein Foto von ca. 1910:


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    (Stadtarchiv München; Creative-Commons-Lizenz CC BY-ND 4.0)


    Häuser Nr. 5 - 9:


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    Haus Nr. 7 (Mitte) ist im Gegensatz zu den Nachbarhäusern vollständig rustiziert; es wurde wie das anschließende Haus Nr. 9 (rechts) für den Cafétier Schröfl gebaut; Haus Nr. 7 im Jahr 1823, Haus Nr. 9 im Jahr 1818. Beide Häuser brannten im Krieg komplett aus, die Fassaden blieben jedoch erhalten.


    Häuser Nr. 5 - 11:


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    Häuser Nr. 9 & 11:


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    Nr. 11:


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    Das 1829/30 errichtete Haus Nr. 11, Eckhaus zum Oskar-von-Miller-Ring, ist ein interessanter Fall: ursprünglich bestand es aus 7 Fensterachsen, also zwei Achsen weniger als heute, und es war auch kein Eckhaus, sondern hatte noch einen nördlichen Nachbarn. Die Situation vor dem 2. Weltkrieg sah so aus (Foto von 1926):


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    (Stadtarchiv München, Creative-Commons-Lizenz CC BY-ND 4.0)


    Das Haus rechts von der Laterne ist das heutige Haus Nr. 11 (damals Nr. 6), das rechts anschließende Haus mit dem Säulenbalkon die damalige Nummer 7. Dieses Haus Nr. 7 wurde nun nach dem Krieg abgerissen, obwohl die Fassade die Bombardierungen überstanden hatte! Wie kam das?

    Nun, die Geschichte beginnt in der Nazizeit: die Nazis wollten zwischen Königsplatz (dem Sitz vieler NSDAP-Behörden, u.a. dem Führerbau) und Flughafen Riem (im Osten der Stadt) eine direkte Verbindung in Form einer breiten, repräsentativen Achse. Im östlichen Teil sollte die bestehende Prinzregentenstraße genützt werden, im Westen war die gewünschte Anbindung an den Königsplatz hingegen schwieriger: die Verlängerung der Prinzregentenstraße nach Westen war die schmale Von-der-Tann-Straße, die die Ludwigstraße kreuzte; auch westwärts der Von-der-Tann-Straße war die Anbindung an die breitere Gabelsbergerstraße schmal und verwinkelt (Lotzbeckstraße / Amalienstraße). So entschieden die Nazis, die Von-der-Tann-Straße zu verbreitern und rissen hierzu 1937 die gesamte ursprüngliche Klenzesche Häuserzeile auf der Ostseite südlich der Von-der-Tann-Straße ab (Ludwigstraße 28-31 in der damaligen Nummerierung) und ersetzten sie durch den riesigen Neubau des neuen Zentralministeriums (Ludwigstraße 2, heute Landwirtschaftsministerium, Näheres dazu später). Die Idee eines neuen Zentralministeriums bestehend aus Staatskanzlei, Finanz- und Innenministerium bestand übrigens schon seit den 20er Jahren, wurde aber erst unter den Nazis in Angriff genommen.

    Somit war die Von-der-Tann-Straße östlich der Ludwigstraße schon einmal verbreitert, der Teil westlich der Ludwigstraße sollte folgen. Doch dann kam der Krieg und das Vorhaben konnte nicht mehr weiterverfolgt werden. Nach dem Krieg wurde das Projekt aber wiederaufgenommen; dieses Mal zwar natürlich nicht mehr, um den Königsplatz an den Flughafen anzubinden, sondern um den neuen Altstadtring zu bauen, der die Ludwigstraße kreuzen sollte. Und so wurde beschlossen, die erhaltene Fassade des Eckhauses Ludwigstraße 7 abzureißen, um nach Westen hin eine breite Autoschneise bauen zu können - den heutigen Oskar-von-Miller-Ring (1953-56 durchgeführt). Auf diesem Wege wurde das ganze kleinteilige Stadtviertel südlich der Amalienstraße der riesigen neuen Verkehrsschneise des Altstadtrings geopfert, bis hin zur Briennerstraße, deren Nordzeile unmittelbar westlich des heute noch bestehenden Palais Almeida ursprünglich eine geschlossene Bebauung besaß und die nun ebenfalls von einer Autoschneise durchbrochen wurde. Eine Kulturbarbarei ungeheuren Ausmaßes, wie sie leider in jenen Jahren oft vorkam.

