München (Allgemeines)

  • Ja, die Wirtschaftlichkeit - da hätte ich auch gar nichts dagegen wenn Qualität und Ästhetik ihren Preis hätten. Nur leider ist es eben nicht immer an dem - da werden lieblose einfallslose Kasterl daher gesetzt (Bsp. Frauenhofersuiten) und für so einen Billigbunker will man dann auch noch 77.000 € den m² haben!


    Für einen solchen Preis erwarte ich mindestens eine Gründerzeitvilla im Neoklassizistischem Stil mit Marmorstuck, massiv Mooreiche Tafelparkett und natürlich ebenfalls reich verzierte und massive Eichenflügeltüren mit den entsprechend reichlich verzierten Klinken und Beschlägen. Halt doch etwas pompöser als die Gühlervilla meines Avatares.


    Aber doch bittschön nicht so eine Schachtel, welche man eher nach Neuperlach oder Hasenbergl verorten würde!

  • Also was ich als "Tenement" kenne, ist schlimmer als ein Stall, das ist eine Tropfgrotte ohne Belüftung, ganz furchtbar.

    Vielleicht reden wir da aneinander vorbei. Ich verstehe darunter die typischen New Yorker Backsteinhäuser mit dem metallenen Feuerleitern an der Fassade. Dass die natürlich auf modernen Innenstandard saniert gehören, wie jeder Gründerzeitler, steht außer Frage.


    Hier z.B. ab Minute 8:

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  • Heimdall: hm. Vielleicht hast Du recht, denn das Tenement-Museum ist offenbar ein solches nicht-umgebautes Backsteinhaus mit Feuerleitern: https://de.wikipedia.org/wiki/…East_Side_Tenement_Museum

    Kennzeichen waren jedenfalls extrem kleine Räume/Wohnungen ohne Fenster.

    Ich habe mal vor Jahren irgendwo Zeichnungen gesehen, da sahen die Fassaden nicht so wie die Backsteinhäuser aus, sondern hatten mEn vertikale Fensterschlitze - andere Bauart, andere Fassadengestaltung.

    Ob die typischen Backsteinhäuser immer so kleinteilig aufgeteilt waren, oder ob es da auch großzügigere Varianten gab (die dann vermutlich eher stehengelassen wurden) - ist bei Berliner Gründerzeithäusern ja auch so, der Unterschied zwischen Müllers Hof und Kudamm ist gravierend - und ob entsprechend die Bezeichnung "Tenement" dann auch eine Zeitlang auf die Backsteinhäuser überging, weiß ich nicht.

  • In der Nähe von der Theresienwiese soll ein 15 Jahre leerstehender Altbau ausgerechnet für ein Hotel weichen

    Schwanthalerstraße 119


    Das Haus steht auf der Denkmalliste. Denkmalnummer D-1-62-000-6372.


    Listentext:

    Zitat

    Wohnhaus in Ecklage, spätklassizistisch, dreigeschossig, mit Konsolgesims, 1864 von Maurermeister G. Dürr.

    https://de.wikipedia.org/wiki/…der_Schwanthalerh%C3%B6he

    https://commons.wikimedia.org/…C3%9Fe_119_(M%C3%BCnchen)


    Das Haus wurde definitiv abgebrochen.


    https://www.hallo-muenchen.de/…stehen-soll-12293660.html

    https://www.wochenanzeiger-mue…ich-abreissen,118383.html

    https://www.wochenanzeiger-mue…rs-doenerhaus,126696.html

  • Schwanthalerstraße 119


    Das Haus steht auf der Denkmalliste. Denkmalnummer D-1-62-000-6372.

    STAND auf der Denkmalliste. Inzwischen ist es weg. Ich kenne das Haus noch selbst da ich ehemals in der Schwanthaler Höhe wohnte. Diese Dönerbude mit den Slogan "Döner macht schöner" war das absolute Drecksloch wo sich nur Ratten und anderes Ungetier wohlfühlten.


    Das Haus wurde auf sträflichste vernachlässigt, aber trotz alledem wäre es sanierungsfähig gewesen - wenn die "Investoren" nur gewollt hätten. CSU Stadtrat Brannekämper sprach sich dafür aus, das weit über 150 Jahre alte Gebäude zu erhalten - genutzt hat es nix.


    Es ist im Grunde genommen wurscht was da jetzt daher kommt, das Baudenkmal wurd vernichtet und es läßt sich leider nicht mehr rückgängig machen.


    Bleibt nur zu hoffen, daß das neue Hotel sich architektonisch in das Stadtbild einfügt und keine lieblose 08/15 Kiste wird.

  • Die Graphik ist sicher nicht das Gelbe vom Ei. Aber, wenn es so kommt, könnte das zumindest ein halbwegs akzeptabler Ersatz sein. Immerhin eine Walmdach (oder Tonnendach?), eine Eckkuppel, ein Rustika-Erdgeschoss. Es kommt natürlich etwas auf die Wertigkeit der Ausführung an.

  • https://www.wochenanzeiger-mue…macksfrage,41036.amp.html


    Der Artikel mit dem von Zeno geposteten Entwurf stammt von 2012, ist also nicht aktuell. Damals gehörte das Haus noch jemand anderem, der ebenfalls ein Hotel hinbauen wollte, wofür dieser Entwurf bestimmt war. Der neue Besitzer hat damit nichts zu tun und wird wahrscheinlich was anderes bauen lassen. Wie das aussehen wird, kann man sich vielleicht vorstellen, wenn man sich ein anderes Projekt des Investors anschaut:

    http://www.nymphenburger40.de/architektur.html

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Der Entwurf den Zeno von 2012 vorgestellt hat, mit dem könnte ich leben, es fügt sich ja noch irgendwie in das Stadtbild ein.


    Leider fürchte ich aber, daß der jetzige "Investor" mit Absegnung des rot-grünen Stadtrates eine Seelen - und lieblose Billigkiste hinsetzen wird.


    Der Protest der Linksfraktionäre richtet sich ja nur gegen ein Hotel an sich, bei denen spielt doch die Ästhetik überhaupt keine Rolle - billigen Wohnraum wollen sie da haben, wie ein solches Kasterl aussehen würde, muß ich wohl nicht näher beschreiben,

  • Es wird so oder so daran hapern, daß statt ´entspannter´ vier Geschosse sechs Geschosse herausgequetscht werden müssen. Ökonomisch nachvollziehbar und dazu von der Politik gewollt. Vielleicht kann man ja in München noch ein paar hundertausend Lemminge unterbringen.

  • Ja, das Palais Montgelas ist zusammen mit dem Palais Holnstein, dem Palais Preysing und dem Prinz-Carl-Palais das einzige der erhaltenen oder wiederhergestellten Palais in München, das noch nennenswerte historische Innenräume besitzt, alle anderen wurden nur äußerlich wiederhergestellt. Das Palais Montgelas und das Palais Holnstein erlitten im Krieg nur relativ geringe Schäden, das Prinz-Carl-Palais blieb als einziges Münchner Adelspalais sogar völlig unversehrt.

    Das Palais Preysing wurde zwar fast ganz zerstört, die Wände des Stiegenhauses mit vielen Stuckaturen blieben allerdings stehen, so dass im Zuge der Wiederherstellung des Palais durch Erwin Schleich auch das Stiegenhaus rekonstruiert wurde.

    Fotos der Innenräume vom Palais Montgelas gibt es auch auf der Website vom Bayerischen Hof (bissl runterscrollen):

    https://www.bayerischerhof.de/…iern/raeumlichkeiten.html

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus