St. Gallen - Mauern und Einfriedungen

  • Für ein Projekt in St. Gallen, bei welchem wir anregen möchten, dass bei Neubauten oder Renovationen von Stützmauern mehr Rücksicht auf die Ästhetik genommen wird, sammeln wir Bildmaterial. In erster Linie soll hier also eine Galerie von Mauern in St. Gallen entstehen, ohne grosse Erläuterungen oder baugeschichtliche Rückblicke.


    Wenn bei aktuellen oder historischen Bildern kein Bildnachweis angefügt ist, stammen sie von mir oder aus meiner Sammlung. Die Stadtplanausschnitte stammen von Plänen des Vermessungsamtes der Stadt St. Gallen oder dem Stadtarchiv.



    Inhaltsverzeichnis:


    - Stützmauer an der Leimat- und Böcklinstrasse

    - Kreuzung Leimatstrasse - Heinestrasse

    - Mauern an der Leimatstrasse von der Kreuzung Böcklinstrasse an abwärts bis zur St. Jakob-Strasse

    - Apfelbergweg

    - Böcklinstrasse

    - Müller-Friedberg-Strasse

    - Dohlengässlein und Eschenstrasse

    - Dierauerstrasse




    Wie ich schon im Einleitungsartikel über St. Gallen geschildert habe, ist die Topografie der Stadt sehr unwegsam und erfordert für Bauvorhaben - seien es Gebäude oder Strassen - oft grosse Erdbewegungen und Stützmauern.

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    schwarz = Kloster und Stadt vom 10. bis 14. Jh., gestrichelt = Stadterweiterung ab E. 14. Jh., grau = heutige Bebauung, Äquidistanz der Höhenkurven = 20m (Grafik: Riegel)


    Ein Höhenkurvenplan, in welchem das besiedelte Gebiet grau unterlegt ist, veranschaulicht die Lage der Stadt in einem von West noch Ost verlaufenden Tal. Die Landschaft fällt im Norden flach ab Richtung Bodensee. Im Süden spürt man schon das voralpine Gebiet mit vielen Tälern, Schluchten und Hügelzügen.

    Im zitierten Beitrag finden sich Stadtpläne und Erläuterungen dazu.



    buchstrasse stadtansicht 30.07.2007 0046

    Blick vom Südhang (Buchstrasse) über die in der Talsohle gelegenen Altstadt auf den Nordhang. Während der Südhang vor allem den Freudenberg und die Bernegg (dazwischen die Mühlenenschlucht mit Harfen- und Schäflisberg) umfasst, besteht der Nordhang aus einer langgegzogenen Moräne, dem Rosenberg. Juli 2007.



    rosenberg 30.12.2008 2279

    Teil des Rosenbergs mit Villen und Mehrfamilienhäusern an der Müller-Friedberg-Strasse, Dierauerstrasse und Dufourstrasse. Dezember 2008.

  • Stützmauer an der Leimat- und Böcklinstrasse



    Entgegen der Einleitung werde ich das erste Quartier genauer beschreiben, denn hier hatte ich meine ersten dreissig Lebensjahre verbracht und ich kenne es wie meine eigene Hosentasche. Es befindet sich am Übergang vom mittleren zum östlichen Rosenberg. Der Rosenberg ist etwa 2 km lang und wurde vor allem zwischen 1880 und 1914 mit an die 200 historistischen, Jugendstil- und Reformstilvillen überbaut. Für die Liebhaber dieser Architektur ist dies ein richtiges Eldorado!


    Hier finden sich viele schöne historische Namen wie Leimat, Adlerberg, Apfelberg, Neuberg und Schönbühl. Im Zentrum dieses Beitrages steht die Leimatstrasse, die einst als eine Hauptverbindung von St. Gallen direkt "über den Berg" nach Konstanz führte. Freilich gibt es verschiedene Wege, die mit "Alte Konstanzer Strasse" bezeichnet werden (Unterer und Oberer Leimatweg, Gerhaldenstrasse). Seit spätestens dem 18. Jahrhundert bildete die ohne Steigungen auskommende, den Rosenberg umgehende St. Jakob-Strasse/Langgasse am Hangfuss die Hauptverbindung durch den Kanton Thurgau nach Konstanz.


    Von der Leimatstrasse weiss ich nur aus der Literatur (Röllin), dass sie 1850 neu erstellt wurde, was aber nicht stimmen kann. Sie ist bereits in Zubers Stadtplan von 1828 mit der heutigen Linienführung eingezeichnet; ihren genauen Ursprung kenne ich nicht. Der Untere Leimatweg dürfte aber älter als die Strasse selbt sein und schon Jahrhunderte auf dem Buckel haben.




    leimat 1828

    Stadtplan 1828.


    Unten rechts verläuft die St. Jakob-Strasse ohne nennenswertes Gefälle von der Altstadt aus durch den Kanton Thurgau nach Konstanz. In Bildmitte in geschwungenem Verlauf die Leimatstrasse, oben rechts der ältere, quer zum Hang verlaufende Untere Leimatweg. Auf dem kleinen Wiesenstück südlich des Leimatweges und dem kleineren Weg (heute nicht mehr vorhanden) stand bis 1836 der Galgen. Die beiden Wege oben sind die Vorläufer des Apfelbergweges, der durch die Erschliessung des ganzen Quartiers ab 1900 in seinem Verlauf abgeändert wurde.


    Während entlang allen Ausfallstrassen an den Hangfüssen (Rosenbergstrasse, St. Jakob-Strasse/Langgasse und Rorschacher Strasse) vor allem Landhäuser mit Gartenanlagen und weitere Wohnbauten bestanden, waren die Hänge Wiesland mit Obstbäumen, welche durch am Hang angesiedelte Landwirtschaftsbetriebe unterhalten wurden. Auf der Hangkrete wiederum standen einige grossbürgerliche "Sommerhäuser". Die Hänge wurden erst ab den 1870er-Jahren mehr oder weniger systematisch überbaut, was teilweise grosse Erdbwewegungen und Stützmauern erforderte.




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    Stadtplan 1863.


    Der Stadtplan von 1863 zeigt die Leimatstrasse nach ihrer Korrektur von 1850. Einfriedungen und Stützmauern sind mit roten Linien dargestellt, womit die beiden nicht voneinander unterschieden werden können. Durch Schattierungen kann man allerdings erahnen, welches reine Stützmauern sind. 1887 wurde die Strasse verbreitert und 1891/92 ausgebaut. Die Jahrzahlen dienen der allfälligen Datierung der Stützmauern. Allerdings ist noch nicht verifiziert, was für Arbeiten an der Strasse wann genau ausgeführt wurden, aber mindestens hat man mit diesen Angaben mal Anhaltspunkte.


    Spannend und teilweise bis heute das Quartierbild prägend ist der bis zu drei Meter tiefe Strasseneinschnitt oben, unmittelbar links des rechten Weihers (Dieser Stauweiher wurde als Wasserreservoir für die unten an der St. Jakob-Strasse 1839 eröffneten Strafanstalt St. Jakob erstellt; der Weiher links diente wohl der Versorgung der beiden privaten Springbrunnen des Hauses "Schönbühl", Leimatstr. 7, das - 1784 in Speicher(AR) errichtet - 1853 von dort nach St. Gallen "gezügelt" wurde. Der Stauweiher dürfte also 1853 angelegt worden sein. Beide Weiher existieren nicht mehr. In St. Gallen gab es im 19. Jahrhundert zahlreiche solcher Stauweiher an den Hängen, deren Wasser aber nicht der Trinkwasserversorgung, sondern vielmehr als Wasserreservoir bei Feuersbrünsten und dem Betrieb von Springbrunnen und Manufakturen diente).



    leimatstrasse um 1890

    Leimatstrasse um 1890. Links die Einmündung des Apfelbergwegs, seit 1912/13 Böcklinstrasse; rechts anstelle des weissen Zaunes heute die Einmündung der zwischen 1907 und 1913 erstellten Dianastrasse. Gebäudenummern von links nach rechts: Leimatstr. 23, 25 (erstellt zw. 1887 und 1891) und 26. Städtisches Bauarchiv.


    Die etwa fünf Meter hohe Stützmauer besteht im unteren Bereich aus bis zu zwei Meter langen Sandstein-Bossenquadern und im oberen Teil aus kleineren Tuffstein-Bossenquadern. Sie ist allerdings erstmals im Stadtplan von 1903 einzgezeichnet, während die älteren Pläne hier eine Felswand vermerken. Ich vermute aber, dass sie bereits von den Strasssenausbauten von 1887 oder 1891/92 stammt.


    Die talseitige Mauer war etwa drei Meter hoch. Beide Mauerkronen stellen wohl das gewachsene Terrain dar, während die Leimatstrasse hier nachträglich drei Meter abgetieft wurde, um ein gleichmässigeres Gefälle zu erhalten. Gemäss dem Stadtplan von 1863 erfolgte diese Tieferlegung bereits 1850 oder vielleicht noch früher.

