Dingolfing (Galerie)

  • Dingolfing liegt an der unteren Isar zwischen Landshut und Deggendorf. Mit etwa 20000 Einwohnern rangiert es in Niederbayern an 5. Stelle (nach Landshut, Passau, Straubing und Deggendorf).


    Einige Aufnahmen zu Dingolfing hatte ich vor etlichen Jahren hier schon mal eingestellt:

    https://www.stadtbild-deutschl…&postID=118431#post118431



    Der Rundgang durch die Stadt beginnt an der Bruckstraße, einem Straßenmarkt in der Unterstadt:



    Bruckstraße 20 mit reizvollem Eckerkerturm und Blick in die Lederergasse:


    Auf der gegenüberliegenden Straßenseite die ehemalige Gastwirtschaft Weidmüller, zuletzt Cafe Gußofen, bezeichnet 1643.



    Brauereigasthof Alte Post, die Fassade mit reizvollen Zinnenabschlussen.


    Bruckstraße Richtung Stadtpfarrkirche Sankt Johannes

  • Lederergasse mit Blick zur Oberstadt:





    Zentrum der Unterstadt ist der bezüglich der umgebenden Bebauung stärker überformte Marienplatz mit dem Marienbrunnen:





    Den nordöstlichen Abschluss des Marienplatzes bildet dasWollertor, das letzte erhaltene von einstmals 4 Stadttoren:


    Feldseite:

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    Marienplatz 2, ehemals Brauereigasthof Seethaler, nach umfassender Renovierung seit 2013 Stadtbibliothek.


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    Vom Marienplatz zweigt der Speisemarkt nach Süden zur Oberen Stadt ab:

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    Pfarrplatz mit Sankt Johannes:

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  • Erstaunlich bunt und alles ganz neu gemacht.

    Irgendwie vermisse ich ein Haus mit verblassendem Ocker oder abblätterndem Putz oder sowas in der Art. Also so eine Reihenfolge in der Renovierung. Das sieht hier alles so nach hektischer Gleichzeitigkeit aus.


  • Pfarrplatz:



    Stadtpfarrkirche Sankt Johannes, ein 1467 begonnener spätgotischer Kirchenbau, der an Landshuter Kirchen erinnert.




    Die Ausstattung ist überwiegend neugotisch.


    Chorbogen-Kruzifix von 1522



  • Älteres Glasfenster, um 1530:








    Unmittelbar südlich der Stadtpfarrkirche die Dreifaltigkeitskapelle mit Lourdeskapelle:


    Karner mit den vier letzten Dingen und dem Jüngsten Gericht:



  • Diese Aufnahme von 2011 zeigt noch zwei zwischenzeitlich abgebrochene Gebäude östlich der Dreifaltigkeitskapelle, an Stelle des rechten Gebäudes ein wenig ansprechender Erweiterungsbau des Bürgerheimes (auf der Aufnahme unten links angeschnitten).




    Blick vom Friedhof zur Oberen Stadt (links die ehem. Herzogsburg):




    Pfarrkirche und Stegturm, ein erhaltener Wehrturm der Stadtbefestigung.


    Pfarrkirche, Pfarrhaus und Dreifaltigkeitskapelle.


    Links ehem. herzoglicher Getreidekasten und Herzogsburg


  • Zurück am Steinweg:

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    Ehem. Schlosserhaus, die Fassadenmalereien mit dem bayerischen Rautenmuster nach Befund 1971 erneuert. Der Kastenerker erinnert an das Haus Am Graben 17 im Landshuter Stadtteil Berg.


    Frisch renoviert gegenüber Steinweg 3, mit dem Schlosserhaus bis 1894 durch den sogenannten Zanklbogen verbunden. Das Eckgebäude links zum Pfarrplatz das Furtnerhaus:

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    Die Nr. 3 sollte laut Wikipedia-Baudenkmäler abgerissen werden (?).



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    Über den Steinweg geht es durch einen Torbogen, der im letzten Jahr renoviert wurde, aufwärts in die Obere Stadt.