    Da nach dem Abriss von Haus Nr. 7 die bestehende Fassade des linken Nachbarhauses Nr. 6 (heute Nr. 11) aber nicht breit genug war, um die neue südliche Baulinie des Oskar-von-Miller-Rings zu erreichen, verlängerte man sie kurzerhand um zwei weitere Achsen nach Norden, womit man nun auch diese Fassade schwer beeinträchtigte, da man sie hiermit ihrer Symmetrie beraubte. Die Klenzesche Fassadengestaltung setzte man außerdem auch auf der neuen Nordseite zum Oskar-von-Miller-Ring fort. Aus heutiger Sicht kann man aber vielleicht immerhin anerkennen, dass diese Verlängerung mithilfe einer Kopie der Fassadengestaltung geschehen ist und nicht mit einer bewusst kontrastierenden modernen Gestaltung, wie man es heute machen würde...


    Hier zwei weitere Fotos des abgerissenen Hauses Ludwigstraße 7:

    https://stadtarchiv.muenchen.d…D=478985&DEID=10&SQNZNR=1

    https://stadtarchiv.muenchen.d…D=478984&DEID=10&SQNZNR=1


    Abschließend lässt sich zu dieser Häuserzeile an der südlichen Westseite sagen, dass obgleich sie für unsere heutigen Augen vielleicht nicht so sensationell erscheinen mag, sie doch in der Entwicklungsgeschichte des modernen kommerziellen Wohnungsbaus durchaus einen wichtigen Platz einnimmt: die durchgehend aus den späten 1810er / 1820er Jahren stammenden Mehrparteienhäuser nehmen in mancherlei Hinsicht die späteren gründerzeitlichen Zinshäuser voraus, vor allem in der im Vergleich zu den großen Adelspalästen vermehrten Geschosszahl und verringerten Geschosshöhe bei gleichzeitiger bewusst repräsentativer Außengestaltung unter Zitaten von traditioneller Palastarchitektur.

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    Karl Kraus

  • Betrachten wir nun die gegenüberliegende Ostseite.

    Wie im vorherigen Beitrag bereits beschrieben wurde 1937 die gesamte ursprüngliche Häuserzeile zwischen der nördlich des Bazars einmündenden Galeriestraße und der nochmal weiter nördlich liegenden Von-der-Tann-Straße abgerissen und durch das neue Zentralministerium ersetzt. Zur ganzen ursprünglichen Häuserzeile gibt es kaum Fotos, ich habe nur zwei Schrägansichten finden können. Die erste:


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    Ganz links angeschnitten der Haslauer-Block (heute Nr. 6–10), dann die einmündende Von-der-Tann-Straße (so schmal war sie damals!), darauf die Häuser Nr. 28 - 31 (alte Numerierung). Das unmittelbar rechts nach der Einmündung der Von-der-Tann-Straße stehende große Haus war im Vergleich zu den benachbarten Häusern schon ein Neubau, der 1900/01 im Auftrag der Preußischen Reichsbank, der Eigentümerin des Gebäudes, anstelle des ursprünglichen Klenzeschen Eckbaus errichtet worden war. Hier eine Frontalansicht des Hauses:


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    (Stadtarchiv München, Creative-Commons-Lizenz CC BY-ND 4.0)


    Dieses Gebäude war im Vergleich zu den Nachbarhäusern nochmals monumentalisiert und entsprach in seinem größeren Dekorationsaufwand und seiner wuchtig-plastischeren Gesamterscheinung dem historistischen Geschmack der Gründerzeit bzw. der Jahrhundertwende; die Gebäude von Klenze aus den 1820er Jahren waren im Vergleich hierzu etwas zurückgenommener und stilisierter, Klenzes Geschmack war eben noch mehr vom französischen Klassizismus geprägt.