  • leimat 1913

    Stadtplan 1913.


    1909 wurde Leimatstr. 23 durch das heute noch bestehende Mehrfamilienhaus "Auf der Mauer" ersetzt. Dabei erfuhr die Mauer keine Veränderung. Auch die auf ihre Krone führende Treppe gehörte bereits zum Vorgängerbau, wie auf der Fotografie von etwa 1890 im letzten Beitrag knapp zu sehen ist.



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    Leimatstrasse 23 "Auf der Mauer" von 1909 auf einer 1911 gelaufenen Fotoansichtskarte.


    Zwischen 1907 und 1913 erfolgte der Bau der Dianastrasse, die ostseits der Leimatstrasse abzweigt. Hierzu war die Beschneidung des Grundstücks samt Stützmauer von Leimatr. 26 erforderlich.


    Als direkte Verbindung von der nördlichen Altstadt/Unterer Graben wurde als Notstandsarbeit wegen der Arbeitslosigkeit 1912/13 auch die Böcklinstrasse erstellt. Sie mündet anstelle des Apfelbergwegs in die Leimatstrasse ein und liegt wesentlich tiefer als der Apfelbergweg. Die Höhendifferenz wird nun mittels einer abgewinkelten Treppe bewerkstelligt.



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    Leimatstr. 23 bis 32 nach dem Bau der Dianastrasse (Abzweigung nach unten rechts). Das giebelständige Haus ganz rechts, "zur Rosenburg" Leimatstr. 28a, war ein landwirtschaftliches Wohnhaus in Bohlenständerbauweise von 1563 und wurde vor zwanzig Jahren trotz Denkmalstatus im Innern restlos ausgehöhlt! 1920 gelaufene Fotoansichtskarte.




    leimat 1948

    Stadtplan 1948.


    Die einschneidendste Massnahme geschah hier 1934, als die bergseitige Mauer zugunsten einer Verbreiterung der Böcklin- und Leimatstrasse zurückversetzt wurde und dadurch massiv höher ausfiel. Zur Auflockerung der neuen Mauer wurden allerdings einige Quader der alten Mauer wieder eingesetzt. Das nördliche Ende der alten Mauer in der Biegung um Leimatstr. 25 überdauerte dabei bis heute. Am Beginn der neuen Mauer bei der Böcklinstrasse wurde als Auftakt aus dem Abbruchmaterial eine Trockenmauer aufgeschichtet.




    leimat 2018

    Stadtplan 2018.


    Zuguterletzt wurden um 2000 zur Verkehrsberuhigung einige Kreuzungen durch Strassenverengungen redimensioniert. Der Verlauf der Leimatstrasse folgt nun annähernd wieder jenem der Vorgängermauer... Überhaupt wurden die Verkehrsberuhigungsmassnahmen optisch unbefriedigend ausgeführt und sind dadurch diesem wertvollen historischen Quartier nicht würdig, insbesondere weil kurz darauf auch eine Tempo-30-Zone eingeführt wurde!

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    Rest der wahrscheinlich 1887 oder 1891/92 erstellten Stützmauer vor Leimatstr. 25.



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    Die untersten beiden Steinlagen bestehen aus Sandstein, die darüber folgenden aus Tuffstein. Als Abschluss wurden dicke Sandsteinplatten und schliesslich ein Eisengeländer aufgesetzt.



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    Tuffstein ist wenig witterungsbeständig, was hier an den zahlreichen Ausbrüchen ersichtlich ist.



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    Leimatstrasse 23 über der Mauer von 1934, die aus Beton besteht und anschliessend mit einem Kieselwurf verputzt wurde. Ihr oberer Abschluss besteht aus einem betonierten Sims in den Dimensionen der Sandsteinplatten der Vorgängerin. Im oberen Bereich wurden zur Auflockerung Tuffquader der alten Mauer eingefügt (links knapp sichtbar). Bei Leimatstr. 25 wurde wieder das alte Eisengeländer aufgesetzt und über dem restlichen Teil ein neues Staketengeländer.



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    Anlässlich der Strasseneinengungen zur Verkehrsberuhigung wurde die Strasse um 2000 teilweise von der Mauer abgerückt. Dadurch entstanden Restflächen, die mit Bodenbedeckern bepflanzt wurden.



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    Blick in die Böcklinstrasse. Ein Teil der Restflächen wird vom Tiefbauamt benutzt. Im Winter steht hier eine äusserste Schönheit von einem Salzsilo... So richtig lieblos wurden gegen Falschparkierer zwei Steinblöcke aufgestellt und mit Teer eine Auffahrtsrampe hingekleckst. Über der Mauer Böcklinstr. 55/57.



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    Ein Blick zurück zu Leimatstr. 23.



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    Die Mauer ist im mittleren Bereich im Verhältnis zu den darüber stehenden Bauten - hier Böcklinstr. 55/57 - viel zu hoch.



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    Zur Erschliessung von Böcklinstr. 55/57 wurde eine Treppe eingefügt. Kleines architektonisches Detail: über der zurückspringenden Mauerpartie besteht kein Abschlussgesims, was den Einschnitt noch unterstreicht. Oben rechts am ersten Mauerstück ist die Jahrzahl "1934" eingelassen.



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    Als Auftakt zur Stützmauer wurde an der Böcklinstrasse wohl aus dem Abbruchmaterial der alten Mauer eine Trockenmauer aufgeschichtet. Für die Natur und den Anblick äusserst wertvoll, und wie man sieht, hat sie schon seit 86 Jahren Bestand! Im Hintergrund die Treppe zum Apfelbergweg hinauf, der ursprünglich an der oberen Wiesenkante zur Leimatstrasse hinab führte.



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  • Ein Mauerkonglomerat beim Brunnen an der Kreuzung Leimatstrasse - Heinestrasse verbinde ich sehr mit meinen Kindheitserinnerungen, vor allem aber den Brunnen.



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    Brunnenplätzchen bei der Abzweigung der Heimatstrasse von der Leimatstrasse, dahinter der Garten von Leimatrasse 28. Im Brunnen eingemeisselt die Jahrzahl "1886".


    Lokalisierung auf der bereits im vorletzten Beitrag gezeigten Fotografie:


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    Leimatstr. 23 bis 32 nach dem Bau der Dianastrasse (Abzweigung nach unten rechts). Das giebelständige Haus ganz rechts ist die "Rosenburg" Leimatstr. 28a. Rechts davon die Scheune Heinestr. 1. Vor ihnen verläuft der steile Untere Leimatweg (nicht sichtbar), der durch den Bau der Heinestrasse und Dianastrasse um 1905 / 1910 in der Höhenlage angepasst und mit Treppen versehen wurde. 1920 gelaufene Fotoansichtskarte.




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    Leimatstr. 28 und 28a. Um einen ebeneren Garten zu erhalten, wurde er vor 20 Jahren aufgeschüttet und das Bord oberhalb der Mauer mit Felsblöcken versehen. Die Auffahrt rechts führt zu Heinestr. 1 und 3.


    Die Mauern gehören zu Leimatstr. 28 und 28a. Letztere wurde 1563 wohl als Bauernhaus als ein mit Bohlen ausgefachter Wandständerbau errichtet. Der Anbau von Nr. 28 erfolgte in den 1750er-Jahren. Die zugehörige Scheune Heinestr. 1 wurde in den 1950er-Jahren zu einem Wohnhaus umgebaut. Östlich folgt ein weiteres bäuerliches Wohnhaus Heinestr. 3. Auf den Stadtplanausschnitten im zweit- und drittletzten Beitrag ist die Häusergruppe oben rechts jeweils angeschnitten.


    Vor 1886 sah die Situation so aus:


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    Leimatstr. 28/28a und Heinestr. 1, 3. Links verläuft die Leimatstrasse, und nach rechts unten führt der in seiner Höhenlage noch nicht korrigierte Obere Leimatweg. Die Auffahrt zu Heinestr. 1 und 3 war damals schon vorhanden. Bemerkenswert ist die anstossende Trockensteinmauer, die - allerdings verputzt - heute noch existiert! Die heute daran links anschliessende entstand dann beim Bau der Heinestrasse um 1905. Die wohl um 1880 gepflanzte Tanne war bis ins Jahr 2000 zu einem mächtigen Baum angewachsen und wurde dann für die bessere Benützungsmöglichkeit des Gartens gefällt. Foto vor 1886, städtisches Bauarchiv.



    (Zusatzbemerkung zur Jahrzahl "1886" am heutigen Brunnentrog:


    Auf dem Stadtplan von 1903 ist der Brunnen noch am alten Standort eingezeichnet. Freilich handelt es sich um einen der Übersichtspläne über die ganze Stadt, die wohl nicht bis ins letzte Detail exakt nachgeführt wurden. Dies betrifft insbesondere jene im Massstab 1:15'000. Die Pläne im Massstab 1:5'000, zu welchen auch derjenige von 1903 gehört, sind genauer. Es wird sohl so sein, dass nach der Erstellung der Heinestrasse um 1905 ein vorhandener Brunnentrog von 1886 hier aufgestellt wurde, der den älteren Brunnen ersetzte. Die einfachste Brunnensäule wohl von 1905. Diesbezüglich ist die Datierung der Fotografie mit "vor 1886" mit Vorsicht zu geniessen; sicherer wäre "vor 1905".)

  • Mauern an der Leimatstrasse von der Kreuzung Böcklinstrasse an abwärts bis zur St. Jakob-Strasse



    Auf der Bergseite der Leimatstrasse findet sich eine durchgehende Mauer von der Böcklinstrasse an abwärts bis über die Abzweigung des Apfelbergwegs. Sie beginnt bei Leimatstr. 21 beinahe auf Bodenhöhe, um bis Nr. 13 allmählich auf über zwei Meter Höhe anzuwachsen. Sie gehört zu verschiedenen privaten Liegenschaften.


    Die Mauerabschnitte weisen ein ansehnliches Alter auf und bestehen durchwegs aus Sandstein, mit Ausnahme eines kürzlich erneuerten Teils in Beton infolge eines Tiefgarageneubaus. An Baudaten für die Leimatstrasse kennen wir 1850, 1887 und 1891/92. Es ist aber schwierig, diese aufgrund der Quaderbearbeitung und anderer Merkmale den einzelnen Mauerabschnitten zuzuordnen. Mittels des Studiums archivarischer Quellen dürfte die exakte Bestimmung aber möglich sein.


    Die meisten Stützmauern gehören zu den Liegenschaften und nicht zu den Strassen. Die wenigsten sind im Besitz der Stadt und fallen somit nicht in deren Aufgabenbereich. Bei Mauern in öffentlichem Besitz war meistens die Neuanlage oder Verbreiterung einer Strasse der Grund dafür, dass dort die Zuständigkeit der Stadt anheim viel. So gehört die Eingangs vorgestellte hohe Stützmauer an der Leimatstrasse/Böcklinstrasse grösstenteils der Stadt; nur der oberste, noch erhaltene Bereich der älteren Mauer bei Leimatstr. 25 ist in privater Hand. Bei der Strassenverbreiterung 1934 hätte man unmöglich den Hausbesitzern die Kosten für die Neuerstellung der Mauer aufbürden können, zumal sie ja gar nicht die Urheber der Baumassnahme waren.



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    Leimatstr. 21.


    Während 1934 die Strasse noch verbreitert wurde, fanden um 2000 zur Verkehrsberuhigung diverse Strasseneinengungen statt. Bei Leimatstr. 21 erfolgte dies leider auf der falschen Strassenseite: vor den Anfang der historischen Mauer wurde ein Beet mit Bodenbedeckern angelegt, das seitdem nur Unterhaltskosten generiert. Die dritte Dimension der Strasse (Mauer, Hecke) wurde hier negiert, und man erhält kurz den Eindruck, als stünde man irgendwo in einem locker bebauten, flachen Einfamilienhausquartier. Der Eindruck einer historischen Strasse und einem historischen Quartier wurde dadurch geschmälert.




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    Leimatstrasse mit Stützmauer vor Böcklinstr. 58.


    Vor dem Nachbarhaus Böcklinstr. 58 hat sich ein sehr baufälliges Stück dieser Mauer noch im Originalzustand erhalten. Lediglich die Krone wurde in den frühen 1970er-Jahren zurückversetzt leicht erhöht, nachdem das Gartenniveau allmählich Talwärts erodiert war. Diese Mauer ist wohl nicht mehr sanierbar, da die meisten Sandsteinquader recht stark verwittert sind und in einzelne Schichten zerfallen. Früher oder später wird hier wohl eine Betonmauer ihre Stelle einnehmen, da es sich bei der Liegenschaft nicht um ein Liebhaberobjekt handelt.




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    Tiefgarage an der Leimatstrasse.


    Bis vor kurzem lief die Mauer in gleicher Bautechnik und Alter vor den nächsten Liegenschaften Böcklinstr. 56 - 50 und Leimatstr. 15 durch, wo sie beim Apfelbergweg endete. Leider wurde kürzlich unter den Gärten von Böcklinstr. 50 - 54 eine Tiefgarage erstellt und die historische Mauer durch eine leicht reliefierte Betonmauer ersetzt.




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    Wohl gab man sich bei der Gestaltung der Ein-/Ausfahrt Mühe, aber die Geschlossenheit des historischen Strassenlaufs wurde damit dennoch aufgerissen. Links folgt Leimatstr. 15 mit der Fortsetzung der historischen Mauer. Als Mauerkrone fungiert ein billigster Maschendrahtzaun .




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    Bei Böcklinstr. 48/50 (linkes Haus mit Fachwerkgiebel) handelt es sich der Überlieferung nach um die spätmittelalterlichen "Blatternhäuser" (Wohnhäuser abseits der Stadt für Pestkranke) aus dem späten 16. Jahrhundert. Tatsächlich weisen auch sie wie Leimatstr. 28a eine jahrhundertealte Wandständerkonstruktion als Grundgerüst auf.




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    Mauer vor Leimatstr. 15.


    Die Mauer selbst ist wohl älter als das 1902 erstellte Wohnhaus und in einem schlechten Zustand. Eine oberflächliche Sanierung scheint noch möglich, aber eine Ausbauchung im unteren Bereich weist darauf hin, dass die Mauer ihre Aufgabe nicht mehr allzulange erfüllen kann. Bei einem Alter von etwa 130 Jahren (Datierung siehe nachfolgenden Beitrag) darf man sagen, dass die Sandsteinquader ihren Zweck nun sehr lange erfüllt haben!




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    Abzweigung des Apfelbergwegs (früher Apfelbergtreppe und noch früher Leimattreppe) zwischen Leimatstr. 13 und 15. Oben im Hintergrund thront das Haus "zum Apfelberg", Apfelbergweg 7.


    Solche Treppen aus Holzstufen mit Hinterfüllung aus Teer (früher Kies) sind typisch für St. Gallen. Wegen der federnden Holzbalken sind sie angenehm zu betreten, sei es hinauf oder hinunter, und bei Regen und Schnee sind sie erstaunlich Rutschfest. So wie vor vielen Jahren ein Buch über alle 200 Brücken der Stadt erschienen ist, sind nun seit einem Jahr auch alle Treppen mit ihrer Geschichte und Gestalt in einem Buch erfasst:

    http://www.vgs-sg.ch/katalog/n…n-haus-fr-die-natur-h8dlf


    Hier endet auch die einst ununterbrochene Mauer. Vermutlich wurde sie in einem Zug bei einer der Erneuerungen der Leimatstrasse 1887 oder 1891/92 erstellt, denn auf dem sehr verlässlichen Stadtplan von 1863 ist sie noch nicht vorhanden. Ihre Bautechnik aus eher kleinen Sandsteinbossenquadern und kräftigen, unprofilierten Abdeckplatten ist auf den ersten Blick durchgehend dieselbe.

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    Leimatstr. 13. Weiter oben die Böcklinstrasse.


    Leimatstr. 13 thront über einer Mauer, die mir schon immer besonders gefallen hat. Sie wird regelmässig unterhalten, was man an den hellen Ausfugungen sieht. Die Abdeckplatten aus Sandstein werden zwar nach und nach durch Zement ersetzt. Der Bewuchs der Mauer wird auf ein tolerierbares Mass beschränkt, sodass die Wurzeln die Sandsteinkanten nicht wegsprengen. Darüber fasst ein uraltes Eisengeländer den Garten ein, der vorwiegend mit einheimischen Pflanzen besetzt ist. Die Mauer kenne ich nun schon seit über fünfzig Jahren in diesem Zustand und sie ist für mich ein perfektes Zusammenspiel von Statik, Ästhetik, Alterungswürde und Einklang mit der Natur.


    Bemerkenswert sind die Stufen im Wiesenhang: Diese rühren durch das regelmässige "Mähen" durch Schafe her. Wie an steilen Berghängen üblich, treten die weidenden Tiere allmählich solche Stufenlandschaften heraus, die für ein Stadtbild ungewöhnlich sind. Am ganzen Rosenberg haben sich nur hier im Gebiet Leimat-, Böcklin- und Müller-Friedberg-Strasse grössere, unbebaute Flächen erhalten und zeugen vom früheren Bild des Rosenbergs als Wiesenhang mit Obstbäumen.




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    Ausschnitt aus der Mauer bei Leimatstr. 13.


    Die Sandsteinquader weisen keine Bossen auf, sind dafür aber gestockt mit fein belassenem Rand.




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    Leimatstr. 13. Links oben das Haus "zum Apfelberg" Apfelbergweg 7.