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    Es gibt auch eine neuere, zum Teil unterirdisch verlaufende Straße zur Oberen Stadt:

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  • Die Obere Stadt ist ein einziger, breiterer Straßenzug, dominiert von einigen Amtsgebäuden. Im Gegensatz dazu die durch die Bürgerschaft, Märkte, Handel, Wirtshäuser und Gewerbe geprägte Unterstadt.


    Im Übrigen gab es im Österreichischen Erbfolgekrieg 1743 stärkere Zerstörungen, so dass heute nur noch wenige ältere Gebäude existieren.



    Zwei stärker überformte Gebäude auf der Ostseite der Oberen Stadt, heute Landratsamt:


    Scheint trotzdem noch auf der Denkmalliste auf…



    Die ehemalige Fleischbank (Obere Stadt 38) aus dem 16. Jahrhundert, später Feuerwehrhaus, jetzt Lagergebäude, mit hübschen Giebelaufsätzen, unten mit dem in einer kleinen Grünanlage in der Mitte des Straßenzuges gelegenen Kriegerdenkmal.




    Mit dem prächtigsten Gebäude Dingolfings, der ehemaligen Herzogsburg (rechts im Bild), aktuell als Museum genutzt, geht es dann demnächst weiter.

  • Die ehemalige Fleischbank ist besonders schön :-) danke für die wie immer äußerst interessante und schöne Galerie!

    "An Sehenswürdigkeiten, die bloß das Auge erfreuen, ist ja diese Stadt so überreich. Ihre Straßen sind mit Kultur gepflastert, während die Straßen anderer Städte bereits mit Asphalt gepflastert sind. Die Vergangenheit reicht in die Gegenwart hinein, und daraus erklärt sich die bekannte Wiener Unpünktlichkeit. (...) In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Die Nr. 3 sollte laut Wikipedia-Baudenkmäler abgerissen werden (?)

    Nicht alles glauben, was in der Wikipedia drinsteht.


    Ich vermute folgendes: die Information ist überholt. Dass Steinweg 3 nicht geschützt wäre, wird wenige Zeilen später widerlegt.

  • Wenn man nach Steinweg 1 und 3 gugelt, kommt unter http://www.stockerl.de , dass die Nr. 1 saniert und die 3 abgebrochen und neu gebaut wird. In der Denkmalliste ist die Nr. 3 aber unverändert vorhanden. Auch sieht das jetzige Gebäude nicht unbedingt nach Neubau aus. Erscheint mir nicht klar...

  • Dieses Giebelhaus in der Oberen Stadt finde ich ganz bemerkenswert:

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    Wegen seiner Giebelständigkeit mit eher flachem Neigungswinkel und vor allem wegen der niedrigen Fenster sieht es besonders altertümlich aus. Zudem könnte es sein, dass es ein Holzbau ist. Im bayerischen Denkmalatlas steht folgendes dazu geschrieben:

    Baudenkmal

    Doppelwohnhaus, zweigeschossiger Giebelbau, 1. Hälfte 19. Jh.; zugehörige, z. T. überbaute Stadtmauer, 13./14. Jh.

    Von einem Doppelhaus sieht man von aussen nichts, und dass es erst aus dem 19. Jahrhundert stammen soll, kann ich fast nicht glauben.


    Am Marienplatz 27, Steinweg 5 und ein paar Häuser um den Pfarrplatz herum haben auch solche schwach geneigten Dächer mit Giebel zur Strasse, und von denen ist keines im Denkmalatlas verzeichnet. Von diesen erhoffte ich mir, Angaben für einen Vergleich zu finden.


    Markus Weisst Du evtl. mehr?

  • Zu Obere Stadt 18 konnte ich nichts weiter finden. Blockbau wäre schon möglich, wenn mir da auch aus Dingolfing selbst nichts bekannt ist. Im benachbarten Teisbach gibt es zumindest ein Beispiel dazu, das werde ich noch einstellen. Doppelwohnhaus kommt mir ebenfalls komisch vor. Aufgrund der Zerstörungen 1743 gerade auch in der Oberen Stadt könnte das mit 1. Hälfte 19. Jahrhundert aber schon hinkommen.

    Marienplatz 27 ist zumindest in der Denkmalliste noch vorhanden ("im Kern spätmittelalterlich").