    Hier eine interessante Seitenansicht aus der Von-der-Tann-Straße, links die Häuser Von-der-Tann-Straße 26 (angeschnitten) & 27, dann die Reichsbank, anschließend die Ludwigstraße, ganz im Hintergrund die schräg verlaufende Fürstenstraße:


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    (Stadtarchiv München, Creative-Commons-Lizenz CC BY-ND 4.0; im Stadtarchiv ist dieses Foto fälschlicherweise spiegelverkehrt gespeichert)


    Die zweite Schrägansicht der ganzen Häuserzeile findet sich auf einer Aufnahme einer Prozession (Fronleichnamsprozession?), ganz rechts der Bazar, anschließend nördlich die Häuser Nr. 31 - 28; das Besondere an diesem Foto ist außerdem, dass es noch den Klenzeschen Vorgängerbau von Haus Nr. 28 zeigt:

    https://www.bildindex.de/docum…20096334/fm120349/?part=0


    Hier eine Frontalansicht des Vorgängerbaus Nr. 28:


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    Nach Abriss der Häuserzeile 1937 wurde an gleicher Stelle im darauffolgenden Jahr 1938 das neue Zentralministerium gebaut (heute Bayer. Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forst). Es wurde im Krieg bereits 1943 schwer getroffen und anschließend wiederhergestellt; auch 1944 erlitt es noch schwere Schäden, die aber allesamt behoben wurden. Die Pläne zu diesem Gebäude stammten von Ministerialrat Fritz Gablonsky, der sich u.a. große Verdienste um die Rettung des alten Cuvilliés-Theaters gemacht hat (siehe das hochinteressante Buch "Bewahren und Forschen" von Hermann Neumann) und auch an anderer Stelle versucht hat, wertvolles bauliches Erbe vor den Abrissplänen der Nazis zu bewahren. Das Zentralministerium passt sich zwar stilistisch ein wenig in die baulichen Gepflogenheiten der Ludwigstraße ein (im Gegensatz zu anderen Nazibauten wie dem Führerbau an der Arcisstraße oder dem Haus der Kunst an der Prinzregentenstraße), ist aber an diesem Punkt der Ludwigstraße, die im Gegensatz zur nördlichen Ludwigstraße noch mehr von kleinteiliger Bebauung geprägt ist (siehe gegenüberliegende Häuserzeile Nr. 1 - 11), ein völlig unpassender, glatter und hyper-monumentaler Klotz, der das Gefüge und Crescendo der beginnenden Ludwigstraße ziemlich durcheinander bringt. Das Gebäude ist 86m lang und 69m breit.


    Hier einige Fotos:


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    Die Südfassade an der Galeriestraße, die, mit Säulenbalkon versehen, als spätere Hauptfassade hätte dienen sollen, nachdem das bereits weiter oben erwähnte "Neue Odeon" der Nazis anstelle des Bazars gebaut worden wäre:


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    (Bei aller Kritik an diesem Bau sei die Bemerkung erlaubt, dass die neue Ostfassade des Berliner Schlosses von Stella noch viel glatter und unpersönlicher aussieht und man in Berlin heute vielleicht froh sein könnte, wenn die Ostfassade des Schlosses wenigstens so wie dieses Ministerium aussehen würde - so weit ist das Niveau also schon gesunken...)


    Noch ein Blick in den südlichen Innenhof, der recht freundlich erscheint:


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    Zum Abschluss der Betrachtung dieses ersten südlichen Abschnitts der Ludwigstraße noch ein Blick zurück nach Süden, bei dem man sieht, wie wuchtig das Zentralministerium im Vergleich zum Rest wirkt:


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    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

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  • Sehen wir uns nun die Verkehrsschneise des Altstadtrings an, die nördlich der soeben gezeigten Häuser die Ludwigstraße durchschneidet. Wir beginnen mit der verbreiterten Von-der-Tann-Straße im Osten der Ludwigstraße:


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    Rechts das Landwirtschaftsministerium, links der sogenannte Haslauer-Block, daran in der Mitte anschließend das Haus Von-der-Tann-Straße Nr. 2 (ehem. Schönfeldschule). Dieser Einschnitt in die Ludwigstraße erscheint noch relativ erträglich, vor allem, weil die Fassaden ein sehr repräsentatives Aussehen besitzen; wir werden diese Seite nachher noch genauer betrachten.