    Das zugehörende Haus stammt wohl aus dem frühen 19. Jahrhundert. Auf Zubers Stadtplan von 1828 ist es bereits samt Vorgarten eingezeichnet. Das Mansarddach - nicht mehr wie im Barock mit geschwungener Mansardkontur, sondern gerader - lässt es am ehesten ins erste Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts datieren. Die Mauer, die sich von der Steinmetztechnik der benachbarten Mauer unterscheidet, stammt auch frühestens von 1887, denn auch sie fehlt noch im Stadtplan von 1863. Allerdings ist dort bereits auch eine abgewinkelte Stützmauer, aber ein bisschen näher am Haus und mit einem andern Winkel zu diesem, eingezeichnet. Möglicherweise wurden die Steine dieser älteren Mauer für die heutige wiederverwendet.


    Bemerkenswert ist die Neigung der Oberkante, die nicht dem Strassengefälle folgt, sondern annähernd horizontal ist. Dadurch entfaltet die Mauer vielmehr die Wirkung eines Gebäudesockels als nur die einer Hangstützmauer.




    Mit den nächsten zwei unteren Gebäuden hat es eine besondere Bewandtnis: Eine klassizistische Scheune/Remise (ohne Hausnummer) von 1802 und das klassizistisches Wohnhaus Leimatstr. 7. von 1784. Beide standen bis 1853 im 5 km entfernten Speicher (AR) und wurden vom damaligen Besitzer kurzerhand nach St. Gallen an die Leimatstrasse "gezügelt". Dies war infolge der Bauweise des Wohnhauses in Blockbau relativ leicht möglich.


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    Remise/Scheune, 1802 in Speicher errichtet und 1853 nach St. Gallen versetzt.




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    Detail der Einzäunung, dahinter die "Rasenmäher".


    Die Sechspassmotive und die bekrönenden Tannenzapfen und Eicheln erinnern an die Neugotik. Das Geländer kann also durchaus aus der Bauphase von 1853 stammen. In St. Gallen bestand bereits seit 1828 die Eisengiesserei und Maschinenwerkstätte von Michael Weniger, die 1853 von seinem einstigen Angestellten Franz Saurer übernommen wurde. Gusseiserne Ausstattungsteile waren im damals noch kleinen St. Gallen keine Seltenheit. Und falls dieses Geländer tatsächlich von 1853 stammen sollte, könnte es ein Frühwerk der im selben Jahr gegründeten, mittlerweile seit 170 Jahren in der ganzen Welt agierenden Firma Saurer sein. Ein Grund genug, um es unter Schutz zu stellen! Dass dem Geländer eine Wertschätzung zukommt, zeigt, dass es vor zehn Jahren von der Stadt zur Korrektur der engen Kurve um einen knappen Meter zurückversetzt und originalgetreu wiederaufgebaut wurde, freilich nicht mehr mit einem Sockel und Pfeilern aus Sandstein, sondern Beton und Verputz.




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    Garten unterhalb des Hauses "Schönbühl", Leimatstr. 7.


    Die erste Korrektion der Leimatstrasse 1850 und das "Zügeldatum" des Hauses 1853 fallen beinahe aufeinander, woraus das Erstellungsdatum der Mauer durchaus auch in diese Zeit postuliert werden darf.




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    Detail der Stützmauer von Leimatstr. 7.


    Die Bearbeitung und Grösse der Sandsteinquader ist fast identisch wie bei Leimatstr. 13, nur das hier der fein belassene Rand schmaler ist. Auch die Eisengeländer unterscheiden sich kaum voneinander. Die Oberkante der Mauer folgt hier nicht dem Strassengefälle, sondern ist treppenförmig ausgebildet.

  • Apfelbergweg



    Der Apfelbergweg ist heute nur noch ein kleines Stück eines sehr alten Strässchens, das ursprünglich von der Leimatstrasse kurz unterhalb des oben gezeigten Brunnens abzweigte und nach Nordwesten bis zur Guisanstrasse (Wienerberg) führte. Eine Abzweigung nach Südwesten stellte als "Bellevuestrasse" mitten durch das heutige Universitätsgelände die Verbindung mit dem Höhenweg (Varnbüel, Bellevue) her.


    Mit dem Bau der Dufourstrasse 1886 von Westen her bis zur Leimatstrasse und dem Bau des Waisenhauses "Girtannersberg" 1889/91 (heute Helvetia Versicherung) wurden der Westarm des Apfelbergwegs und die Bellevuestrasse aufgegeben. Der Beginn beim Leimat wurde wahrscheinlich bereits bei der Tieferlegung der Leimatstrasse zwischen Nr. 23 und 26 weiter nach unten verlegt. Der ursprüngliche Lauf dürfte etwa dem Verlauf der heutigen Mauer Leimatstrasse/Böcklinstrasse auf halber Höhe entsprochen haben. Mit dem Bau der Müller-Friedberg-Strasse und Goethestrasse 1905 wurde ihm ein weiteres Stück abgezwackt. Für den Bau der Böcklinstrasse 1912/13 wurde die Einmündung des Apfelbergwegs in die Leimatstrasse zur Böcklinstrasse umgewidmet. Damals wurde auch die Leimattreppe (heute Apfelbergtreppe), die vom Apfelbergweg hinunter an den Blatternhäusern (Böcklinstr. 48/50) vorbei bis zur Leimatstrasse eine Abkürzung bildete, in ihren heutigen Verlauf abgeändert. Sie ist bereits auf dem Zuberplan von 1828 vorhanden. 1934 wurde mit dem Bau der heutigen Mauer Leimatstrasse/Böcklinstrasse das östliche Ende des Apfelbergwegs endgültig gekappt. Seither ist er nur noch über die erwähnte Treppe erreichbar und endet bereits wieder an der Goethestrasse. Er erschliesst die beiden Liegenschaften Nr. 3 und 7 "zum Apfelberg".



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    Stadtplan 2018.


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    Stadtplan 1863. Die Schattierung unterhalb des Wegs (links beim ehemaligen Schönbühlweiher) kennzeichnet das steil abfallende Wiesenbord.


    Ich kenne diesen Weg nun schon seit Jahrzehnten als dicht zugewachsen und von alten Mauern gesäumt. Im Stadtplan von 1863 wird aber deutlich, dass dieser noch erhaltene Bereich ganz aussen an die Kante des Apfelberg-Plateaus zum Schönbühl-Tobel gelegt worden war. Und tatsächlich, wenn man einen Blick durch das dichte Gestrüpp erspäht, wird einem die Aussicht erst bewusst! Es muss ein richtiggehender Panoramaweg gewesen sein, wie der Höhenweg auch. Auf diesem Plateau entstanden im frühen 19. Jahrhundert die Häuser "Apfelberg" (Apfelbergweg 7) und "Leimatburg" (heute Dufourstrasse 37, welche 1912 den klassizistischen Vorgängerbau ersetzte) mit einer grandiosen Aussicht.


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    Als Auftakt zur Stützmauer wurde an der Böcklinstrasse wohl aus dem Abbruchmaterial der alten Mauer eine Trockenmauer aufgeschichtet. Für die Natur und den Anblick äusserst wertvoll, und wie man sieht, hat sie schon seit 86 Jahren Bestand! Im Hintergrund die Treppe zum Apfelbergweg hinauf, der ursprünglich an der oberen Wiesenkante zur Leimatstrasse hinab führte.

    (aus dem 3. Beitrag über die Mauer an der Leimat- und Böcklinstrasse.)



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    Aufgang von der Böcklinstrasse her zum Apfelbergweg. Oben am Wiesenbord die noch erhaltene Mauerkrone entlang des 1934 aufgegebenen Wegabschnitts, der zur Leimatstrasse hinunter führte.



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    Sehr alte Sandsteinquadermauer beim Zugang zu Apfelbergweg 7, die später mit Stampfbeton erhöht wurde. Auf dem Stadtplan von 1863 ist sie noch nicht vorhanden.



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    Erneuerte oder erhöhte Stützmauer von Apfelbergweg 7 in Stampfbeton. Im Fundamentbereich noch Reste der alten Sandsteinmauer.



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    Restaurierte Stützmauer bei Apfelbergweg 3, wohl mit ursprünglichem Eisengeländer zusammen mit der Villa 1885 erstellt.



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    Blick zurück mit den Stützmauern von Nr. 3 und 7. Rechts die die Panoramaaussicht verdeckende Hecke.



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    Aussicht vom Apfelbergweg auf Höhe Haus Nr. 3 über die Hecke in Richtung Altstadt. Vorne rechts die Böcklinstrasse, links die Kurve der Leimatstrasse mit dem Haus "Schönbühl" (Leimatstr. 7) und zugehöriger Remise/Stall.



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    Ausschnitt mit der Stützmauer bei Nr. 3.



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    Bis zum Bau der Goethe- und Müller-Friedberg-Strasse 1905 verlief der Apfelbergweg ab hier weiter westwärts. Anstelle seines Terrains wurde 1912 beim Neubau der "Leimatburg", Dufourstr. 37, ein Zugang zum Garten samt neuer Stützmauer aus Stampfbeton mit Kieselwurfverputz angelegt. Auch wenn die Mauer "nur" aus Beton ist - dringender Sanierungsbedarf ist jetzt angesagt, um irreparable Schäden zu vermeiden!