    Generell ist der Häuserbestand Dingolfings in den letzten Jahrzehnten schon ziemlich stark überformt und einiges ersetzt worden. Die nicht gezeigte östliche Seite des Marienplatzes mit den aus der Denkmalliste genommenen Nr. 4 und 6 sowie den einstigen Gasthof Nr. 14 sollte ich noch ergänzen, östlich am Spitalplatz ist wohl alles neu und ansonsten fehlen auch noch einige weitere Häuser in der aktuellen Denkmalliste gegenüber einer aus den 1980er Jahren, u.a. Bruckstrasse 2 und 15 sowie Obere Stadt 3, 5 und 11. Obere Stadt 11 sieht man auf der zuletzt eingestellten Aufnahme zwei Häuser links von der Herzogsburg (die Beschreibung dazu war: Wohnhaus, zweigeschossig, Renaissance-Giebelfassade mit Aufsätzen, 16./17. Jh.).

  • Das mit Marienplatz 27 ist mir entgangen beim Schreiben. Den Hinweis auf einen spätmittelalterlichen Kern habe ich gelesen. Alle von mir angeführten Beispiele habe ich ausschliesslich nach der Dachform ausgesucht.


    Zu Obere Stadt 18:

    1. Hälfte 19. Jahrhundert... das kann ich mir absolut nicht vorstellen. Diesem Haus samt Dach gebe ich mindestens 400 Jahre. Das Landesamt für Denkmalpflege sollte dieses Haus mal genauer anschauen gehen. Ich werde es heute mal anschreiben.


    Im bayerischen Urkataster ab 1808 ist jedenfalls bereits ein Haus (Nr. "41") auf gleicher Grundfläche eingezeichnet.

  • Diesem Haus samt Dach gebe ich mindestens 400 Jahre.

    Es wäre nicht das erste Mal. Die ältesten Häuser haben oft in der Denkmalliste gefehlt. Manchmal sind sie auch später wieder von der Liste gestrichen worden. Häuser des 14. und 15. Jahrhunderts waren nicht selten mit "18. Jh." beschrieben und nach einer Untersuchung hat sich dann herausgestellt, wie alt sie wirklich sind. 13hundertsoundsoviel.

    Die Aufnahme in die Denkmalliste ist oft wohl nur nach Augenschein gemacht worden. Kein Wunder, dass die ältesten Häuser, nicht selten seit der Stadtgründung dastehend und damit hochwertige Zeugnisse der Stadt- und Siedlungsgeschichte, es nicht in die Liste geschafft haben, weil sie in den letzten 700 Jahren instandgehalten wurden und man ihnen das Alter demzufolge nicht immer auf den ersten Blick ansieht.

  • Zum Haus Obere Stadt 18 noch der versprochene Vergleich:

    Dieses Giebelhaus in der Oberen Stadt finde ich ganz bemerkenswert:

    Wegen seiner Giebelständigkeit mit eher flachem Neigungswinkel und vor allem wegen der niedrigen Fenster sieht es besonders altertümlich aus. Zudem könnte es sein, dass es ein Holzbau ist

    1. Hälfte 19. Jahrhundert... das kann ich mir absolut nicht vorstellen. Diesem Haus samt Dach gebe ich mindestens 400 Jahre.


    Obere Stadt 18:

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    Das sogenannte Mädlhaus (Marktplatz 9) in Teisbach.


    Auszug aus der Denkmalliste dazu:

    wohl ehemaliges Wirtshaus, zweigeschossiger verputzter Blockbau mit Flachsatteldach, breitgelagert und giebelständig, 1555 (dendrochronologisch datiert)
  • Weiter geht es in der Oberen Stadt mit der sogenannten Herzogsburg, ein großartiger spätgotischer Backsteinbau mit wunderbarem Maßwerkgiebel. Erbaut um 1400/20.


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    Etwas weiter südwestlich geht der Straßenzug Obere Stadt in die Hochbrücke über. Darüber gelangt man ins nahe Teisbach.


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    Auf der Brücke in einer Nische wie es sich gehört der Heilige Johannes Nepomuk.


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    Blick von der Hochbrücke.


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    Am südwestlichen Brückenkopf ein Wohnhaus aus der Zeit um 1800.


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