    Die gegenüberliegende Seite des Oskar-von-Miller-Rings (Westen) hingegen wirkt wie ein riesiges Loch, das auch noch von völlig unpassender Nachkriegsbebauung gesäumt wird:


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    Links das bereits oben vorgestellte Haus Ludwigstraße 7, im Hintergrund die beim Wiederaufbau dem Zeitgeschmack der 50er Jahre angepasste und stark vereinfachte, ursprünglich neugotische, evangelische Markuskirche, rechts die Landeszentralbank.

    Ein Blick von weiter südlich mit der ganzen Landeszentralbank und den links anschließenden Häusern:


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    Dies ist sicher die größte städtebauliche Wunde der Ludwigstraße, die ansonsten saalartig geschlossene Bebauung der Ludwigstraße ist hier empfindlich weit aufgerissen und - im Falle des Oskar-von-Miller-Rings - mit völlig unwürdiger Bebauung versehen.


    Ein Blick von weiter südlich, bei dem der Einschnitt weniger ersichtlich ist:


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    Sehen wir uns nun die bessere Ostseite, d.h. die Von-der-Tann-Straße an.

    Hier noch einmal der Haslauer-Block und das Haus Von-der-Tann-Straße 2:


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    Wir gehen in die Von-der-Tann-Straße hinein und betrachten das Haus Nr. 2 aus der Nähe:


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    Dieses Haus entstand 1827-29 nach Plänen von Baurat Johann Himbsel, der sich hierbei eng an den kurz vorher von Klenze errichteten florentinisch-renaissancemäßigen Haslauer-Block anlehnte. Das Gebäude diente lange Zeit als Schule für die hier angrenzende Schönfeldvorstadt und gelangte später in den Besitz der Bayerischen Handelsbank, die den im 2. Weltkrieg völlig ausgebrannten Bau wiederherstellte und für ihre Zwecke adaptierte. Zusammen mit dem Haslauer-Block bildet es ein frühes Beispiel für die beginnende Neorenaissance.

    Die gegenüberliegende Südseite der Von-der-Tann-Straße wird von der langgestreckten Nordfassade des Landwirtschaftsministeriums begrenzt, von der ich leider kein Bild gemacht habe; sie sieht aber genauso wie die Westfassade aus. Östlich anschließend an die Nordfassade des Landwirtschaftsministeriums befindet sich der von Bäumen bestandene Finanzgarten, nochmal östlich daran angrenzend das Prinz-Carl-Palais an der beginnenden Prinzregentenstraße, welches aber bereits außerhalb unserer Betrachtung liegt.


    Sehen wir uns nun den Haslauer-Block an (Ludwigstraße 6, 8 & 10). Das große, palastartige Gebäude (66m Länge, entstanden 1826-28) ist wahrscheinlich das Werk, in dem Klenze am meisten den Vorstellungen Ludwigs I. entgegengekommen ist: eine Vereinigung dreier Häuser zu einer einheitlichen, monumentalen, an das florentinische Quattrocento angelehnten Fassade. Das Ergebnis ist sehr wuchtig, dabei aber immer noch viel feiner und gegliederter als beim zuvor betrachteten neo-neoklassizistischen Landwirtschaftsministerium.

    Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude so stark zerstört, dass die Ruine nicht mehr zu verwenden war; der Architekt Erwin Schleich rekonstruierte es daher komplett in den 1960er Jahren. Er entwarf dabei eine für moderne Nutzungen geeignete Innenaufteilung: während die Außenfassaden nur 3 1/2 Geschosse mit riesigen Geschosshöhen besitzen, sind die dahinter liegenden Neubaubereiche in 7 Etagen, also das Doppelte, unterteilt. Schleich hat dem Haslauer-Block dabei zwei sehr geschmackvolle Innenhöfe spendiert, die sehr gut zum Stil des Gebäudes passen.