  • Zur städtebaulichen Entwicklung des Apfelbergwegs



    Hier folgt ein Beitrag, der zwar nichts mit dem Thema "Mauern und Einfriedungen" zu tun hat. Während der Bearbeitung des letzten Beitrags ist mir aber aufgefallen, dass der Apfelbergweg nur noch ein kleines Relikt eines einstigen Wegsystems ist, das heute völlig in Vergessenheit geraten ist. Es liegt in der Natur der Sache, dass man bei geschichtlichen Forschungen auf weitere, bisher unbekannte Aspekte stösst. Deshalb soll diesem Wegsystem erstmals ein kurzer geschichtlicher Rückblick gewidmet werden.


    Die Leimatstrasse ist in Form von teilweise umgewidmeten Strassen und Wegen bis heute erhalten; ebenso der Freibergweg, der im unteren Bereich der Erschliessung von Wohnhäusern dient und im obern Bereich bis heute ein schmaler Kiesweg ist.


    Der Apfelbergweg führte einst wie der Freibergweg von der Leimatstrasse zur Guisanstrasse (früher Wienerbergstrasse) hinauf.Von ihm zweigte auf halber Wegstrecke bis 1886 der Bellevueweg ab, der in horizontaler Lage südwestwärts bis zum Beginn des Höhenwegs beim Varnbüel führte.


    Der Höhenweg ist ein jahrhundertealter Panoramaweg fast auf der Krete des Rosenbergs. An ihm sind diverse Landhäuser von reichen Stadtbürgern aus dem späten 16. Jahrhundert nachweisbar ("Fehr'sches Schlösschen" Höhenweg 50, 1848 abgebrochenes "Höggerschlösschen" gegenüber Höhenweg 21, Tigerbergstr. 28). Bis heute ist dieses Strässchen noch erhalten und dient der Erschliessung von Wohnhäusern. Infolge üppigen Baumbewuchses ist das Panorama heute allerdings kaum mehr erlebbar: https://goo.gl/maps/18wFKMvNBNcXpUAv5 (bei Höhenweg 50).


    Der Bellevueweg war quasi die nordöstliche Fortsetzung des Höhenwegs bis zum Apfelbergweg, stand wohl aber in Privatbesitz mit öffentlichem Durchgangsrecht. Seinen Namen erhielt er vom Gut "Bellevue" (im östlichen Spickel zwischen Bellevueweg und Dohlengässlein/heute Varnbüelstrasse). Beide - der Weg und das Gut - wurden 1886 mit dem Bau der weiter unten angelegten Dufourstrasse aufgegeben.


    Der Apfelbergweg führte ab der Verzweigung des Bellevuewegs durch das Wiesland des Girtannerbergs, welcher 1889/91 mit dem Waisenhaus der Ortsbürgergemeinde (Dufourstr. 40, 1973 zugunsten des Neubaus der Helvetia-Versicherung abgebrochen) besetzt wurde. Somit verschwand fast die Hälfte des Apfelbergwegs. Beim Bau der Müller-Friedberg-Strasse und Goethestrasse 1905 erfuhr der Weg eine abermalige Kürzung. Seine letzte Amputation erfolgte im Leimat 1934 mit dem Bau der beschriebenen Stützmauer Leimatstrasse/Böcklinstrasse.


    Vom einst rund 530 Meter langen Weg existieren heute nur noch die 100 Meter zwischen Böcklin- und Goethestrasse (violett hervorgehoben)!



    Apfelberg Stadtplanüberlagerung 1863

    Stadtplan 1863. Das Wegsystem im Gebiet Leimat und Apfelberg.



    Apfelberg Stadtplanüberlagerung 1883

    Stadtplan 1883. Das teilweise jahrhundertealte Wegsystem im Gebiet Leimat und Apfelberg ist unmittelbar vor Beginn der Überbauung des Rosenbergs noch vorhanden. Im Vergleich mit 1863 ist einzig am Bellevueweg ein Landhaus samt Garten verschwunden, dessen Existenz und Name bis jetzt unbekannt waren.



    Apfelberg Stadtplanüberlagerung 1903

    Stadtplan 1903. Zwischen 1883 und 1886 wird die 1.6 km lange Dufourstrasse von der Kreuzung Zwingli-/ Nussbaumstrasse im Westen bis zur Leimatstrasse im Osten fertiggestellt. Sie ist die erste durchgehende Erschliessungsstrasse am Rosenberg und ist bis heute(!) grösstenteils in ihrer ursprünglichen Breite mit einseitigem Trottoir erhalten. Der Bellevueweg wurde dadurch aufgegeben. Mit dem Bau des Waisenhauses "Girtannersberg" 1889/91 wurde auch der Apfelbergweg um die Hälfte dezimiert. Die nördliche Hälfte des durch die Dufourstrasse geteilten Apfelberg-Gutes wird ab etwa 1889 bis 1899 mehr oder weniger planmässig überbaut (Kirchhoferhäuser).

    Edit. 23.10.2020: Der Apfelbergeweg vom Waisenhaus bis zur Guisanstrasse blieb weiterhin als privater Weg innerhalb des Waisenhausareals erhalten, wie man auf einer 1926 gelaufenen Flugaufnahme sehen kann. Möglicherweise bestand er noch bis zum Abbruch des Waisenhauses 1973.



    Apfelberg Stadtplanüberlagerung 2019

    Stadtplan 2019. Das Gebiet am Bellevue wird ab 1962 von der Universität für Wirtschaftswissenschaften St. Gallen genutzt. Das Waisenhaus"Girtannersberg" wird 1973 für den Neubau für die Helvetia Versicherungen abgebrochen. Das restliche Gebiet des Girtannersbergs ist Bauentwicklungsgebiet für die Universität und wird derzeit als Schrebergartenareal genutzt. Durch eine künftige Bebauung ist der Freibergweg in seinem ländlichen Erscheinungsbild sehr gefährdet.

  • Böcklinstrasse



    Die Böcklinstrasse ist eine Verbindungsstrasse vom Unteren Graben ins Leimatquartier und wurde 1912/13 erstellt. Da sie weitgehend unbebaute Grundstücke durchquert und den oberen Abschluss des Areals der "Brauerei Schützengarten" bildet, wird sie nur im unteren Bereich und gegen das Leimat von Wohnbauten gesäumt. Sie ist verkehrsarm und kommt mit einer für den Rosenberg eher gemächlichen Steigung aus.


    Vor wenigen Jahren wurde die Strasse im Steigungsbereich unnötigerweise saniert, wobei die breiten Trottoirrandsteine entsorgt und durch helle, scharfkantige und wohl fremdländische Steine ersetzt wurden. Auch der Strassenabschluss gegen die hangseitigen Mauern wurde erneuert. In den letzten Jahren herrscht in St. Gallen eine ziemlich aggressive, wenig nachhaltige Strassenerneuerungspolitik, was ich am Beispiel der Böcklinstrasse zeigen möchte. Während über hundert Jahren war man sich in St. Gallen gewohnt, dass die Randsteine wiederverwendet wurden.


    Die ganze Strasse kann übrigens bequem mit Google-Maps 'abgelaufen' werden, mit Start beim Unteren Graben: Google Maps Böcklinstrasse (Bilder von 2013 von vor der Strassenerneuerung).




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    Am Beginn der Böcklinstrasse steht die 1925 eröffnete "First Church of Christ, Scientist". Sie wurde auf einem zu kleinen Grundstück errichtet, sodass kein anständiger Vorplatz und Vorgarten angelegt werden konnten. Seit dem Auszug der Kirchgemeinde vor einigen Jahren betreiben hier die katholische und reformierte Kirchgemeinde oekumenisch die "Offene Kirche". Nachdem die Comic-Fassadenbemalung befristet bewilligt wurde, ist sie nun zum Providurium geworden. Entsprechend ungepflegt ist auch der Vorplatz, dessen Beparkung mit Autos offensichtlich geduldet wird. Überhaupt ist in den letzten zehn Jahren generell in der Stadt eine schnell um sich greifende, bauliche Verwahrlosung feststellbar, bis mitten ins Stadtzentrum hinein!


    Bilder von vor der Fassadenbemalung.


    Bild nach der Fertigstellung 1925:


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    Bild: Fotosammlung Arch. Ernst Kuhn, St. Gallen.


    Eine der Kastanien, die offenbar schon vor dem Bau der Böcklinstrasse hier standen, überlebte bis 1977. Damals wurde der Untere Graben verbreitert und ein Ersatzbaum gepflanzt. Dieser ist mittlerweile auch wieder verschwunden, sodass hier eine Ödnis herrscht.




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    Gerade zu Beginn der Strasse bei Nr. 4 ein Holzzaun, wie er sonst nur in landwirtschaftlichen Gegenden zu finden ist: Möglicherweise ist es ein Provisorium aus der Bauzeit der Strasse von 1913, das alle paar Jahrzehnte ersetzt werden muss.




