Farchant (Galerie)

  • Mal wieder ein paar Bilder aus dem oberbayerischen Alpenraum, dieses Mal aus dem im Loisachtal nördlich von Garmisch-Partenkirchen gelegenen Ort Farchant. Dort war ich letztes Jahr zum ersten Mal ein wenig, nachdem man über 40 Jahre durch bzw. daran vorbeigefahren ist.


    Zum Ort gibt es im zugehörigen Wikipedia-Baudenkmäler-Artikel eine tolle Übersicht der Häuser, wie man sie sich generell auch zu manch anderem Ort wünschen würde:

    Karte historisches Farchant - Liste der Baudenkmäler in Farchant – Wikipedia


    Blick auf Farchant (Blickrichtung Westen):

    Farchant-1 - Liste der Baudenkmäler in Farchant – Wikipedia



    Insgesamt hätte ich mir doch ein wenig mehr von Farchant erwartet, insbesondere ein wenig mehr ältere und ursprünglichere Gebäude. Zumindest ein paar hübsche ältere typisch alpenländische Gebäude mit Lauben, Blockbau-Obergeschossen und Bundwerk haben die Modernisierungen und Abrisse der letzten Jahrzehnte überlebt. Auch hätte ich mir aufgrund der Nachbarschaft zu Garmisch-Partenkirchen mehr Lüftlmalerei erwartet, diesbezüglich gab es doch recht wenig.



    Farchant wird wie aus dem Übersichtsplan ersichtlich in Kirch-, Ober- und Unterdorf aufgeteilt. Beginnen wir den kleinen Rundgang durch den Ort im Kirchdorf.


    Dieses Bauernhaus am Heubergweg von 1602 wird nach dem damaligen Besitzer „Zum Krin“ genannt:

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    Zier- und Vorbund am Giebel:

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    Beim Bechtlinger, Nordseite:

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    In der Schulstraße das Haus „Zum Suppla“ mit traufseitigem Bundwerk von 1777 am Wirtschaftsteil.

    Die Friedhofsmauern von 1729 stammen zum Teil von der nahen Burg Werdenfels, nach der das Werdenfelser Land benannt wurde und von der nur geringe Mauerreste übrigblieben.


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    Die Pfarrkirche Sankt Andreas von 1728/29.


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    Am Gern, das linke Haus genannt „Beim Schuggl“:

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    Dieses Haus, bezeichnet 1672, gehört zu den ältesten erhaltenen im Ort, wurde aber jüngst warum auch immer aus der Denkmalliste genommen:

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    Das Rathaus von Farchant (Mitte 19. Jahrhundert):

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  • Weiter geht es im Oberdorf.


    Am Winkl 2/4, ein Doppel- und ehem. Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, genannt „Beim Sternbam“ ebenfalls nicht mehr in der Denkmalliste aufscheinend, warum auch immer…:





    Dieses Gebäude in der Alpspitzstraße stammt ebenfalls noch aus dem 18. Jahrhundert, benannt „Beim Hessi“ (nach dem Besitzer Mathias Felber).



    Ein Haus mit hübscher, neuerer Lüftlmalerei (Pfeffer, 1986), für den Raum Garmisch nicht untypischer Hausbank und originellem Hausnamen „Zum Gschpusi“ ist die Alpspitzstraße 16:




  • Gerade an den auch heutzutage immer wieder neu angefertigten Lüftlmalereien sieht man, dass das Rokoko in Altbayern im Grunde nie aus der Mode gekommen ist. Es lebe das 18. Jh :-)

    "An Sehenswürdigkeiten, die bloß das Auge erfreuen, ist ja diese Stadt so überreich. Ihre Straßen sind mit Kultur gepflastert, während die Straßen anderer Städte bereits mit Asphalt gepflastert sind. Die Vergangenheit reicht in die Gegenwart hinein, und daraus erklärt sich die bekannte Wiener Unpünktlichkeit. (...) In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • An der Alpspitzstraße geht es wieder weiter.


    Die Nr. 6 ("Beim Blob", von Bläber=Blaufärber) taucht ebenfalls nicht mehr in der aktuellen Denkmalliste auf:

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    Die Nr. 4 nennt sich "Beim Planler", 1746 erbaut:

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    "Beim Zach", 1768 bezeichnet:

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    "Beim Wonga" (=Wagner)



    Im Unterdorf:


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    Das Gasthaus zum Klos an der Hauptstraße. Dach und Zierbund wurden nach einem Brand im Jahr 2007 erneuert.


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    Der Nachfolger:

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    Beim Sigl, eines der ältesten Häuser Farchants. Es stammt noch aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.



    Zum Abschluss noch ein wenig Kuhfluchtwasserfälle und ein Blick auf den Ort im Loisachtal:

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  • Die Häuser sind recht tief, die mittleren Räume stelle ich mir recht dunkel vor.

    Gibt es irgendwo typische Grundrisse dieser Häuser? Das ist ja doch eine recht lange gepflogene Bauart, die gewiß manche Standards kennt.

  • Die Häuser sind recht tief, die mittleren Räume stelle ich mir recht dunkel vor.

    Gibt es irgendwo typische Grundrisse dieser Häuser? Das ist ja doch eine recht lange gepflogene Bauart, die gewiß manche Standards kennt.

    Die Stuben liegen nach vorne, dahinter im weniger belichteten Bereich finden sich Küche, Vorratskammern und Werkstätten. Östlich schließt sich gewöhnlich der (Kuh- bzw. Schweine-)Stall an.


    Gehe mal noch Grundrisse suchen, vorerst dazu noch zwei ähnliche passende Beiträge von Riegel und mir aus dem Ruhpolding-Strang:

    Ruhpolding (Galerie) - Seite 2 - Galerie - Architekturforum Architectura Pro Homine (stadtbild-deutschland.org)