    Hier die Frontalansicht der Fassade von der Ludwigstraße aus:


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  • Der südliche Innenhof des Haslauer-Blocks:


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    Nördlicher Innenhof:


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    Blick von der nördlich gelegenen Schönfeldstraße in den Durchgang zum nördlichen Innenhof:


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    Ausschnitt aus der Nordfassade des Haslauer-Blocks von der Schönfeldstraße aus gesehen, die archaisch-klassische Wucht der Fassade wirkt dabei schon beeindruckend:


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    Blick von der Ludwigstraße Richtung Norden mit der Westfassade des Haslauer-Blocks:


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    Blick aus der Mitte der Kreuzung in Richtung Norden, links das Gebäude der Landeszentralbank (dem wir uns anschließend widmen werden), am Horizont das Siegestor, rechts daneben die Ludwigskirche:


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    Karl Kraus

  • Atemberaubend! Auch wenn ich die Ludwigstraße schon fast mein ganzes Leben lang kenne, so ist es immer wieder faszinierend, sie anzusehen. Der Haslauer-Block ist natürlich auch erstklassig :anbeten: .

  • Das Monotone ist das Monumentale, das Ludwig eben wollte; die Vorbilder sind im florentinischen und römischen Palastbau zu finden. Warst Du mal in Rom oder Florenz und hast Dir die dortigen Renaissancepaläste angesehen? Das sind auch oft unglaublich monumentale Brocken: Palazzo Strozzi, Palazzo Medici, Palazzo Farnese oder Palazzo della Cancelleria, um nur ein paar zu nennen (die übrigens auf den verlinkten Fotos wesentlich kleiner erscheinen, als sie in echt sind - das sind riesige Steinberge!). Ich kann verstehen, dass das auf den ersten Blick alles ziemlich abweisend aussieht und nichts mit der mitteleuropäisch-malerischen Vorstellung eines schönen Hauses zu tun hat; die große Ansammlung solcher Gebäude in der Ludwigstraße steigert diesen Effekt außerdem. Aber das war genau, was Ludwig mit der Ludwigstraße erreichen wollte: eine riesige steinerne Via triumphalis. Der Reiz der Ludwigstraße liegt dabei im Gesamteindruck des Durchschreitens, nicht so sehr in der Betrachtung einzelner Gebäude, und unter diesem Aspekt ist sie schon großartig. Mit dieser Bemerkung hab ich zwar meiner Schlussbetrachtung schon etwas vorausgegriffen, aber diese liegt eh noch in weiter Ferne...

    Man muss aber zugeben, dass die paar Gebäude aus der Nazizeit wirklich blutleere Klötze sind und die Ludwigstraße empfindlich stören - die Landeszentralbank, der wir uns als nächstes widmen, ist auch so ein Fall.

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  • Noch eine Bemerkung: wir sind heutzutage, was großformatige klassische Architektur betrifft, natürlich stark von der Gründerzeitarchitektur und ihrem Reichtum an Dekoration geprägt und empfinden solche Gebäude wie in der Ludwigstraße deswegen vielleicht als herb und monoton; man darf aber nicht vergessen, dass der Klassizismus eben eine Gegenreaktion auf die überbordende, zügellose Fantasie des Barock war und man versuchte, das Ganze wieder regelmäßiger, schlichter, ernsthafter und "edler" zu machen - das berühmte Diktum von der "edlen Simplizität". Ludwig I. war unglaublich von Italien und der dortigen Renaissance angezogen, eine Ästhetik, die er seinem Volk nahebringen wollte. Als Münchner ist man seitdem diese blockhafte italienische Architektur gewöhnt, man wächst sozusagen damit auf.

    Ich finde aber Gebäude wie das Odeon und das Palais Leuchtenberg einfach klassisch ausgewogen und schön, sie haben alles was sie brauchen und nichts, was überflüssig wäre - die perfekte, zeitlose und somit "klassische" Symbiose aus tektonischer Form und gestalterischem Inhalt. Gebäude wie der Haslauer-Block sind viel derber, aber eben auch kraftvoller und wuchtiger, es ist schon ein Ereignis, davor zu stehen.

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    Karl Kraus

  • die große Ansammlung solcher Gebäude in der Ludwigstraße steigert diesen Effekt außerdem.

    Ja genau, das ist es, diese lineare Anordnung nur solcher Gebäude. Aber ich will Dich nicht unterbrechen in der Beschreibung dieser sehr speziellen Bauform, zumal ich sehr gespannt darauf bin, warum das so gebaut wurde, und Du zu Münchner Bauten sehr gut Bescheid weißt.