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    Gegenüber: Böcklinstr. 9. Um 2015 wurde der Vorgängerbau aus dem 1. Viertel des 19. Jahrhunderts durch ein neues Mehrfamilienhaus ersetzt. Dabei blieb die alte Stützmauer - wohl von 1913 - erhalten. Auf der Seite eines privaten Erschliessungssträsschens wurde ziemlich lieblos eine Tiefgarageneinfahrt angeordnet: roh geschalter Beton, industrielles Sektionaltor, Maschendrahtzaun.




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    Stilistisch passt die Mauer eher zu den Gebäuden weiter oben an der Müller-Friedberg-Strasse. Der Lattenzaun wurde infolge von Sicherheitsvorschriften auf einen Meter erhöht. Für die Kontinuität und als Auftakt zur Strasse war es sehr wichtig, dass diese Mauer erhalten geblieben ist.




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    Die Mauer besteht aus roh behauenen Nagelfluh(?)blöcken ohne Randschlag. Die obersten beiden Steinreihen sind im Gegensatz zu den unteren Reihen unregelmässig versetzt.




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    Zugehörender Panoramalink: Google Maps, 2013.


    Der klassizistische Vorgängerbau aus dem 1. Viertel des 19. Jahrhunderts, um 2015 abgebrochen. Möglicherweise trug diese Haus den Namen "zum Friedberg". Der Name des einstigen Gutes "zum Friedberg" hat nichts mit der Müller-Friedberg-Strasse weiter oben zu tun, die erst 1905 erstellt wurde.




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    Die folgende Mauer ist wohl zusammen mit dem Haus Böcklinstr. 11 in den frühen 1930er-Jahren errichtet worden. Die Lisenen aus Kunststein und der Kratzputz haben mittlerweile neunzig Jahre ohne nennenswerte Schäden überstanden. Bei der kürzlichen Strassensanierung wurde ein Bankett vor die Mauer gesetzt, das weder als Sockel der Mauer noch als Strassenabschluss wirkt.




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    Nachträglich in einer halbrunden Nische eingefügter Wasserhydrant.




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    Zugehörender Panoramalink: Google Maps. 2013.


    Der Zustand vor der Strassensanierung mit zwei Reihen Pflastersteinen, wobei die zweite Reihe als Wasserrinne dient.




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    Zugehörender Panoramalink: Google Maps, 2013


    Bei meiner kürzlichen Fototour erinnerte ich mich an die Situation vor Böcklinstr. 13, die ich allerdings nicht mehr so vor fand. Ein Google Maps-Bild von 2013 zeigt noch diesen Zustand. Es handelt sich um einen bemerkenswerten Wohnblock aus den 1940er-Jahren, der mit seinem weitausladenden, dunkel gebeizten Vordach und teilweise Sprossenfenstern einen rustikalen Eindruck machte. Trotz der etwa zehn Wohneinheiten kam man damals noch mit zwei Garagen aus. Ein Teil des Vorgartens lag über einer Trockensteinmauer.




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    Der Vorgarten wurde um 2018 samt der Trockensteinmauer zugunsten zweier weiterer Garagen weggebaggert, das Haus selber modernisiert. Vergleich zu 2013: Google Maps.




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    Zwischen den Stützmauern von Böcklinstr. 13 und 17 liegt ein schmaler Zugang zu Müller-Friedberg-Str. 28 hinauf.




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    Hoch über Mauer und Garten von Böcklinstr. 17 (rechts, erbaut um 1950) thront die Villa "Neuburger-Reichenbach", Müller-Friedbergstr. 30, erbaut 1915 von Arch. Ernst Kuhn, in deren Garten Böcklinstr. 17 hineingepfercht wurde.




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    Böcklinstr. 17 wirkt von hier aus wirklich wie ein hässliches kleines Entlein. Die Erdgeschossfront zurückspringend, in der Mitte der Hauseingang, der von vier Garagen flankiert wird, der Vorplatz samt Besucherparkplatz komplett zubetoniert. Zusätzlich wurde das Haus vor etwa zehn Jahren mit einem Löwenzahngelb farblich aufgepeppt.

  • boecklinstrasse schuetzengarten 01.10.2020 8127


    Nach der Steigung folgt ein gerades Strassenstück, welches das Schützengarten-Brauereiareal oben abschliesst. Bergseitig liegt über einer Stützmauer das grosse Villengrundstück von Müller-Friedberg-Strasse 36, das einst zur Brauerei gehörte und durch die Böcklinstrasse nun abgetrennt ist.




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    Dem horizontalen Rissbild nach handelt es sich um eine mit einem Kieselwurf verputzte Stampfbetonmauer, die 1912/13 zusammen mit der Böcklinstrasse errichtet wurde. Die Mauerkrone bildet eine Reihe kleiner Felsblöcke. Bis hierher wurde die Strasse vor wenigen Jahren erneuert, und man sieht auf der Fotografie das Zusammentreffen des neuen und alten Banketts.




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    Am Ende des Brauereiareals steht der Siloturm aus den spätern 1920er-Jahren. Zwei bemerkenswerte, sehr charakteristische Doppeltore führen auf den Vorplatz, die heute noch bei der Anlieferung von Getreide von Hand geöffnet und geschlossen werden müssen. Dies funktioniert nun seit bald 100 Jahren einwandfrei!




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    Vom Strassenrandstein über die Tore bis zum Siloturm ist seit 100 Jahren alles orgiginal erhalten!




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    Die einzige Änderung in den letzten 100 Jahren auf diesem Bild sieht man nicht: Seit etwa 25 Jahren riecht man das Bier während des Gährprozesses in den Gährbecken im Gebäude rechts nicht mehr. Ich mag mich noch erinnern, dass man das Bier bis zu unserer Wohnung roch, obwohl wir knapp 500 m entfernt wohnten.




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    Ein seit Jahrhunderten unangetastetes Stück Rosenberg mit Wiesland und Obstbäumen östlich von Müller-Friedberg-Str. 36.




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    Zugehörender Panoramalink: Google Maps


    Aus der Bauzeit der Villa Müller-Friedberg-Str. 40 von 1917 hat sich an der Böcklinstrasse eine frühe Doppelgarage erhalten. Die (nicht mehr originalen) Tore wurden kürzlich durch neue, ungegliederte Rolltore ersetzt. Auf einer Flugaufnahme von Walter Mittelholzer von 1924 erkennt man die Garage noch im ursprünglichen Zustand mit zwei zweiflügligen Toren und einem zusätzlichen Abschluss gegen die Strasse, natürlich alles noch für Handbetrieb!




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    Ausschnitt aus einer Fotoansichtskarte, Flugaufnahme von Walter Mittelholzer, 1924. Sammlung Riegel.




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    Stützmauer von Müller-Friedberg-Str. 40: Unter dem abgefallenen Verputz kommt ein roher Stampfbetonmauerkern zum Vorschein. Der Verputz weist eine Randabglättung auf; darüber folgt ein neubarockes Schmiedeeisengeländer.




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    Ab hier folgt die Böcklinstrasse dem natürlichen Verlauf des noch weitgehend unbebauten Schönbühltobels. Im Hintergrund links erkennt man den tiefen Einschnitt für die Böcklinstrasse, der infolge der bestehenden Häuserreihe im Leimat vorgenommen werden musste. Im Mittelgrund die Leimatstrasse und rechts das Haus "Schönbühl", Leimatstr. 7 (s. auch hier).




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    Hauseingang zu Böcklinstr. 39 von 1914. Das Haus entstand knapp unterhalb des frühestens 1907 aufgelassenen Stauweihers im Schönbühltobel.

  • Müller-Friedberg-Strasse



    Die Müller-Friedbergstrasse verläuft oberhalb der Böcklinstrasse und verbindet ebenfalls das Zentrum mit dem Leimat. Sie wurde allerdings ein paar Jahre vor letzterer 1905 erstellt. Im Gegensatz zum zentralen Rosenberg, dessen Bebauung ab 1880 begann, sind hier die Grundstücke viel grosszüger und wurden erst zwischen 1900 und 1915 mit grosszügeigen Villen und Mehrfamilienhäusern bebaut. Hier finden sich einige Sichtbetonmauern aus jener Zeit, die nach mehr als hundert Jahren jetzt dringend einer Instandstellung - wenn nicht sogar Restaurierung - bedürfen.



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    Untere Abschlussmauer von Dierauerstr. 14 gegen die Müller-Friedberg-Strasse. Zusammen mit der Villa 1911 fertig gestellt. Die Mauer besteht aus Stampfeton, der lagenweise eingefüllt und verdichtet (gestampft) und nach dem Ausschalen gestockt wurde. Die Abdeckplatten bestehen wohl aus Kunststein.




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    Das untere Eingangsportal ist wie die Villa selbst in neubarocken Formen gehalten.




