Leipzig (Allgemeines)

  • Das Romanushaus ist wirklich sehr beeindruckend, ein tolles Haus! Ich finde bloß die gelbe Farbe auf der Seitenfassade zu aufdringlich... oder sieht das nur auf den Fotos so aus?

    Wichtig ist aber, dass das FREGEHAUS gesichert und erhalten wurde.

    Der Link vom Fregehaus führt zur Wikipedia-Seite von Campino ;-)

    "An Sehenswürdigkeiten, die bloß das Auge erfreuen, ist ja diese Stadt so überreich. Ihre Straßen sind mit Kultur gepflastert, während die Straßen anderer Städte bereits mit Asphalt gepflastert sind. Die Vergangenheit reicht in die Gegenwart hinein, und daraus erklärt sich die bekannte Wiener Unpünktlichkeit. (...) In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Oben ist ein Link zu Campino von den Toten Hosen enthalten. Hier die Erläuterung:


  • Sehr interessant, ich wußte nicht, wie Campino mit bürgerlichem Namen heißt... dann stammt er also trotz aller Punkattitüde aus einem großbürgerlichen Haus ;-)

    "An Sehenswürdigkeiten, die bloß das Auge erfreuen, ist ja diese Stadt so überreich. Ihre Straßen sind mit Kultur gepflastert, während die Straßen anderer Städte bereits mit Asphalt gepflastert sind. Die Vergangenheit reicht in die Gegenwart hinein, und daraus erklärt sich die bekannte Wiener Unpünktlichkeit. (...) In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • 2013 war das Kasernengelände an der Olbrichtstraße noch am Anfang der Neugestaltung.




    Am KASERNENTOR fehlten die Sterne und die Farbe -ist grau eigentlich eine Farbe- blätterte ab. Die KAMERADEN DER ANDEREN SEITE zeigen noch immer ein erstaunliches Interesse an der Entwicklung der ehemaligen Standorte der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (ГСВГ). Aus deutscher Sicht sind deren Kommentare nicht immer politisch korrekt. Manche Russen -oder besser postsowjetische Bürger- bedauern, dass "Ihre" Liegenschaften jetzt in der Hand von Faschisten und Saboteuren sind.







    Inzwischen hat sich erstaunliches in der Olbrichtstraße getan. 2013 hätte ich das Gelände beräumt und begrünt.






    Die Russen liebten selbstgebastelte Tore und Gitter. Vielleicht wurde das kleine Tor als Denkmal erhalten?




    Eigene Fotos.

  • Von 1984 bis 1989 war GENNADI KONSTANTINOWITSCH MILIZIN Chef der Einheit "Werk Motor".

    Oberst Milizin berichtet HIER auch über seine Arbeit in Leipzig. Obwohl im завод "МОТОР" ("Werk Motor") immerhin 900 sowjetische Militärs, 500 sowjetische Zivilangestellte und 100 deutsche Angestellte arbeiteten, lese ich aus seinem Bericht ein gewisses Bedauern heraus, dass das завод "Красная Звезда" Лейпциг (Werk "Roter Stern") noch größer war.


    Auf der anderen Seite der Obrichtstraße befand sich das STADION der Einheit und die Schweineställe. Zur Selbstversorgung der Einheit gab es eine Landwirtschaftsabteilung mit Gewächshäusern. Die Sowjets haben ja gerne ihre Soldaten in deutschen Betrieben der LANDWIRTSCHAFT und der INDUSTRIE arbeiten lassen bzw. für andere HILFSARBEITEN eingesetzt.


    Hinter diesen Toren befanden sich das STADION und die Schweineställe.


    201305leipzig_russenkfjjk7.jpg



    201305leipzig_russenkb0ja3.jpg



    Heute wohnt man dort in Neubauten...


    202103_sawodmotorawkl22jcz.jpg


    ... oder der sanierten Kommandantenvilla.


    202103_sawodmotorawklurkr1.jpg


    202103_sawodmotorawklzbkz0.jpg


    Eigene Fotos.

  • Die Russen liebten selbstgebastelte Tore und Gitter. Vielleicht wurde das kleine Tor als Denkmal erhalten?

    Erinnerungsstück hin oder her. Soll das ganze Tor in diesem ramponierten Zustand inclusive herabgefallener Dachschindeln und zerbeultem Briefkasten bleiben? Oder wird es noch etwas renoviert?

  • Soll das ganze Tor in diesem ramponierten Zustand inclusive herabgefallener Dachschindeln und zerbeultem Briefkasten bleiben?


    Vermutlich wird an den Mauern und Toranlagen noch etwas getan. Die Angaben zu den Denkmalen sind auf der Seite der Denkmalpflege Sachsen in einzeln zu öffnenden PDF-Dokumenten zu finden. Bei der großen Anzahl von Denkmalschutzobjekten ist es nicht ganz einfach, dabei die Übersicht zu behalten.




    Ob in jedem Fall alle Teile der Einfriedungen, also auch die russischen Konstruktionen, erhalten werden sollen, ist für mich nicht erkennbar.



    2013


    201305leipzig_russenktuk7l.jpg


    201305leipzig_russenk9sklm.jpg




    2021 ist ein nicht unbeträchtlicher Teil der russischen Mauern noch vorhanden.


    Olbrichtstraße


    202103_sawodmotorawklq0jjm.jpg


    202103_sawodmotorawklccjf5.jpg



    Deutsche Mauern wurden jedenfalls saniert.


    202103_sawodmotorawklatjq0.jpg


    Eigene Fotos.

  • Für die Wasserversorgung von Leipzig-Möckern wurden zwei Wassertürme errichtet.




    Dass das BEHÄLTERGESCHOSS 1995 zurückgebaut werden musste, ist ein erheblicher Verlust für das Straßenbild.


    202103_sawodmotorawkllnj4e.jpg


    Eigenes Foto.

  • Aus finanziellen Grunden, weil eine Instandhaltung zu teuer gewesen wäre?

    Vermutlich.


    HIER erinnern sich russische Kameraden an ihre Zeit in Deutschland.

    Juri Kudinow steht bei diesem Anblick aus 2013 das Herz still, besonders wenn er daran denkt, wie es hier früher aussah.






    i?r=AyH4iRPQ2q0otWIFepML2LxRoEoljHMR7ax3Nlu-ZFXMTQ



    Sascha Markini fragt sich, warum das niemand mehr benötigt. "..ein schrecklich unangenehmer Anblick..."


    Und Wissili Charin vermutet gar: "Als ob sie darauf warten, dass wir hierher zurückkommen."


    Um 2000 war die Lage in Leipzig so dramatisch, dass eine Wissenschaftlerin zwei Szenarien vorstellte: In der schlechten Variante sollte Leipzig auf 300.000 Einwohner schrumpfen.


    Um 2010 wurde mit der Sanierung der alten Kasernen im Leipziger Norden begonnen. Wenn jetzt nicht wieder 600.000 Menschen in Leipzig wohnen würden, könnte man das Areal auch nicht retten. Dort war schon alles zugewachsen, Bäume, ganze Wälder wuchsen aus den Gebäuden.


    In der Zweinaundorfer Straße kann man die Kraft der Natur erahnen. Die Aufnahme stammt aus 2008. Ein Teil des Waldes wurde inzwischen gerodet. Der Rest ist kräftig weiter gewachsen.


    In das nördliche Kasernengebiet hat sich das Google-Kamerafahrzeug wohl nicht hineingetraut. An der Max-Liebermann-Straße sah es 2009 noch einigermaßen urban aus.