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    Die Schäden sind unübersehbar: Die enzelnen Betonieretappen haben sich nicht ganz verbunden und lassen Wasser durch. Einzelne Partien werden sogar durch Baumwurzeln herausgedrückt. Wurzelwerk und gefrierendes Wasser heben die Abdeckplatten und sogar einzelne Mauerpfeiler bereits an.




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    Müller-Friedberg-Str. 33 erhebt sich oberhalb der Einmündung der Dierauerstrasse in die Müller-Friedberg-Strasse. Hier war eine Kreuzung mit einem vierten Arm vorgesehen, wohl aber aufgrund der Besitzverhältnisse bei Nr. 36 nie verwirklicht worden. Die Dierauerstrasse hätte so eine Fortsetzung abwärts gegen Osten bis zur ursprünglichen Einmündung des Apfelbergwegs in die Leimatstrasse erhalten (wo heute die Böcklinstrasse einmündet). Zur Betonung der Kreuzung wurde in die Mauer ein Wandbrunnen mit einer Bronceplakette mit einem Bildnis von Karl-Müller-Friedberg eingelassen.




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    Müller-Friedberg-Str. 33 unmittelbar nach Bauvollendung um 1909.


    Das Haus kurz nach dem Bezug etwa 1909. Der Bauherr war mein Urgrossvater. Zu jener Zeit führte der alle drei Jahre stattfindende Kinderfestumzug noch über die Müller-Friedberg-Strasse und die Dufourstrasse zurück zum Kinderfestplatz auf den Tiger- und Höggersberg hinauf. Von meiner Grosstante weiss ich, dass mein Urgrossvater jeweils wie auf einer Loge an der Brüstung oberhalb des Brunnens stehend dem Umzug zuschaute.


    Die Ansichtskarte hat eine sehr weite Reise hinter sich; man kann sagen, einmal um die ganze Erde! Mein Urgrossvater schickte sie seinem 1880 nach Australien ausgewanderten Bruder. Nachdem um etwa 2005 die zweitletzte Nachfahrin in Australien verstarb, erinnerte sich eine Klosterfrau, deren Orden ihr Erbe antrat, dass es in St. Gallen einen an Familiengeschichte interessierten Verwandten gab. So kehrte diese Ansichtskarte zusammen mit sehr vielen weiteren Familiendokumenten nach rund hundert Jahren wieder in die alte Heimat zurück!




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    Der Wandbrunnen mit der Bronceplakette Friedbergs. Die Loge und der Alpengarten sind heute völlig zugewachsen. Die Stützmauer besteht auch hier wieder aus gestocktem Sichtbeton, der lagenweise eingefüllt und gestampft wurde. Die Schäden sind hier noch nicht so gravierend, machen sich aber bereits bemerkbar. Die Lisenen, die Logenbrüstung und die Mauerabdeckung sind aus Sandstein oder Kunststein.




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    Detailansicht rechts des Brunnens.




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    Der Eingangsbogen erhielt vor einigen Jahren ein neues Schmiedeeisentor. Es ist wohl sorgfältig gemacht worden und gut gemeint gewesen, aber stilistisch passt es nicht so recht zur gesamten Architektur. Wie ich mich erinnere, war vorher ein weisses Holzlattentor. Rechts der Nebeneingang und die Stützmauer von Nr. 35 von 1907/08. Die Mauer besitzt einen Betonkern und ist verputzt. Interessant ist die Kombination mit 45° gedrehten quadratischen Balken anstelle eines richtigen Geländers. Solche Geländer mit zwei übereinandergeordneten und gedrehten Balken waren in St. Gallen in der Mitte des 19. Jahrhunderts oft anzutreffen. Weitere Ansicht: https://goo.gl/maps/96YFsRRf6hU2JUAU7.




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    Müller-Friedberg-Str. 37 von 1907 besitzt nur eine niedrige Stützmauer aus Sandstein mit einer ebensolchen Abdeckung. Darüber befand sich ursprünglich ein niedriger Lattenzaun.

  • Nun folgen noch drei weitere Liegenschaften mit Stützmauern im unteren Bereich der Müller-Friedberg-Strasse.



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    Zwischen der Müller-Friedberg-Strasse und Dierauerstrasse erfolgte bis 1989 eine Überbauung des Stoffelparks mit postmodernen Mehrfamilienhäusern. Da die Gebäude alle zur Dierauer- und Eschenstrasse orientiert sind - wie die abgebrochene Villa und das zugehörige Kutscherhaus auch - steht die alte Stützmauer mit dem Eingangsportal heute ein bisschen verloren da.




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    Das aufwändige Eingangsportal mit neubarock verspielten Schmiedeeisenarbeiten führt und führte lediglich zur Gartenanlage.




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    1950 gelaufene Ansichtskarte.


    Müller-Friedberg-Str. 15 ist ein besonders gelungenes Beispiel einer Symbiose von Wohnhaus und Stützmauer aus dem Jahr 1907. Von den Wandflächen der Fassade wurden grosse, über beide Geschosse hinweg verlaufende Spiegel mit einem Besenwurf versehen. Die Ränder blieben frei, und zusätzlich wurden an den Ecken der Spiegel kleine Quadrate ausgeschieden. Bei der Stützmauer wiederholten sich diese Formen, aber die Spiegel sind hier mit einem robusteren Kieselwurf versehen.




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    Bei einer Aussenrenovation erfolgte eine Erneuerung des Verputzes, der aber leider nicht mehr mit einem Besenwurf versehen wurde. Die einstigen Spiegel mit den ausgeschiedenen Quadrätchen in den Ecken wurden aber wenigstens mit Farbe angedeutet. Die Stützmauer zeigt sich nach über hundert Jahren immer noch im ursprünglichen Kleid, das aber bald das Ende seines ersten Lebenszyklus' erreicht hat. Nur der Sockel der Mauer ist bei der Strassenverbreiterung um 1970 durch leichte Anhebung der Fahrbahn leider im Boden versunken.




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    Der Eckpfosten ist zusammen mit beiden undefinierbaren Bekrönungen leider auch verschwunden. Gut sichtbar ist hier der ursprüngliche Sockel aus langen Natursteinquadern und darüber die verputzten Wandflächen mit Kieselwurfspiegeln und oben ausgesparten Quadraten ähnlich wie an den Fassaden des Hauses. Der Verlust des Portals ist dem Ausbau der Müller-Friedberg-Strasse zu einer der vier Haupterschliessungsstrassen auf den Rosenberg und ins Rotmonten-Quartier geschuldet. Der Eingang wurde zudem aus Sicherheitsgründen auf die Seite zum hier endenden Trottoir verlegt.




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    In krassem Gegensatz zum letzten Beispiel steht die Nachbarliegenschaft unterhalb, Müller-Friedberg-Str. 11. So hässlich wie das Gebäude selbst ist auch die Stützmauer und die lieblose und pflegeleichte Gartengestaltung - aber immerhin noch ein bisschen Vorgarten...




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    ... während der Zugang zum Haus 'besonders einladend' wirkt.




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    Eine eigenwillige Eingangsgestaltung mit zwei Zypressen zeigt Müller-Friedberg-Str. 7 aus den 1940er-Jahren.

  • Dohlengässlein und Eschenstrasse



    Am Beginn der 1905 erstellten Müller-Friedberg-Strasse führen ab dem Metzgertor zwei jahrhundertealte Wege auf den Rosenberg hinauf, das Dohlengässlein und die Bergtreppe (vor der Eröffnung des Rosenberg-Eisenbahntunnel 1912 noch die Bergstrasse). Beide wurden durch das vor allem zwischen 1880 und 1900 erstellte Strassennetz am Rosenberg unterbrochen und sind noch fast durchgehend erhalten. Das Dohlengässlein ist heute die wichtigste Fussgängerverbindung vom Zentrum zur Universität hinauf.



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    Der "Tigerhof", Tigerbergstr. 2, vom Metzgertor aus.


    In die Weggabelung von Bergstrasse und Dohlengässlein wurde um 1849 ein Manufakturgebäude gesetzt, das 1866 durch Erweiterung und Aufstockung zur heutigen Baugruppe "Tigerhof" und "Felsenhof" (Tigerbergstr. 2 und Müller-Friedberg-Str. 1) anwuchs. Auf dem Gut "Tigerberg" entstand ab etwa 1880 eine der beiden ersten privat initiierten Überbauungen des Rosenbergs, weshalb der alte, als Serpentine angelegte Privatweg zur befahrbaren Tigerbergstrasse ausgebaut wurde (Bilder in einem späteren Beitrag). Quer vor dem Tigerhof verläuft seit 1905 die Müller-Friedberg-Strasse.


    Von der Tigerbergstrasse aus wurde in den 1890er-Jahren der Bau der Eschenstrasse begonnen, die aber infolge einer der häufigen Planänderungen nie fertig gestellt wurde und heute als Sackgasse besteht. Die neuen Erschliessungsstrassen des Rosenbergs bedingten oft umfangreiche Erdbewegungen, was man am Dohlengässchen heute noch gut beobachten kann:



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    Dohlengässlein zwischen Müller-Friedberg-Strasse und Eschenstrasse.


    Die hangseitige Stützmauer des Dohlengässleins wurde wahrscheinlicher erst beim Ausbau des privaten Tigerbergwegs zur Strasse gegen 1880 erstellt. Die von ihr abzweigende Eschenstrasse liegt auf einer etwa fünf Meter hohen Aufschüttung über dem ursprünglichen Niveau des Dohlengässleins, weshalb eine Treppe zum neuen Strassenniveau hinauf angelegt wurde. Die alte Stützmauer verschwindet heute einfach im Erdreich, was von niemandem mehr wahrgenommen wird. Die Oberkante der Mauer wurde infolge Bodenerosion mit Stampfbeton erhöht.


    Bei der Abzweigung der Eschenstrasse befindet sich eine imposante Portalanlage, die zum einstigen Stoffel-Park gehörte, und daneben ein kleineres Gartenportal:



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    Eingangsportal an der Eschenstrasse zum ehemaligen Stoffel-Park.



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    Eingangsportal an der Eschenstrasse zum ehemaligen Stoffel-Park von innen.



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    Links daneben Gartenportal von Eschenstr. 1.

  • Dierauerstrasse



    Die Dierauerstrasse zweigt ebenfalls wie die Eschenstrassse ostwärts von einer Spitzkehre der Tigerbergstrasse ab. Auf dem Stadtplan 1891 ist sie als Sackgasse erstmals eingezeichnet und hiess damals noch Lerchenstrasse. Erst mit dem Bau der Müller-Friedberg-Strasse 1905 wurde sie bis zu ihr verlängert und 1921 in Dierauerstrasse umbenannt. Wahrscheinlich war ostwärts unterhalb der Müller-Friedberg-Strasse eine Weiterführung bis zur Abzweigung des Apfelbergwegs von der Leimatstrasse vorgesehen, aber infolge der Besitzverhältnisse bei der Brauerei Schützengarten nicht verwirklicht worden. Stattdessen erfolgte weiter unterhalb 1912/1913 der Bau der Böcklinstrasse.



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    Dierauerstr. 1.


    Für die damalige Qualität der Bauten und Einfriedungen am Rosenberg spricht beispielsweise Dierauerstr. 1. Seit 1889 ist das Haus "zur Lärche" samt Gartenanlage praktisch unverändert auf unsere Zeit hinübergekommen.



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    Dierauerstr. 1.



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    Dierauerstr. 1.


    Während der nunmehr 130 Jahre währenden Existenz der Liegenschaft kam um 1930 eine Doppelgarage hinzu. Mit den originalen Holztoren wäre sie als Zeuge der Frühzeit des Autos eigentlich schon denkmalwürdig! Ein ähnliches Objekt, aber stark verändert, wurde hier bereits an der Böcklinstrasse (Müller-Friedberg-Str. 40 zugehörig) vorgestellt. Weiter vorne an der Dierauerstrasse folgt eine weitere Garage aus jener Zeit.



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    Dierauerstr. 1 mit früher Garage, gemäss Stadtplänen zwischen 1927 und 1934 erstellt.



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    Dierauerstr. 2, erbaut 1905. Ungelaufene Fotoansichtskarte um 1920/1930.


    Das im Winkel von Dohlengässlein und Dierauerstrasse stehende Gebäude wirkt heute wie an die Strasse angeklebt. Den Eingang muss man suchen... Dafür haben Autos auf zwei Ebenen ein Dach über dem Kopf:



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    Dierauerstr. 2 heute.



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    Dierauerstr. 3.


    Dierauerstr. 3 wurde um 1980 in den Garten von Dufourstr. 61 hineingezwängt. Viele der einst grosszügigen Grundstücke am Rosenberg reichen von einer Strasse bis zur nächst höher oder tiefer gelegenen. Auch wenn das Haus mittlerweile recht eingewachsen ist, ist es ein weiteres hässliches Entlein am Rosenberg. Die ursprüngliche Einfriedung ist im östlichen Bereich noch erhalten und auf einem Bild im nächsten Beitrag zu sehen.



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    Dierauerstr. 3 und dahinter Dufourstr. 61.



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    Dufourstr. 61 "Rosemont" von 1898 kurz nach der Erbauung. 1904 gelaufene Privat-Ansichtskarte.



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    Dufourstr. 61 "Rosemont" auf einer 1916 gelaufenen Fotoansichtskarte.



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    Dufourstrasse 61. Rest der ursprünglichen Einfriedung an der Dierauerstrasse mit versetztem Gartenportal östlich von Dierauerstr. 3.


    Alle historischen Stadtpläne des Vermessungsamtes der Stadt St. Gallen sind im Internet einsehbar. Sie sind zudem exakt übereinander kopiert, weshalb man die bauliche Entwicklung jedes Quartiers leicht nachvollziehen kann. Zusammen mit den diversen Gebäudeinventaren sind sie für den Bauforscher eine wahre Fundgrube. Durch folgenden Link gelangt man zum Ausschnitt mit der Dierauerstrasse im aktuellen Stadtplan:

    https://map.stadt.sg.ch/stadtp…827211&zl=10&hl=0&layers=.

    Im linken Aufklappmenu kann man nach Anklicken des mittleren Kreises (Tempelsymbol) die diversen Stadtpläne auswählen (jeweils ins leere Quadrätchen klicken).

  • Das Grundstück des 1899/1900 erbauten Mehrfamilienhauses 'Hohentwiel' Dufourstrasse 59 stösst ebenfalls bis an die Dierauerstrasse hinunter, wo eine Stützmauer aus Zyklopenmauerwerk die Fortsetzung bildet. Die Peileraufsätze aus Backstein entsprechen den Sichtbacksteinfassaden des Wohnhauses.



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    Dufourstr. 59. Unterer Abschluss an der Dierauerstrasse.



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    Dufourstr. 59 von der Dierauerstrasse her gesehen.



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    Dufourstr. 59. Unterer Abschluss an der Dierauerstrasse.



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    Dufourstr. 59. Unterer Abschluss an der Dierauerstrasse.



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    Dierauerstr. 7.


    Dierauerstr. 7 wurde im Zuge der gegenüber liegenden Stoffelpark-Überbauung um 1989 erstellt. In der Mittelaxe des symmetrischen Baus liegt die Tiefgarageneinfahrt, durch welche auch der Personenlift erreicht wird. Der eigentliche Personenzugang zum Haus erfolgt über die Gartentreppe daneben. Das Erlebnis 'Hauszugang' - auch noch an einem Abfallcontainer vorbei - ist ein ganz anderes als bei einem historischen Haus...



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    Garagen von Dierauerstr. 9.


    Das zu Beginn der 1930er-Jahre erbaute Mehrfamilienhaus Dierauerstr. 9 im Bauhausstil weist ebenfalls noch eine zeitgleiche Garage auf. Die Gartenstützmauern bestehen aus grob verputzten Beton. Die Mauerabdeckung findet ihre Entsprechung über der Garage selbst und als auch als Vordach über den Garagentoren. Dasselbe Element findet sich auch bei den Fenstersimsen und ursprünglich auch bei den halbrunden Balkonen des Wohnhauses wieder. Alles in allem ein harmonisches Zusammenspiel. Der Zugang zum Haus befindet sich rückseitig von der Dufourstrasse her.



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    Dierauerstr. 9.



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    Dierauerstr. 11.


    Nach dem axialsymmetrischen Muster von Dierauerstr. 7 wurde in den 1990er-Jahren die postmoderne Dierauerstr. 11 konzipiert. Auch hier wieder eine zentral in der Mitte liegende Tiefgarageneinfahrt und daneben versteckt entlang einer genuteten Betonwand der Hauszugang für die Personen.



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    Dierauerstr. 17.


    Ebenfalls in den 1990er-Jahren entstand in einer eigenwilligen modernen Architektur Dierauerstr. 17. Auch wenn die hohe Stützmauer nur aus glattem Beton besteht, sieht man an den Pfeileraufsätzen mit runden Metallgebilden, dass hier eine sorgfältige Planung erfolgte.


    Der scheinbar von der Tiefgaragenzufahrt abgekoppelte Hauszugang führt schliesslich doch auch auf Garagenvorplatz. Wenigstens ist der Abfallcontainer hinter einem Tor versteckt.



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    Dierauerstr. 17.


    Eigentlich eine sorgfältige Gestaltung, aber alles mit zu viel Beton und fluchtwegmässigen, symmetrisch angelegten Metalltreppen überinszeniert. Weniger wäre mehr gewesen.



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    Dierauerstr. 17.



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    Dierauerstr. 19.


    Die Stützmauer aus Stampfbeton war der untere Abschluss der aufwändigen Gartenanlage der 1911 erstellten Villa Dufourstr. 49. In den Garten wurde in den frühen 1960er-Jahren der völlig schmucklose Wohnblock Dierauerstr. 19 gesetzt. Die östliche Fortsetzung bildet dann die bereits beschriebene Müller-Friedberg-Str. 33.